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Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 07:14 Uhr

Treppen: Von funktional bis repräsentativ

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Treppen mit besonderem Charakter in Eckernförde – ein kleiner Stadtrundgang mit vielen Aufs und Abs

von
erstellt am 09.Sep.2015 | 17:19 Uhr

Die Treppe (ein niederdeutsches Wort, verwandt mit trappeln, trabsen, traben) ist ein vertrautes Architekturdetail, um in einen erhöht liegenden Raum zu gelangen. Treppen haben aber auch repräsentativen Charakter, denken wir an Freitreppen vor Schlössern und Kirchen, über die man festlich gekleidet, huldvoll winkend, von Publikum bejubelt schreiten konnte. In Eckernförde sind Treppen selbstverständlich, liegt die Altstadt ja am Meer und wird von Häusern geprägt, die Zugang zu flutsicher erhöht liegenden Wohnungen bieten. Vor allem Fischerstraße, Hafengang oder Jungfernstieg kennen Haustreppen, die zum Teil auf dem Bürgersteig beginnen.

Treppen mit repräsentativem Charakter besitzt Eckernförde nur wenige. Allen bekannt ist die festlich wirkende Treppe, die in den Oberstock des einstigen Rathauses führt. 1836/37 ist sie gebaut worden, nach einem Entwurf von Hans Friedrich Baasch (1784 – 1853), dem populären Porträtmaler, der von 1832 bis 1839 auch Deputierter der Stadt war. Hier lassen sich Brautpaare fotografieren oder „fegen“ Junggesellen an ihrem 30. Geburtstag.

Einen gänzlich gegenteiligen Charakter hat die (neben Kirchen und Rundspeicher) höchst gelegene Treppe unserer Stadt, die abgetretene Holzstiege im Turm der Diederichsen Stiftung. Als das Alten- und Invalidenheim des Deutschen Flottenvereins fertig war, wurde es sogleich Lazarett für Verwundete des Ersten Weltkrieges. In beiden Weltkriegen war im hoch aufragenden Mittelturm eine Flugwache eingerichtet. Man erreicht diesen Aussichtspunkt auch heute noch nur über diese hölzerne Nottreppe.

Eine romantisch verwinkelte Steintreppe hat der Streckenbachsgang. Mit mehreren Treppen versehene Spazierwege führen zum Beispiel von der Berliner zur Sehestedter Straße. Geräumige Eingänge mit in die oberen Stockwerke führenden Treppen zeigen vor allem Wohn- und Amtsbauten der Jahre um 1900, so das Kreishaus oder Finanzamt. Vielfach sind sie in Terrazzo ausgelegt, die Giuseppe Santus und die drei nachfolgenden Generationen von Terrazzieri aus Venetien angelegt haben; Beispiele sind das Haus von Karosseriemeister Tank an der Reeperbahn oder die ehemalige Fischräucherei Hopp. Die attraktivste moderne Treppe kennzeichnet ein Privathaus am Dr.-Carl-Möller-Platz; die Besitzer haben ihr ein gut gestaltetes schmiedeeisernes Geländer gegeben. Und auch moderne Stahl-Treppen können zu historischen Backsteinbauten passen – vor allem dem Brandschutz dienen klar gestaltete Wendeltreppen, zum Beispiel an der Bürgerbegegnungsstätte am Rathausmarkt.

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