Schiff gesunken : Traditionssegler „Ninive“: Havarie im Eckernförder Binnenhafen

In der Nacht zu Donnerstag ist die „Ninive“ aus ungeklärter Ursache gesunken. Von dem knapp 25 Meter langen und fünf Meter breiten Holzschiff gucken neben den beiden Masten nur noch der Bugspriet und der obere Teil der Backbord-Reling aus dem Wasser heraus.
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In der Nacht zu Donnerstag ist die „Ninive“ aus ungeklärter Ursache gesunken. Von dem knapp 25 Meter langen und fünf Meter breiten Holzschiff gucken neben den beiden Masten nur noch der Bugspriet und der obere Teil der Backbord-Reling aus dem Wasser heraus.

Ein 25 Jahre alter Zweimaster ist am Donnerstag im Hafen von Eckernförde untergegangen. Die Ursache ist noch völlig unklar.

shz.de von
22. Januar 2015, 16:24 Uhr

Eckernförde | Der Zweimaster „Ninive“ ist im Eckernförder Hafen gesunken. Von dem knapp 25 Meter langen und fünf Meter breiten Holzschiff gucken neben den beiden Masten nur noch der Bugspriet und der obere Teil der Backbord-Reling aus dem Wasser heraus. Ansonsten befindet sich der gesamte Bootskörper unter Wasser.

An der Oberfläche hat sich ein leichter Ölfilm gebildet. Die Stadtwerke als Hafenbetreiber haben mit Hilfe von Fischer Alfred Böttcher und seiner „Anita“ (Ecke 12) eine Ölsperre um den Havaristen gelegt. Böttcher hatte zuvor noch den längsseits liegenden Traditionssegler „Samirah“ per Leine neben die „Ruth“ am Museumssteg verlegt, damit die Unglücksstelle wasserseitig zugängig wird.

Tatkräftige Hilfe leistete Fischer Alfred Böttcher, der hier eine Ölsperre setzt.
EZ
Tatkräftige Hilfe leistete Fischer Alfred Böttcher, der hier eine Ölsperre setzt.
 

Die „Ninive“ ist in die Nacht zu Donnerstag gesunken. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch völlig unklar, warum das Schiff untergegangen ist. Auf der Homepage der Hamburger Charterfirma „Sailing and more“, wurde die Ninive von 1985 bis 1989 als Replik einer sogenannten Pommerschen Jacht-Galeasse in Rickling bei Bad Segeberg gebaut. Der Verein „Jona“ habe den Bau des Schiffes als ABM und Resozialisierungsmaßnahme mit Arbeitslosen der Umgebung und Freigängern aus der JVA Neumünster durchgeführt. Die Bauaufsicht habe ein Meister der Berufsschule für Bootsbau in Lübeck geführt. Das Schiff sei in traditioneller Bauweise fast vollständig aus Eiche gefertigt worden. Die Stärke der Bordwand betrage sieben Zentimeter und die Nägel, die die Planken halten, seien eigens dafür handgeschmiedet worden.

Die Ursachenklärung des Untergangs dürfte sich bis zur Bergung der „Ninive“ hinziehen. Wann diese erfolgt, ist ebenfalls noch ungewiss. Zunächst müssen offenbar noch die Besitzverhältnisse sowie die finanziellen und versicherungstechnischen Aspekte geklärt werden. Bis dahin wird sich auch die zuständige Wasserschutzpolizei in Kappeln mit der Ursachenklärung gedulden müssen. Bei einem Holzschiff auch jüngeren Datums könne es aufgrund der Bauweise durchaus zu konstruktionsbedingten Leckagen kommen, teilte die Wasserschutzpolizei auf Anfrage mit.

Nach Auskunft der Stadtwerke liegt die „Ninive“ bereits seit über vier Jahre ungenutzt und fest vertäut an der Borbyer Pier im Binnenhafen, auf See war es seitdem nicht. Das dürfte nicht zuletzt am sanierungsbedürftigen Zustand des gerade einmal 25 Jahre alten Schiffes liegen.

Der Eckernförder Traditionsskipper Rieke Boomgaarden, Eigner mehrerer Traditionsschiffe, kennt das Schiff genau. Er war auch Mitglied des 2002 gegründeten Vereins Ninive e.V., zeitweise sogar der Vorsitzende. Ziel des Vereins war es, Jugendliche durch die Segelerfahrungen in der Gruppe in ihrer sozialen und persönlichen Entwicklung zu fördern. Boomgaarden hat auf der festgemachten Ninive und zu nach dem rechten geschaut. Zuletzt am Sonnabend vergangener Woche. „Da war alles normal.“ Boomgaarden kann sich den „mysteriösen Untergang“ nicht erklären. Seiner Kenntnis nach hat der Verein Ninive den Zweimaster 2014 an einen Hamburger Verein weiterverkauft, der die Ninive nach Hamburg überführen, dort instandsetzen und für die Jugendarbeit einsetzen wollte.

Die Stadtwerke versuchen seit Donnerstag wegen der anstehenden Bergung und Untersuchung des Untergangs Kontakt mit dem Verein aufzunehmen.

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