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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 12:43 Uhr

Investition : Trinkwasser – frisch und gut

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wasserbeschaffungsverband Mittelschwansen prüft die Investition in eine Aufbereitungsanlage für 800 000 Euro. Derzeit laufen vier Aufbereitungsanlagen auf Höchstlast und produzieren täglich rund 6000 Kubikmeter Wasser.

von
erstellt am 01.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Waabs | Trinkwasser – sauber, frisch und kalt – so liebt es Carsten Boldt bei der großen Hitze draußen am Liebsten. Rund 6000 Kubikmeter Trinkwasser fördern Boldt als Technischer Leiter und seine vier Mitarbeiter täglich im Wasserwerk des Wasserbeschaffungsverbands Mittelschwansen (WBV) und beliefern damit rund 6500 Haushalte.

Damit arbeiten die vier Wasseraufbereitungsanlagen des Werks an der Kapazitätsgrenze, sagt Boldt. Er freut sich über jeden Millimeter Niederschlag, der die Wasserabnahme reduziert. Um künftig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wird derzeit der Neubau einer Wasseraufbereitung planerisch zur Vorstellung bei der Verbandsversammlung im Herbst vorbereitet, wie Verbandsvorsteher Horst Böttcher berichtet. Es müsse mit Kosten von rund 800 000 Euro gerechnet werden.

„Die Versorgungssicherheit und die Qualität sind für uns das höchste Gut“, sagt Böttcher. Daher fanden in den letzten Monaten verschiedene Grenzkosten-Berechnungen statt, um zu entscheiden, ob ein weiterer Frischwassertank als Pufferspeicher oder eben eine fünfte Wasseraufbereitung gebaut werden soll. Mittelfristig habe eine Aufbereitung mehr Vorteile und könne das Risiko des Ausfalls der alten Aufbereitung kompensiere, so Boldt. Zwei Aufbereitungen stammen aus den 60-er Jahren, 1966 wurde der Verband gegründet. Zwei weitere wurden Mitte der 80-er Jahre ergänzt. Über die Jahrzehnte sinkt die Leistungsfähigkeit ab. Lieferten sie ursprünglich rund 150 Kubikmeter Frischwasser in der Stunde, so sei dieser Wert bei weitem nicht mehr zu erreichen, so Boldt. Ein Austausch der Quarzkiesfilter, die Eisen und Manganverbindungen aus dem geförderten Rohwasser filtern, ist nicht möglich, ohne deutliche Engpässe in der Wasseraufbereitung zu haben. Stimmt die Verbandsversammlung zu, dann könnte in 2015 der Neubau erfolgen, so Böttcher. Danach könnten nach und nach die vier Altanlagen saniert werden, erklärt Gert Soll, Bauingenieur für Tief- und Wasserbau, der den Verband fachlich berät. Wie das Vorhaben finanziert werden soll, muss noch entschieden werden.

Permanent investiert der Verband, der rund 14 000 Menschen mit Trinkwasser vorsorgt, in sein Netz. Tag und Nacht sind die Mitarbeiter erreichbar, um Lecks im System zu reparieren. Dabei sind sie auf die Hilfe der Bürger angewiesen, betont Boldt. Sobald unerwartet „Quellen“ auf dem Rasen oder auf Wegen sichtbar werden, spreche das für Lecks. Austretendes Wasser drücke nach oben, da im rund 250 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Boden sehr lehmig und dicht, ein Versickern schwer sei. Genau das sei auch der Grund, warum das geförderte Wasser frei von Pestiziden, Medikamenten und auch Nitraten sei, so Boldt. Massive Schichten mit Geschiebelehm decken die Grundwasserführende Schicht ab und lassen keine Gifte eindringen, so Boldt. Das Wasser müsste an sich als Lebensmittel verkauft werden, so der technische Leiter weiter. Aufgrund der Trinkwasserverordnung werde das Wasser sehr viel strenger untersucht als verkaufte Mineralwasser, gerade auch was den Gehalt an Mineralien angehe. Das Wasser sei daher etwas härter, aber absolut sauber.

Die Gesamtfördermenge des Verbands hat sich auf rund 1,3 Millionen Kubikmeter in 2013 stabilisiert. 2003 lag der Spitzenwert noch bei 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr. Neben dem Wegfall der Wäscherei in Damp in 2012 sei der Wasserverbrauch in den privaten Haushalten ebenso gesunken wie die Zahl von Meiereien und Viehbetrieben, so Böttcher. Das Einsparen von Wasser führe zu höheren Kosten, da der Unterhalt der Leitungen unabhängig vom Verbrauch sei.

Der Verband habe daher schon frühzeitig in sparsame Pumpen investiert, um über geringeren Stromverbrauch Kosten zu kompensieren, so Böttcher. Die Investition in eine neue Lagerhalle samt Photovoltaikanlage (2011) auch auf dem Dach der Verwaltung (2012), würden sich schon früher als nach zehn Jahren berechnet amortisieren und dann aktiv Stromkosten für den Verband sparen.

 

 

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