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eigene Wohnung : Traum von eigenen vier Wänden geht in Erfüllung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Heilpädagogium an der Ostsee ermöglicht einem jungen Paar mit Einschränkungen den Einzug in eine eigene Wohnung. Nach neunmonatiger Suche sind die beiden am Wochenende in ihr neues Heim eingezogen.

Ein Sofa und ein Tisch stehen schon im Wohnzimmer. Auch der Küchenschrank ist schon mit Tassen und Töpfen gefüllt. Für die geistig behinderten Melanie Schwieger (30) und Andreas Brüning (37) ist es die erste gemeinsame Wohnung außerhalb der Wohnstätte Domsland, in der sie bis jetzt untergebracht waren. Am vergangenen Sonnabend haben sie zum ersten Mal in den neuen vier Wänden übernachtet – und bis dahin hatten sie noch alle Hände voll zu tun, um ihre zweieinhalb Zimmer einzurichten.

Seit Juli 2013 bietet das Heilpädagogium an der Ostsee im Rahmen der Eingliederungshilfe das „Ambulant betreute Wohnen“ an. Dabei wird Menschen mit Einschränkung der Weg in ein eigenes Leben ermöglicht. Die Mitarbeiter unterstützen die Betroffenen stundenweise im Alltag und bei der Lebensplanung. In jedem Fall wird zunächst ein Hilfegespräch geführt, um herauszufinden, wo Unterstützung nötig ist. „Das Ziel ist es, die Bewohner so lange zu begleiten, sodass sie nach einer bestimmten Zeit alleine leben können“, erklärt Petra Weinekötter von der Stiftung „Leben mit Behinderung“.

Dieser Schritt zu einer eigenen Wohnung ist jedoch nicht so leicht, wie er erscheint. Viele Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen müssen bei der Wohnungssuche mit Vorurteilen kämpfen und werden nicht selten abgewiesen. Sie seien nicht in der Lage, eine Wohnung zu führen – das ist nur eine der Ausflüchte, die Manuel Schütt, Leiter des ambulant betreuten Wohnens von Vermietern zu hören bekommt. Dabei gehe ein Eigentümer nur ein sehr kleines Risiko ein. „Die Miete ist gesichert, ein Arbeitsplatz ist vorhanden und durch die ambulante Hilfe werden die Betroffenen im Alltag unterstützt“, sagt er. Wegen dieser Hindernisse sei es in Eckernförde noch schwerer, eine bezahlbare Wohnung für Menschen mit Einschränkungen zu finden.

Bei Melanie Schwieger und Andreas Brüning, die beide in der Eckernförder Werkstatt arbeiten, hat es nach neunmonatiger Suche geklappt. Im ersten Stock, gleich über den Büros der ambulanten Betreuung im Windebyer Weg 14, wohnen sie seit Sonnabend. Die beiden freuen sich schon sehr auf das Zusammenleben in den eigenen vier Wänden. „Das ist das Schönste“, sagt die 30-Jährige strahlend. Seit einem Jahr arbeitet das Paar auf diesen Moment hin. In der Wohnstätte lebten sie bereits in einer kleinen Wohnung, in der sie auf das neue Leben vorbereitet wurden. „Sie müssen lernen, den Haushalt zu führen und mit Geld umzugehen“, erklärt Schütt. Er ist zuversichtlich, dass sich die Zwei schon bald an die neue Situation gewöhnen werden. Und wenn das geklappt hat, nehmen sie sich ihr nächstes Ziel vor: Ihre Hochzeit.

> Büro und Treffpunkt im Windebyer Weg 14, Ansprechpartner: Manuel Schütt, Tel. 04351/8892694, Mail: abw@heilpaedagogium.de, Internet: www.abw-eck.de.

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erstellt am 05.Feb.2014 | 06:28 Uhr

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