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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 08:39 Uhr

Trockener Sand und neue Kino-Träume

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 17.Feb.2017 | 09:47 Uhr

Da war der (Sand-)Sturm der Entrüstung wohl ein wenig verfrüht: Der Eckernförder Strand wird wieder hell, wenn auch nicht ganz so lupenrein weiß und fein, wie etwa in Dueodde auf der dänischen Insel Bornholm. Aber dort gibt es eben auch keine Promenade direkt am Strand, keinen Hafen und keine Altstadt mit Fußgängerzone in der Hinterhand wie in Eckernförde, wo man mit dem, was man hat, durchaus zufrieden sein kann. Offenbar auch mit dem geschenkten Sand aus Aschau, dem der Chef des Ostsee Info-Centers, Claus Müller, eine Top-Qualität bescheinigt. Er hat ein paar Proben eingesammelt und sie in seiner warmen Ostsee-Station einfach nur trocknen lassen und unter die Lupe gelegt. Mit geschärftem Blick lässt sich erkennen: keine Spur mehr von „schwarzer Erde“, kaum organische Bestandteile, dafür um so mehr mineralogische Zutaten, die in dieser Form auch an einen Strand gehören. Den Rest erledigen Regen und Seewasser. Die etwas gröbere Struktur wird sich mit dem etwas feinerem Strandsand vermischen, sodass später vermutlich kaum ein Unterschied zu sehen und unter den Füßen zu spüren sein wird.

Müller jedenfalls beglückwünschte Eckernförde zu diesem „super Sand“.

Glück gehabt.

Vielleicht können die Eckernförder das gleiche auch bald vom erhofften Kino-Neubau auf dem Sky-Markt Gartenstraße sagen. Eine Zitterpartie. Über vier Jahre waren seit der Schließung des Kinocenters in der Kieler Straße – heute C&A – vergangen, ohne dass es überhaupt einen politisch konsensfähigen Kinostandort gab. Die Bürger sind stinksauer auf die Politik, die den geprüften und von der Verwaltung als einzigen für gut befundenen und zeitnah zu realisierenden Standort Skaterpark Schulweg mehrheitlich vom Tisch gewischt hat. Als alles auf ein Schrecken ohne Ende und Kino hinauszulaufen begann, warf die Handelsgenossenschaft Coop den Rettungsanker und brachte einen Neubau des alten, schmucklosen Sky-Markts mit Kinoetage ins Spiel. Ein idealer Standort, mitten in der Stadt. Dann kam die Fusion mit Rewe dazwischen, es musste wieder gezittert werden. Anfang Februar dann das Bekenntnis: Coop und Rewe stehen zu ihrem Projekt, es soll losgehen, die Aufstellung des Bebauungsplans wurde schon beantragt.

Es sieht also gut aus. Dass eines der drei Coop-eigenen Wohnhäuser an der Reeperbahn fallen muss, um die Zufahrt neu zu regeln, ist zu akzeptieren.

Die Stadtwerke räumen den Hafen auf. Altersschwache Dauerlieger sollen weichen, fahrende Schiffe, Fischkutter und Sportboote den Hafen beleben – vernünftig. Unter Finanzierungsvorbehalt stehen eine schwimmende Bühne und vor allem eine gläserne Spundwand für 850  000 Euro – verwegen.

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