zur Navigation springen

Trotz Krise: Griechenland steht weiter hoch im Kurs

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförder lassen sich von der Schuldendebatte in Griechenland nicht verunsichern.

von
erstellt am 05.Feb.2015 | 06:39 Uhr

Die aktuelle Debatte um die Schuldenpolitik Griechenlands erhitzt die Gemüter, an der Mittelmeer- ebenso wie an der Ostseeküste. Kündigte die neu aufgestellte Regierung in Hellas, im Besonderen Finanzminister Yanis Varoufakis, noch vor wenigen Tagen einen radikalen Kurswechsel an, der unter den EU-Staaten für Verstimmung sorgte, rudert Regierungschef Alexis Tsipras mittlerweile zurück. Was denken die Eckernförder über diese Debatte? Ist das Verhältnis von Deutschen und Griechen gefährdet? Die EZ fragte nach.

Birgit Siemen-Jürgensen (54) vom Reisebüro TUI Travel Star Reisewelt: „Bei den Kunden gibt es keine Unsicherheiten. Im Gegenteil, die Nachfrage steigt sogar, gerade letzten Sonnabend wurde wieder eine Griechenlandreise gebucht.“

Christina Hofeldt und Lars Vondenhoff vom Derpart-Reisebüro Linnekuhl und Hofeldt bestätigen das. Christina Hofeldt (46): „Die Nachfrage nach Griechenlandreisen ist unverändert. Wir bekommen tolle Rückmeldungen, alle Kunden sind begeistert.“ Lars Vondenhoff (41): „Die Griechen freuen sich auf die deutschen Touristen. Ich würde trotzdem nicht unbedingt im Deutschland-Trikot vorm Parlament zelten. Man sollte sich etwas zurückhalten, wenn es um Politik geht – frei nach dem Motto „Sup di duun und fret di dick, un hol din Muul von Politik.“

Sotirios Stratis (56) lebt seit 34 Jahren in Eckernförde und betreibt die „Taverna Kreta“: „Die Wahl der Linken war ein reiner Protest gegen die alte Regierung. Die Sparmaßnahmen müssen weitergehen, daran führt kein Weg vorbei, aber das Volk muss auch atmen können. 52 Prozent der jungen Leute sind arbeitslos. Die Griechen wollen ja weiterzahlen, aber die Zinsrückzahlungen müssen verlängert werden. Leute, die Hass verbreiten, gibt es leider Gottes überall, das entspricht aber nicht der Volksmeinung.“

Die aus Griechenland stammende Ekaterini Marquardt (60) ist besorgt: „Ich habe Angst, dass das deutsch-griechische Verhältnis leidet. Die Medien arbeiten auf beiden Seiten populistisch. Die Solidarität der Deutschen ist aber größer, als propagiert wird.“ Ihr Ehemann Rüdiger Marquardt (65) begrüßt die politische Neuaufstellung in Griechenland: „Jeder neuen Regierung lässt man 100 Tage Zeit, bevor man sie kritisiert. An dieser wurde schon am zweiten Tag herumgenörgelt. Das sind aber hochkompetente junge Leute.“ Gleichzeitig sorge sich der 65-Jährige aber um die deutsch-griechische Freundschaft. „Die deutschen Urlauber bringen viel Geld ins Land. Viele, die ihren Urlaub jetzt planen, entscheiden sich vielleicht gegen Griechenland“, sagt Rüdiger Marquardt.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen