Elf neue Junior Coaches : Trainernachwuchs sucht neue Herausforderungen

Die neuen Junior Coaches und ihre Ausbilder: Jasper Büßen, Johanna Hamann, Johanna Boeck, Lea-Sophie Burmeister und Mattis Wietstock (vorn v. l.); Marina Burath, Lukas Kolbeck, Sarah Eckholt, Jannek Bahr, Leonie Unruhe, Jytte Tyborski, Jana-Sophie Klein, Jörg Ballert und Gerhard Schröder (hintere Reihe v. l.).
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Die neuen Junior Coaches und ihre Ausbilder: Jasper Büßen, Johanna Hamann, Johanna Boeck, Lea-Sophie Burmeister und Mattis Wietstock (vorn v. l.); Marina Burath, Lukas Kolbeck, Sarah Eckholt, Jannek Bahr, Leonie Unruhe, Jytte Tyborski, Jana-Sophie Klein, Jörg Ballert und Gerhard Schröder (hintere Reihe v. l.).

DFB und SHFV haben weitere elf Junior Coaches an der Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde ausgezeichnet. Sie stehen nun für Schulen und Sportvereine als Trainer zur Verfügung. Das Engagement fließt ins Zeugnis ein.

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15. Juli 2015, 06:06 Uhr

Eckernförde | Sie haben 40 Lerneinheiten in einer Woche hinter sich und sind jetzt zertifizierte DFB-Junior-Coaches. Sieben Mädchen und vier Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren haben an der Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde ihren ersten Schritt auf dem Weg zum ausgebildeten Fußballtrainer im Schul- und Vereinssport absolviert. Am Montagabend erhielten die elf Jugendlichen in der Mensa am Pferdemarkt nicht nur ihre Urkunden, sondern bekamen auch viel Lob und viele gute Worte vom 1. Vizepräsidenten des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV), Gerhard Schröder, Ausbildungsleiter Jörg Ballert und Schulleiter Johann-Christoph Alsen mit auf den Weg. Die frischgebackenen DFB-Junior-Coaches stehen ab sofort für Schulen und Vereine zur Verfügung. Als Vermittler steht die Schulfußballreferentin des SHFV, Svea Lükemann, unter Telefon 0431/6486272 oder Mail s.luekemann@shfv-kiel.de bereit.

Dribbeln, flanken, passen können die Junior Coaches allesamt. Jeder Teilnehmer ist fit in Sachen Fußball. Was neu für sie ist und oft genug eine echte Herausforderung darstellt, ist das Anleiten einer Trainingsgruppe, klare Ansagen vor der Gruppe und die organisatorische und fachliche Kompetenz, die schon junge Kicker von ihren Übungsleitern abfordern. Die elf Nachwuchstrainer wissen nach dem einwöchigen Lehrgang unter Leitung von Trainer Jörg Ballert und Betreuerin Marina Burath, worauf es ankommt und wie es auf dem Trainingsplatz zugeht. Einige Teilnehmer haben die Ausbildung sogar nach ihrem offiziellen Schulabschluss absolviert. „Ihr könnt stolz auf eure Kinder sein“, rief Jörg Ballert den anwesenden Eltern zu. „Sie haben tolle Leistungen gebracht.“ Damit meinte der erfahrene Coach, der unter Gerd Schröder einst Co-Trainer beim Eckernförder SV war, vor allem die persönliche Entwicklung der Schüler. „Das war toll zu beobachten und macht dieses Projekt so wertvoll und mir so viel Spaß“, sagte Ballert.

Dass das von ihm mitentwickelte DFB-Junior-Coach-Projekt seiner ehemaligen Schule so gut eingeschlagen ist, freut den ehemaligen Konrektor der Grund- und Gemeinschaftsschule und SHFV-Vizepräsidenten Gerhard Schröder besonders. Nach dem ersten Durchgang im vergangenen Schuljahr mit 17 Teilnehmern – 14 Mädchen, drei Jungen – stellten die Mädchen mit sieben von elf Teilnehmern erneut die Mehrheit. Schröder hofft, dass die Junior Coaches den begonnenen Weg zunächst bis zur Trainer C-Lizenz weitergehen. Dafür sind 120 Lerneinheiten mit Prüfung in Malente notwendig, 30 davon werden den Junior Coaches gutgeschrieben.

Schröder sprach von einer „win-win-Situation“ für die Junior Coaches, die Schulen und die Vereine. Die jungen Trainer bekämen eine kostenlose Ausbildung, machten in ihrer Sozialkompetenz Persönlichkeitsentwicklung Fortschritte und profitierten auch durch die Eintragung im Abschlusszeugnis bei anschließenden Bewerbungen. Die Junior Coaches könnten in den Schulen Fußball AGs leiten und sich so etwas Geld dazuverdienen. Auf der anderen Seite profitierten aber auch die Schulen und Vereine von engagierten, jungen Trainern. „Lasst die Junior Coaches etwas machen!“, appellierte Schröder an Schulen und Vereine, das Angebot zu nutzen, auf die Nachwuchstrainer zuzugehen und ihnen Aufgaben zu übertragen.

Die Grund- und Gemeinschaftschule Eckernförde als eine von acht teilnehmenden Schulen im Land ist jedenfalls überzeugt von diesem Weg und bereitet derzeit eine weitere Zertifizierung für systematische Talentförderung für das neue Schuljahr vor. Dann wird sie den Titel „Stützpunktschule des Fußballs“ tragen.

Gerade in den Vereinen sei der Mangel an ausgebildeten Trainern eklatant. „Nur 25 Prozent der Trainer verfügen über eine Ausbildung“, sagte der SHFV-Vize. Da wäre es geradezu geboten, aktiv zu werden und auf den Nachwuchs zuzugreifen. Umso enttäuschender fiel die Resonanz am Montagabend aus: Von den 20 eingeladenen Sportvereinen aus Eckernförde und Umgebung war nur Stefan Meurer vom EMTV zum Info-Abend und Übergabe der Zertifikate erschienen. So ganz scheinen die Bemühungen des DFB, des SHFV, der Schulen und der jugendlichen Trainer also noch nicht angekommen zu sein, wenngleich die Grund- und Gemeinschaftsschule in Sachen Fußball eng mit dem ESV zusammenarbeitet. EMTV-Jugendtrainer Stefan Meurer zeigte sich beeindruckt von dem Weg, den die angehenden jungen Trainer eingeschlagen haben. „Wir freuen uns auf euch. Ihr seid jederzeit eingeladen, euch bei uns umzuschauen. Der EMTV steht voll dahinter und würde euch gerne auf der Reise begleiten.“

Ein Lob gab es auch für die anwesenden Eltern. Bei den anderen sieben Schulen waren die Eltern nicht dabei.

Jytte Tyborski, Jana-Sophie Klein und Johanna Boeck haben bereits erste Erfahrungen am Standort Süd der Schule beim Training mit Fünft- und Sechstklässlern sammeln können. „Das hat viel Spaß gemacht“, meinten Jytte und Jana , die gerne als Trainerteam weiterarbeiten möchten.

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