wiedererröffnung des ostsee info-centers : Trocken in die Unterwasserwelt

Hannah Sliwka erklärt Matthis (9) die Funktionsweise des interaktiven Fischlängespiels.
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Hannah Sliwka erklärt Matthis (9) die Funktionsweise des interaktiven Fischlängespiels.

Das umgebaute Ostsee Info-Center hat am Donnerstag wieder seine Türen geöffnet. Die neue Unterwasserwelt erklärt Leben auf und im Meer.

shz.de von
09. März 2018, 05:34 Uhr

Gleich am Eingang in die Ausstellung hat der Besucher das Gefühl, als begebe er sich unter Wasser – zur Linken geht er an einer meterhohen Hafenspundwand vorbei. Über ihm schwebt ein Kutter. Präparierte Miesmuscheln sind an der Wand und auf dem Meeresboden zu sehen. Einige von ihnen sind mit Pfeifenreinigern gefüllt. „Das ist das Werk von Rüdiger Ziegler und und unserem FSJ’ler Samuel Pozsgai“, verrät Hannah Sliwka, Leiterin des Ostsee Info-Centers (OIC), „die Pfeifenreiniger stellen das Muschelfleisch dar.“ Rund zwei Monate war das OIC zwecks Umbau geschlossen (wir berichteten), gestern wurde die neue Ausstellung erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet.

Nach zehn Jahren sei es Zeit für eine Konzeptumstellung gewesen, erklärt Sliwka, besonders im Hinblick auf die zunehmende Projektarbeit des OIC, die sich auf das Leben unter und auf dem Wasser konzentriert: die Koordination und Kontrolle der Freiwilligen Vereinbarung zwischen Land und Fischerei zum Schutz der Meeresenten und Schweinswale ebenso wie das PAL-Projekt.

„Die Ausstellung konzentriert sich jetzt ganz auf das Leben in der Ostsee, deswegen geht der Besucher sozusagen gleich unter Wasser.“ Hat dieser die Hafenspundwand passiert, befindet er sich vor der Unterwasserweltwand. Über 20 Heringe flüchten vor einem Dorsch und schwimmen auf ein Stellnetz zu. An dem Fischernetz ist ein Warnsignalsender (PAL) angebracht, damit die Schweinswale auf der anderen Seite des Netzes die Fangmaschen besser orten können und sich fernhalten.

Die Liebe zum Detail, die überall vorherrscht, ist an dieser Wand besonders gut zu sehen. Jeder der 25 Heringe ist ein Unikat. Die Fische sind das Ergebnis eines 3-D-Modells. OIC-Techniker Marco Knaup und der ehemalige Leiter, Claus Müller, haben Dutzende von Fotos an einen Berliner Spezialisten für 3-D-Modelle geschickt, der die Daten verfeinert an einen Bildhauer geschickt hat, der Experte für 3-D-Drucke ist. 50 dieser Rohlinge aus recycelbarem Kunststoff hat er angefertigt, die Rüdiger Ziegler sehr individuell und lebensnah angemalt hat.

Einer der ersten Besucher ist Matthis (9) aus Hamburg, der mit seiner Mutter Britta Koch und seinem Bruder Kersten (3) die neue Ausstellung besucht. Ihn interessiert besonders das Fischlängespiel, eine Leihgabe von Future Ocean der Universität Kiel. In diesem interaktiven Spiel erfährt man Größe, Gewicht und Verbreitung von Hering, Kabeljau oder Scholle, bekommt Informationen über Fangtechniken und erfährt, ob der Fisch schon die richtige Größe erreicht hat, dass er gefangen und verspeist werden darf. Eine Planktonstation, an der der Besucher mithilfe eines Mikroskopes die Kleinstlebewesen in der Ostsee untersuchen kann, und eine Ausstellung zum Thema „Fremde Arten“ sind zwei weitere Neuerungen in der Ausstellung. Klassiker wie das große Fühlbecken mit Seestern und Co, der Tauchtunnel (an ihm wurden Periskope zur Vogelbeobachtung angebracht) sowie der begehbare Fischkutter sind geblieben.

Frische Farbe lässt alles in einem neuen Glanz erstrahlen, so dass auch Bewährtes neu erscheint.Auch der Bistrobereich wurde erneuert. Neue Kühlschränke für die Küche, zusätzliche Bänke für die Besucher wurden angeschafft. Neue Lampen fehlen noch. „Neben dem Umbau haben wir natürlich auch unsere jährliche Grundreinigung durchgeführt“, sagt Hannah Sliwka. Einiges fehlt noch, so die Station „Fremde Arten“, an einigen Wänden ist noch etwas Platz. „Hier verändert sich eigentlich ständig etwas“, so die Leiterin, „wir haben ständig Ideen für neue Themen.“ Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf 39 000 Euro, die aus der Umweltlotterie Bingo und vom Umweltbildungsverein Eckernförde stammen.

>Ostsee Info-Center (Jungfernstieg) Öffnungszeiten: Di bis So 11-17 Uhr, ab April 10-18 Uhr


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