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Eckernförder Zeitung

22. November 2017 | 00:20 Uhr

Trecker-Treff hilft Wunden heilen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Oldtimer-Traktoren-Treff in Osdorf / Jonas Hoffmann bewältigt mit seinem 55er Fahr D90 seine Krankheit / Seltene Modelle zu bestaunen

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2016 | 12:01 Uhr

Auf dem Gelände der Spedition Reimer trafen sich auch in diesem Jahr wieder viele Besitzer und Liebhaber von Oldtimer-Traktoren. Auch der 14-jährige Jonas Hoffmann war zum ersten Mal mit seinem eigenen Traktor dabei. Seinen 55er Fahr D90 bekam er zur Konfirmation. Und dahinter verbirgt sich eine rührende Geschichte.

„Jonas leidet an Neurodermitis. Schon früh haben ihn nur alte Trecker davon ablenken können“, erklärt Ulrich Lenschau aus Gettorf. Schon mit drei Jahren sei Jonas mit ihm zusammen auf einem Fahr D90 gefahren. „Seitdem hat mich dieses Modell nicht mehr losgelassen“, bekräftigt Jonas. So machten sich seine Eltern auf die Suche nach einem Modell und wurden fündig. Ganz in der Nähe stand eines. Die Besitzerin kannte Jonas gut und wusste, dass er viel Liebe in die Maschine stecken würde.

Ulrich Lenschau, der sich sehr mit Jonas und seiner Krankheit verbunden fühlt, trat dabei auch als Vermittler auf. So kam es, dass Jonas größerer Bruder am Tag von Jonas Konfirmation mit dem alten Traktor auf den Hof gefahren kam. „Mir sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen“, sagte Jonas lachend. Zusammen mit seinen Freunden möchte Jonas nun den Traktor wieder auf Vordermann bringen, denn es gibt noch viel zu tun. „Einiges kann gerettet werden, anderes muss neu, aber das regelt sich alles“, freute sich Jonas.

Bisher steht der Traktor auf dem Hof der Vorbesitzerin. Dort haben sie eine Koppel abgesperrt, damit Jonas hin und wieder einmal fahren kann. Bevor es aber zum TÜV geht, will Jonas viel an seinem Traum basteln. „Ich möchte so viel wie möglich in Eigenarbeit leisten“, sagte er.

Zum Oldtimertag wurde der Traktor geschleppt. Dort stand er neben dem Modell seines Förderers Ulrich Lenschau, der stolzer nicht sein könnte. „Der Junge macht das schon, da bin ich sicher“, zeigte er sich zuversichtlich.

Neben dem Traktor von Jonas war auch der 39er Lanz Bulldog des Blickstedters Heinrich Bock ein Anziehungspunkt für das Publikum. „So einen alten sieht man schon selten“, sagte der Vorsitzende des Agrar Oldtimer Clubs Dänischer Wohld, Uwe Karstens.

Es kamen auch viele Gäste, die nichts mit Traktoren zu tun hatten. Viele wollten einfach mal gucken. Und zu sehen gab es viel. Neben einer Hüpfburg für die ganz Kleinen und einem Stand für Verpflegung standen viele alte und auch einige neuere Traktoren auf dem Hof. Einige sahen aus, als kämen sie grade vom Feld, während andere mit Sicherheit nur für solche Tage gebraucht werden. Nahezu alle haben viel Arbeit und noch mehr Geld in die Instandhaltung ihrer Fahrzeuge gesteckt. „Mein 39er Lanz Bulldog war vor ein paar Jahren noch in Einzelteile zerlegt“, sagte Heinrich Bock lachend. Die Arbeit hatte sich auf jeden Fall gelohnt, denn der Traktor stand da wie am ersten Tag.

So gab es viel zu Sehen auf dem Hof der Spedition Reimer. Noch mehr gab es aber zu hören, wenn einer der alten Traktoren angeschmissen wurde. Das zauberte jedem Fan ein Lächeln ins Gesicht.

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