U-Boot-Ausbildung international gefragt

Fregattenkapitän Jens Grimm, Kommandeur des 1. U-Boot-Geschwaders, sieht eine wachsende Bedeutung für seine Einheit.
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Fregattenkapitän Jens Grimm, Kommandeur des 1. U-Boot-Geschwaders, sieht eine wachsende Bedeutung für seine Einheit.

Der Neujahrsempfang des 1. U-Boot-Geschwaders gab einen Einblick in aktuelle Entwicklungen: U 35 soll noch im ersten Quartal 2015 in Dienst gestellt werden, die deutsche Ausbildung ist international gefragt.

shz.de von
20. Januar 2015, 06:27 Uhr

Zahlreiche Vertreter aus militärischen und zivilen Dienststellen sowie aus der Wirtschaft und Verbänden ließen sich beim Neujahrsempfang des 1. U-Boot-Geschwaders von Kommandeur Fregattenkapitän Jens Grimm über die aktuellen Entwicklungen der Einheit informieren. Seit mehr als 20 Jahren dient der Empfang nicht nur dem Informationsaustausch, sondern auch als Plattform für ein Wiedersehen von Ehemaligen und Aktiven.

Grimm blickte zufrieden auf das Jahr zurück, das von Veränderungen und Einsätzen geprägt war. So wurde erstmalig ein deutsches U-Boot direkt dem Nato-Verband im Mittelmeer unterstellt, dessen beachtliche Einsatzergebnisse dabei internationale Beachtung gefunden haben, so Grimm. Basis für diesen Erfolg sei nach wie vor die gute Ausbildung, die sich nicht nur an Bord, sondern auch im multinationalen Umgang auf Verbandsebene zeigt. „Deshalb ist das internationale Interesse an unserer Ausbildung so hoch wie nie“, führte Jens Grimm aus und betonte, dass sich daraus viel Kooperationsmöglichkeiten und Ressourcen ergeben, die bei geringer werdenden Mitteln trotzdem eine Effizienzsteigerung ermöglichten. Gerade in der Ausbildung würde viel Potenzial geboten, wurden doch im vergangenen Jahr rund 20 Lehrgänge im Ausbildungszentrum U-Boote durchgeführt, teilweise mit nur einem Lehrgangsteilnehmer. Folgerichtig sei, vorhandene Lehrgangsplätze auch international mit englischer Unterrichtung anzubieten.

Nach wie vor bereite die personelle Situation innerhalb des 1.UG erhebliche Probleme, darüber täuschen auch nicht 5238 Einsatztage sowie 600 Seetage bei mehreren Großmanövern hinweg.

Nur kurz war der Ausblick auf die Zukunft. Grimm verwies auf U33, das sich noch bis Mitte des Jahres im Mittelmeer befindet und gerade den ersten Besatzungstausch hinter sich hat. Fest geplant sei ein U-Boot-Abwehrmanöver mit den Italienern, aber auch ein gemeinsamer Torpedoschießabschnitt mit den italienischen Verbünden stehe bevor. Auch das gemeinsame Forschungsprojekt mit der WTD 71 werde vorangetrieben. Besonders freut Grimm sich darauf, dass das neue Unterseeboot U 35 noch im ersten Quartal 2015 in Dienst gestellt werde.

Bürgervorsteherin Karin Himstedt betonte in ihrem Grußwort, dass es gerade aufgrund der jüngsten Ereignisse wichtig sei, Demokratie und Freiheit zu verteidigen. Auch aus ihrer Sicht spielten die U-Boote bei den Mittelmeereinsätzen dabei eine besondere Rolle. „Ich habe Respekt davor, was Sie im Einsatz leisten und wie Sie Privat- und Soldatenleben in Einklang bringen“, betonte Himstedt und machte deutlich, dass man sich Eckernförde ohne die Marine nicht vorstellen kann. So begrüßte sie, dass im Zuge des 60-jährigen Jubiläums der Bundeswehr am 13. Juni 2015 Eckernförde als einer der prädestinierten Standorte für die Feierlichkeiten vorgesehen sei.

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