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50 Jahre Kreuzkirche : Trillerpfeifen für eine wohlklingende Orgel

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Am Wochenende feiert die Kirchengemeinde Kosel das 50-jährige Bestehen der Kreuzkirche zu Fleckeby mit einem großen Festprogramm. Neben dem Rahmenprogramm soll der Verkauf von Trillerpfeifen Geld für die Sanierung der Orgel einbringen.

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erstellt am 13.Sep.2013 | 06:10 Uhr

Wie ein Wahrzeichen thronte die Kreuzkirche früher über dem Dorf. Schon von weitem konnte man sie auf dem Hügel am Schneckenberg sehen. 50 Jahre nach ihrer Erbauung wird die Turmspitze von hohen Bäumen umringt – von seiner Strahlkraft hat das Gotteshaus aber nichts verloren. Am Wochenende feiert die Kirchengemeinde das runde Jubiläum mit einem Festprogramm.

Bereits 1951 wurde der Friedhof am Schneckenberg errichtet. Der Anstieg der Bevölkerung Fleckebys nach dem Krieg hatte eine zweite Ruhestätte neben der Koseler notwendig gemacht. Bald wurden auch Forderungen nach einer Kapelle für die Trauerfeiern laut. 1960 gründete die Kirchengemeinde einen Kirchbauverein. Der Vorstand beschloss kurz darauf den Bau einer Kirche. Noch vor der Grundsteinlegung wurden den Verantwortlichen jedoch Steine in den Weg gelegt – in Gestalt eines widerspenstigen Architekten. Verbesserungsvorschläge von Kirchenvorstand und Friedrich Herzog zu Schleswig-Holstein, ehemaliger Eigentümer des Schneckenbergs, lehnte er ab.

Aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen, heißt es. Diese Redewendung lässt sich auch auf die Kreuzkirche anwenden. Denn ohne die Sturheit des Architekten stünde das Gotteshaus heute am Eingang des Friedhofs und nicht auf der Anhöhung an der Westseite. Die Idee dafür stammte nämlich vom neuen Architekten – Otto Schnittger. Um seine Vorstellungen zu realisieren, musste der Herzog – Eigentümer des angrenzenden Waldstückes – von der Idee überzeugt werden. Am 5. August 1962 wurde schließlich der Grundstein der Kreuzkirche gelegt. Baumeister war Johannes Wendt aus Fleckeby. Die Weihe erfolgte am 15. September 1963.

Genau 50 Jahre später findet am Sonntag, um 10 Uhr, ein großer Festgottesdienst statt. Propst Sönke Funck wird in dessen Rahmen Pastor Hans Baron aus seinem Amt verabschieden. Im Anschluss lädt die Gemeinde zum Empfang in das Gemeindehaus.

Im Zusammenhang mit den Jubiläumsfeierlichkeiten wird zudem heute um 18 Uhr eine Ausstellung mit Bildern zu christlichen Themen im Gemeindehaus eröffnet. Zu sehen sind Kunstwerke von Heide Grönitz, Marianne Harms-Metzger, Wilfried Hewel, Ute Lapp, Ole Meyer, Katharina Naeve, Rolf Rockefeller und Heidemarie Utrecht. Diese Ausstellung ist auch morgen von 15 bis 18 Uhr sowie Sonntag nach dem Gottesdienst geöffnet. Ebenfalls heute um 19.30 Uhr hält Altbischof Hans-Christian Knuth in der Kreuzkirche einen Vortrag über das Thema „Die Bedeutung des Kreuzes für die evangelische Frömmigkeit.“

Vier Jahre nach der Weihe der Kreuzkirche wurde auch die Orgel fertig gestellt – an ihr haben die Jahre ihre Spuren hinterlassen. „Manchmal trifft sie die Töne, häufig nicht“, erzählt Küsterin Monika Zieberth. „Bei jedem Gottesdienst hören wir immer etwas ängstlich hin.“ Dass das noch nicht weiter aufgefallen ist, sei allein den Künsten des Organisten Tobias Lehmann zu verdanken, betont die Küsterin. „Mittlerweile verzweifelt er aber schon manchmal“, ergänzt Pastorin Susanna Kschamer.

Für die Reinigung und Instandsetzung der Orgel sammelt die Kirchengemeinde deshalb Spenden. „Die Kirche hat Geburtstag und wir wünschen uns eine wohlklingende Orgel“, sagt Kschamer lächelnd. 12 000 Euro koste die Sanierung, 6000 fehlen noch. Mit einer besonderen Aktion will die Gemeinde ihrem Ziel am Wochenende ein Stück näher kommen. „Wir haben 300 Trillerpfeifen besorgt, die können Besucher für einen Euro kaufen“, erklärt die Pastorin. Der amüsante Gedanke dahinter: „Wenn ihr nicht wollt, dass unsere Orgel bald genau so klingt, kauft eine Pfeife.“



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