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Auf dem Rad durch die USA : TV-Abenteurer fasziniert Schüler

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Autor und Fotograf Dirk Rohrbach radelte über 7000 Kilometer quer durch die USA. Vortrag vor rund 150 Achtklässlern in Gettorf.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 06:08 Uhr

Gettorf | Er ist eigentlich Arzt, hängte aber für seinen Traum den Beruf an den Nagel: 40 Reisen unternahm Dirk Rohrbach in 25 Jahren. „In keinem anderen Land fühle ich mich so zu Hause wie in den USA“, sagt der Journalist, Autor und Fotograf. Zehntausende von Meilen legte der 49-Jährige zu Fuß, im Kanu, Truck oder auf dem Fahrrad zurück. Am Mittwochvormittag lauschten rund 150 Isarnwohld-Schüler gespannt seinem Bericht, gespickt mit etlichen Fotos und Musik.

„Die Achtklässler behandeln die USA im Unterricht“, erklärte Lehrerin Heidi Ohlsen. Die Pädogogin hatte den Besuch des Reisereporters deshalb organisiert. Rohrbach berichtete den Schülern im Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) von seinem neuesten Abenteuer „Highway Junkie“, das als TV-Dokumentation für ZDF/Arte verfilmt wurde.

Für den dreimonatigen Trip über 7600 Kilometer sattelte der Amerika-Kenner aus Hanau (Hessen) sein Fahrrad und durchquerte die USA vom Atlantik zum Pazifik – immer auf der Suche nach „spannenden Geschichten und außergewöhnlichen Menschen“.

Seine Erlebnisse brachten die Schüler zum Staunen. Er zeigte Fotos vom Erfinder eines Präriehunde-Staubsaugers – ein Mann mit Cowboyhut und langem Bart. Da die unterirdisch lebenden Nagetiere gern Bauland verwüsteten, habe der Erfinder die Tiere mit seiner Konstruktion in einen Lkw gesaugt, um sie anderswo wieder auszusetzen. „Das Geschäft brummte“, erzählte Rohrbach, „doch nach der Immobilienkrise lief nichts mehr.“

In der Wüste traf Rohrbach einen Bio-Bauern, der dort eine Apfelplantage hatte, Obst und Gemüse anbaute und Ziegen hielt. Doch starke Regenfälle zerstörten sein Land. Trotzdem steckte er den Kopf nicht in den Sand. „Er sah den Schicksalsschlag als eine Gelegenheit, um als Persönlichkeit zu wachsen“, erzählte Rohrbach.

In Kalifornien interviewte der Abenteurer einen Schrauber, der auf einem Schrottplatz Autos verschönerte. „Er arbeitete rund um die Uhr“, erzählte Rohrbach. Dabei war der Autobastler immerhin schon 86 Jahre alt. „Ich habe noch nie solch einen fitten Greis gesehen“, so der Buchautor. Nach dem Reisebericht hatten die Schüler diverse Fragen. Ob Rohrbach solch eine strapaziöse Reise wiederholen würde? „Ja, sofort“, sagte er. Für 2018 plane er eine USA-Reise von Nord nach Süd. Bleibt er zu seinen Interviewpartnern in Kontakt? Rohrbach: „Es sind ganz tolle Freundschaften entstanden.“

„Mich beeindruckt der Aufwand, den er für seine Reisen betreibt“, sagte Jannes (14) aus Blickstedt. Anna (13) aus Gettorf fand das Durchhaltevermögen des Radlers enorm. Und Lasse (13) aus Revensdorf verriet: „Wenn ich mit der Schule fertig bin, möchte ich auf dem Rad durch Deutschland fahren.“ Rohrbach: „Mir geht es darum, dass die Kinder ihren Horizont erweitern – das geht, wenn man reist, entdeckt und sich selbst ein Bild macht.“

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