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Familiendrama in Schwansen : Tragödie in Dörphof: Mann erschießt Frau und sich selbst

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beziehungstat in der Nacht zu Sonntag: Polizei findet zwei Leichen in einer Wohnung am Karlberg. Nachbarschaft schockiert.

von
erstellt am 23.Mai.2017 | 06:48 Uhr

Dörphof | In der Schwansener Gemeinde Dörphof im Kreis Rendsburg-Eckernförde hat sich in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag eine Familientragödie ereignet. Ein Mann soll seine Partnerin und anschließend sich selbst erschossen haben. Drei Schüsse sollen gefallen sein. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht bekannt, Kripo und Mordkommission ermitteln.

Das Paar im geschätzten Alter zwischen 40 und 50 Jahren lebte nach Auskunft von Anwohnern erst seit drei Monaten in Dörphof und bewohnte die obere Etage einer kleinen Wohnanlage in der Straße Karlberg zur Miete. Die Schüsse sollen gegen 2 Uhr in der Nacht zu Sonntag gefallen sein, berichteten mehrere Anwohner. Die Leiche des Mannes, die sich im Hausflur vor der Wohnung befunden haben soll, soll allerdings erst am späten Sonntagvormittag von einem der Nachbarn entdeckt worden sein, der dann auch die Polizei alarmiert hat. Sagen wollte er dazu allerdings nichts.

Die am Montag angetroffenen Anwohner hatten die Schüsse entweder nicht gehört oder sie nicht als Schüsse gedeutet, so dass die Tat in der Nacht selbst unentdeckt geblieben war. Am Sonntagvormittag war es dann unübersehbar: Mitten in Dörphof neben der Disco muss etwas Schreckliches passiert sein – Rettungswagen, Streifenwagen und Feuerwehrfahrzeuge standen im Karlberg und in der Dorfstraße. Nachdem ein Schlüsseldienst die Wohnung geöffnet hatte, entdeckten die Beamten die Leiche der Frau.

Was den Mann zu dieser Wahnsinnstat getrieben hat, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei Eckernförde hat am Sonntag die Ermittlungen aufgenommen. Eingeschaltet sind auch die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft in Kiel. Auch am Montag waren Ermittler vor Ort, um den Tatort zu untersuchen und nähere Erkenntnisse über die Hintergründe des Dörphofer Familiendramas zu gewinnen. Öffentlich wollte sich die Mordkommission am Montag nicht äußern, weil zu dem Zeitpunkt noch nicht alle Angehörigen der getöteten Frau und des mutmaßlichen Täters und Selbstmörders benachrichtigt werden konnten. Auch die Staatsanwaltschaft gab keine Stellungnahme ab.

Nach Recherchen der Eckernförder Zeitung lebte das Paar sehr zurückgezogen und hatte nach ersten Erkenntnissen allenfalls oberflächliche Kontakte zu den Dörphofern – guten Tag, guten Weg, das war’s. Zwei Dorfbewohner beschrieben die beiden als freundlich, den anderen waren die Neubürger so gut wie unbekannt. Die Informationen flossen in Dörphof nur sehr spärlich – kaum jemand hat vom dem schrecklichen Ereignis direkt etwas mitbekommen, selbst die engsten Nachbarn am Karlberg und in der Dorfstraße nicht. Die Frau soll in einem Verbrauchermarkt in einem Ort in der Umgebung gearbeitet haben, über den beruflichen und persönlichen Hintergrund des Mannes waren keine Angaben zu bekommen. Das Paar soll im März aus Gelsenkirchen nach Dörphof gezogen sein, „um Abstand zu gewinnen“, wie ein Anwohner sagte. „Ich dachte, hier auf dem Dorf ist alles ruhig“, sagte er ein wenig irritiert. Am Sonnabendabend sei es ein wenig lautstärker zwischen den beiden zugegangen, berichtete er weiter. Eine weitere Anwohnerin sprach von einem „mulmigen Gefühl“, dass so etwas Schreckliches in unmittelbarer Nähe passieren konnte. „Das trifft einen schon, das ist nicht schön“. Woher der Mann das Gewehr oder die Pistole mit scharfer Munition gehabt hat, konnte man sich ebenfalls nicht schlüssig erklären.

Sobald alle Angehörigen informiert sind, hat die Mordkommission eine Presseerklärung angekündigt. Dann dürfte es anhand der gefundenen Spuren auch gesicherte Angaben über den Zeitpunkt der Tat, den näheren Tathergang und die Hintergründe geben. Zu klären ist auch die Frage, wie der Mann an die Waffe gekommen ist.

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