Twesten kämpft um seinen Liegeplatz

Andreas Twesten betreibt mit seiner Lebensgefährtin Annette Mügge die „Tu Solo Tu“ und bietet Fahrten und Crêpes an. Die Stadtwerke möchten, dass er an acht Montagen im Juli und August seinen Liegeplatz für die „Feodora 2“ räumt. Dagegen wehrt er sich.
Andreas Twesten betreibt mit seiner Lebensgefährtin Annette Mügge die „Tu Solo Tu“ und bietet Fahrten und Crêpes an. Die Stadtwerke möchten, dass er an acht Montagen im Juli und August seinen Liegeplatz für die „Feodora 2“ räumt. Dagegen wehrt er sich.

Eigner der „Tu Solo Tu“ sieht nicht ein, dass ausgerechnet er seinen festen Liegeplatz an acht Montagen in der Hauptsaison für die „Feodora 2“ aufgeben soll

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06. Mai 2015, 06:51 Uhr

Eckernförde | In diesem Jahr feiert Andreas Twesten mit seiner „Tu Solo Tu“ zehnjähriges Eckernförde-Jubiläum. Seine Kurzfahrten in der Eckernförder Bucht und der Crêpes-Verkauf laufen gut, als Wermutstropfen im Jubiläumsjahr entpuppt sich für den 55-jährigen Skipper, Unternehmer und Maschinenbauingenieur hingegen die Liegeplatzsituation. Die „Tu Solo Tu“ als seegängiges Schiff liegt an einem festen und von Twesten stets beworbenen Platz in direkter Verlängerung des Jungfernstieg – ein guter Platz für ihn und seine Lebensgefährtin und Bootsfrau Annette Mügge. Doch nun soll er weichen, zumindest an acht Montagen im Juli und August. Weichen für das Fahrgastschiff „Feodora 2“ von Kapitän und Reeder Alexander Klein, der nach spärlichem Fahrgastzuspruch im Premierenjahr nun Touren in deutlich abgespeckter Form in die maritime Umgebung Eckernfördes anbieten möchte – allerdings von einem attraktiveren Liegeplatz aus.

Twesten sieht nicht ein, dass ausgerechnet er weichen soll. Im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen brachte er das Thema in der Einwohnerfragestunde vor. Es betreibe das einzige Schiff, dass ganzjährig in Betrieb ist, Schifffahrten anbietet und Crêpes verkaufe. Eckernförde lebe vom Flair des Hafens und maritimen Angeboten, die er auf der „Tu Solo Tu“ anbietet, erklärte er. „Und ich soll für ein Schiff aus Langballigau, das kurz abkassieren will, weichen?“, fragte er spitz. Warum ausgerechnet er und nicht die anderen Dauerlieger, die zum Teil fahrunfähig an der Pier liegen. Im vergangenen Jahr habe die „Tu Solo Tu“ bei 119 Fahrten 1041 Passagiere befördert. Ihm lägen 4500 Unterschriften von Einheimischen und Touristen vor, die sich alle für einen festen Liegeplatz für Twestens „Tu Solo Tu“ ausgesprochen hätten. „Wir wollen keine Heirat für 100 Jahre“, sagt Twesten, aber einen festen Liegeplatz, der jährlich für das Folgejahr bis September von den Stadtwerken gekündigt werden kann sowie eine Ermäßigung der Kaigebühren, die der Personenzahl – maximal 12 – angepasst sei. Twesten wies auf die Steigerung der Gebühren von 677 Euro im Jahr 2012 auf 2378 Euro in diesem Jahr hin.

Ausschussvorsitzender Ralph Krüger (CDU) sagte, dass der Aufsichtsrat der Stadtwerke vorrangig fahrende Schiffe und Schiffe, für die Liegeplatzgebühren bezahlt werden, im Hafen haben wolle. Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens erklärte, dass Twesten mit seinem Schiff willkommen sei. Die „Feodora 2“ wolle aber nicht kurzfristig abkassieren, sondern nach einer schwierigen Auftaktsaison einen besseren Liegeplatz für das auf nur acht Montage im Juli und August ausgelegte Fahrtenprogramm. Twesten solle nur an diesen Tagen weichen, und erhalte in „unmittelbarster Nähe“ einen Ausweichplatz: „Das halte ich für vertretbar.“

Andreas Twesten sieht das anders. Er pocht auf seinen Liegeplatz. Es gebe andere Liegenmöglichkeiten für die „Feodora 2“. Die Verluste an acht Tage in der Hauptsaison wirkten dreifach und seien erheblich.

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