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Gemeindevertretersitzung : Trotz Elternsorge: Flüchtlinge kommen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vertreter des Amtes und der Gemeinde haben Verständnis für Sorgen der Eltern. Alternativer Standort für Flüchtlingsunterbringung nicht in Sicht.

Gettorf | Eltern sind weiter besorgt wegen der geplanten Unterbringung von bis zu 100 männlichen Flüchtlingen in den ehemaligen Containerklassen an der Isarnwohld-Schule. Anlässlich der Gemeindevertretersitzung am Mittwoch äußerten mehrere Mütter und Väter erneut ihre Bedenken. „So viele Männer an einem Standort, diese Art der Unterbringung ist nicht sinnvoll“, meinte eine Mutter. Sie forderte zwei oder mehr Standorte. „100 männliche, muslimische Flüchtlinge, da entsteht ein Widerspruch zu unserer religiösen und kulturellen Lebensweise“, befürchtete eine andere Mutter.

Da der Pachtvertrag für fünf Jahre geschlossen wurde, gingen die Eltern von einer Unterbringung aus, die auf Dauer angelegt sei. Weiter wurde angemerkt, dass für diese im Bebauungsplan als Sondergebiet für Kultur, Schule und Sport ausgewiesene Fläche die rechtliche Grundlage fehle, dort ein Wohnheim einzurichten. Die Eltern waren der Ansicht, dass andere Möglichkeiten, wie die Nutzung des alten Altenheims im Hainweg, die Umsetzung der Container auf andere Flächen, etwa wo Eigenheime geplant sind, oder etwas Neues zu bauen, nicht genügend ausgeschöpft worden seien. Eine Mutter sah sogar den Schulstandort Gettorf in Gefahr, wenn durch die Nachbarschaft der Flüchtlinge die Schülerzahlen zurückgingen.

Gettorfs Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD), Amtsdirektor Matthias Meins, Hans-Ulrich Frank (CDU) als Schulverbandsvorsteher und Kurt Arndt (SPD) als Amtsvorsteher machten den Eltern noch einmal ganz deutlich, dass sie keine Alternative zu der Lösung sehen und alles getan werde, um Vorfälle zu vermeiden. „Das Amt ist verpflichtet, die Flüchtlinge unterzubringen“, betonte der Bürgermeister. Es könnte auch verfügen, die Sporthalle zu beschlagnahmen. Doch das wäre ebenfalls eine Unterbringung im Bereich der Schule. Amtsdirektor Matthias Meins behandelte nochmals die zum Teil auch schon während der beiden Informationsveranstaltungen in der Schule von Eltern vorgetragenen Einwände. Baurechtlich sei das geprüft, erklärte er. Landauf, landab werde derzeit Baurecht aufgeweicht. „Daran wird es nicht scheitern.“ Beschlagnahme hielt er für ein großes Wort. Sie würden da auf freiwilliges Entgegenkommen hoffen. Zur Dauer der Unterbringung konnte er kein Datum nennen. „Keiner weiß, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln“, sagte er. Doch er sagte zu, diesen Standort als ersten wieder zu schließen. Alternative Flächen stünden nicht zur Verfügung. In die städtebaulichen Planungen der Gemeinde Gettorf wolle das Amt nicht eingreifen. Die Container zu versetzen sei kompliziert. Es bräuchte Anschlüsse für Abwasser, Strom und Heizung. Auch für einen Neubau müsste ein Standort gefunden werden. „Und wir hätten die Diskussion an anderer Stelle.“

Es wurden inzwischen Gespräche mit einem Sicherheitsdienst geführt, der in den Kernschulzeiten mit ein bis zwei Personen vor Ort sein könnte. Der Amtsdirektor versprach, mit dem Konzept erneut an die Eltern heranzutreten und das Thema transparent weiterzuführen.

„Der Schulverband Gettorf und Umgegend unterstützt das Amt aus einer Notsituation heraus“, erklärte Hans-Ulrich Frank (CDU) als Schulverbandsvorsteher. „Wir schließen den Pachtvertrag über fünf Jahre ab. Ein Ausstieg davor ist wünschenswert.“ Das Amt habe zugesichert, alles erdenklich Mögliche zu tun, um die Sicherheit der Schüler in den Kernschulzeiten zu gewährleisten. Alle würden ein Auge darauf haben, dass es so funktioniert, wie anderswo auch im Amt. Dort habe es keine polizeirelevanten Zwischenfälle gegeben. „Ich kann ihre Sorgen als Eltern verstehen“, meldete sich Kurt Arndt (SPD) als Amtsvorsteher zu Wort. „Es gibt keinen Tag, wo auf Amtsebene nicht darüber nachgedacht wird, wo wir die Leute unterbringen können.“ In Gettorf sei alles geprüft. Die Verhandlungen mit der Brücke Rendsburg-Eckernförde, der Eigentümerin des alten Altenheims, seien gescheitert, es wurde auch nach privatem Wohnraum gesucht. „Wir tragen die Verantwortung für 227 Menschen, die uns zugewiesen sind“, betonte er. „Wir bemühen uns sehr. Wir werden alles tun, um Störungen auf ein Minimum oder sogar gegen Null zu reduzieren. Da können Sie sicher sein.“

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