Marinestützpunkt Eckernförde : U-Boot-Flotte unter neuer Führung

Flottenadmiral Christian Bock (Mitte) übergab das Kommando des 1. U-Boot-Geschwaders von Lars Johst (l.) an Timo Cordes.
Flottenadmiral Christian Bock (Mitte) übergab das Kommando des 1. U-Boot-Geschwaders von Lars Johst (l.) an Timo Cordes.

Timo Cordes löst Lars Johst als Kommandeur des 1. U-Boot-Geschwaders ab. / Drei Boote sollen Ende des Jahres einsatzbereit sein.

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03. Juli 2018, 06:30 Uhr

Eckernförde | Eckernförde Das 1. U-Boot-Geschwader steht seit gestern unter neuer Führung: Nach über drei Jahren als Kommandeur des Geschwaders gab Fregattenkapitän Lars Johst (46) gestern das Kommando an seinen Vorgesetzten, Christian Bock als Kommandeur der 1. Einsatzflottille, zurück. Dieser übertrug die Kommandogewalt anschließend an dessen Nachfolger, Fregattenkapitän Timo Cordes (42). Johst wird zukünftig bei der Deutschen Militärischen Vertretung in Brüssel tätig sein.
Fregattenkapitän Lars Johst hatte das Kommando über das 1. U-Boot-Geschwader mit seinen rund 850 Soldatinnen und Soldaten, sechs U-Booten, drei Flottendienstbooten und einer U-Boot-Unterstützungseinheit im April 2015 übernommen. In seine Zeit als Kommandeur fielen unter anderem die Übergabe des U-Bootes „U36“ in den Dienst der Marine und die deutsch-norwegische U-Boot-Kooperation. Im Oktober 2015 übernahm Johst zudem für vier Monate das Kommando über das Deutsche Einsatzkontingent UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) im Libanon.
Von der guten internationalen Zusammenarbeit, die das U-Boot-Geschwader für die deutsche Marine leistete, zeugt auch die Anwesenheit der vielen Gäste aus aller Welt bei der offiziellen Übergabezeremonie. So fanden sich neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft gestern auch leitende Offiziere der schwedischen, norwegischen und sogar singapurischen Marine auf dem Eckernförder Marinestützpunkt ein.
Weniger stolz blickt Johst auf die Zeit ohne einsatzfähiges U-Boot zurück. „Eine Katastrophe allererster Güte“, so der scheidende Kommandeur. Mittlerweile habe sich die Situation jedoch zumindest etwas verbessert. „Ich bin zuversichtlich, am Jahresende wieder drei der sechs Boote im Regelbetrieb zu haben“, sagte Johst. Nachdem im April und Mai dieses Jahres bereits „U31“ und „U36“ wieder in den normalen Dienstbetrieb genommen werden konnten, soll nun auch ein weiteres U-Boot fahrtüchtig gemacht werden.
An Einsatzfahrten sollen sich die U-Boote des Geschwaders jedoch vorerst nicht beteiligen. Im Vordergrund stehe zunächst die Ausbildung der Besatzung.
Dem neuen Kommandeur Timo Cordes ist das Geschwader, das er künftig leiten wird, und auch die Stadt Eckernförde, alles andere als unbekannt. Schon zwischen 2013 und 2015 war er als stellvertretender Kommandeur des 1. U-Boot-Geschwaders tätig und zuvor bereits zwei Jahre lang Kommandant des U-Bootes „U23“. Eine Neuausrichtung des Geschwaders wird es unter seiner Führung nicht geben, versicherte Cordes. Die Amtszeit eines Kommandeurs ist in der Regel auf drei Jahre ausgelegt. „Einen Zick-Zack-Kurs können wir uns dabei nicht erlauben“.
Neu-Kommandeur Cordes war zuletzt beim Amt für Militärkunde beschäftigt. Nun ist der gebürtige Bremer, wie er selbst sagt, froh, zurück in Eckernförde zu sein. Sein Hauptwohnsitz wird jedoch weiterhin Berlin bleiben, wo seine vier Kinder momentan noch die Schule besuchen.

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