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Auf Wanderschaft : Triumphale Heimkehr nach fünf Jahren

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

20 Wandergesellen begleiten den Flensburger Mihail „Mokka“ Brusilowsky auf seinen letzten Kilometern von Eckernförde nach Flensburg. Im Eckernförde Lokal „Utgard“ wurde am Vorabend kräftig gefeiert. Der 33-Jährige geht in Kürze auf die Meisterschule.

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erstellt am 02.Aug.2014 | 06:05 Uhr

Fünf Jahre und drei Monate hat Mihail „Mokka“ Brusilowsky seine Familie und seine Freunde nicht mehr gesehen. Aber das soll sich heute ändern, denn heute kehrt der Tischlergeselle nach seiner ausgiebigen Wanderschaft und Weltenbummlerei wieder zurück in seine Heimatstadt Flensburg und wird die Rückkehr mit seiner Familie und Freunden im „Plunschli“ in Husby gebührend feiern. Aber er wird nicht allein kommen: Etwa 20 befreundete Wandergesellen werden den 33-Jährigen auf den letzten Kilometern von Eckernförde nach Flensburg begleiten. Sie verbringen die letzten Tage und Stunden gemeinsam mit ihrem Freund und feierten die Heimkehr rund um die Wikingerkneipe „Utgard“ in der Gaehtjestraße. Am Donnerstagabend ließen sie ihren Freund direkt vor dem Lokal hochleben, um anschließend gemeinsam am Strand baden zu gehen. Wirt Matthias „Hubi“ Huber hat ihnen im ersten Stock seiner Lokals Quartier gegeben. Die Gastfreundschaft des Eckernförder Gastronomen hat sich bei den wandernden Gesellen herumgesprochen – sie kommen gerne nach Eckernförde und finden bei „Hubi“ immer einen Platz zum Schlafen, Duschen und Frühstücken. Ein Gesellentreffen in so großer Zahl mit Vertretern unterschiedlicher Zünfte – darunter auch einige Gesellinnen – ist etwas ganz Besonderes und drückt auch die große Beliebtheit des heimkehren Gesellen aus.

Der gebürtige Kirgise Mihail Brusilowsky kam schon mit sechs Jahren nach Norddeutschland – „nach Schleswig-Holstein“, präzisiert ein heimatverbundener junger Geselle, der das Käserei-Handwerk in der Meierei Leezen gelernt hat. Alle Gesellen tragen ihre Zunftkleidung mit Stolz und sind erfüllt von ihrer Wanderschaft. Das darf auch der Flensburger Tischlergeselle, den alle nur „Mokka“ rufen, von sich behaupten. Er hat die vorgeschriebene Mindestdauer der Wanderschaft von drei Jahren und einem Tag weit überschritten und verfügt nun über ein enormes Potenzial an internationaler Erfahrung. Er hat auf seiner „Tippelei“ alle Kontinente besucht. Seine Wanderschaft führte ihn unter anderem nach Indien, Indonesien, Australien, Neuseeland, Russland, in die Ukraine, nach Marokka, Spanien, Portugal, Österreich oder in die Schweiz. „Ich habe immer Arbeit gefunden“, sagt „Mokka“, der nun menschlich und beruflich enorm bereichert nach Hause zurückkehrt. „Wir waren 24 Stunden am Tag zusammen, das ist mehr als eine Beziehung und liegt einem sehr am Herzen“, beschreibt er die Freundschaft und Kameradschaft zu seinen Kollegen.

Allerdings bleibt er nur für eine Woche in Flensburg. Denn schon am 11. August beginnt seine Meisterschule in der Nähe von Aachen. „Ich möchte jetzt ganz viel lernen“, sagt der ehrgeizige junge Handwerker, der sein Handwerk als Gestalter und Designer verfeinern möchte und nach der intensiven handwerklichen Phase viel am Computer arbeiten möchte. Der Tipp für die Meisterschule kam von seinem Mitwanderer Tommy, einem Maler und Putzer, der schon seit einem Jahr wieder zuhause ist und extra zur Heimkehr seines Freundes nach Eckernförde kam. „Die Wanderschaft ist eine Lebensschule und eine super handwerkliche Fortbildung“, sagt der junge Mann.

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