zur Navigation springen

abgelehnt : Tourismusinformation – Zukunft nicht gesichert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Touristikausschuss der Gemeinde Waabs lehnt eine Aufwandsentschädigung für Christina Achtert, selbstständige Betreiberin der Tourismusinformation, ab. Die Beratung für Gäste in der kommenden Saison vor Ort ist ungewiss.

WAABS 600 Urlaubskataloge hat Christina Achtert verteilt, vielen Urlaubern bei der Suche nach einem Ferienquartier geholfen und diese auch ansonsten hinsichtlich lohnender Ausflugsziele in der Umgebung beraten und viele Prospekte verteilt. 2014 hat die 49-Jährige die Tourismusinformation in der Ortsmitte von Kleinwaabs übernommen. „Mein Ziel war es immer, die Gäste in der Gemeinde zu halten“, erklärte Achtert, „die Gäste sollten erkennen, dass man sich in Waabs um sie kümmert.“ Ob sie diese Dienstleistungen, die für die Urlauber bislang kostenfrei waren, auch in dieser Saison anbieten wird, ist fraglich. Der Ausschuss für Touristik hat sich in seiner jüngsten Sitzung gegen eine Aufwandsentschädigung durch die Gemeinde ausgesprochen und eine ablehnende Empfehlung für die Gemeindevertretung beschlossen.

Christina Achtert betreibt die Tourismusinformation auf selbstständiger Basis. Grundlage ihrer Arbeit ist ein Pachtvertrag ihrer Mutter und der Café-Betreiberin mit der Gemeinde, um einerseits das Café zu betreiben und andererseits die Toiletten für die Öffentlichkeit vorzuhalten und einen Infopoint zu betreuen. „Eine touristische Beratung war nie geplant“, erklärt Elvira Brief, Ausschussvorsitzende.

Bis Ende 2013 gab es bereits eine Tourismusinformation in Waabs, betrieben durch die Ostseefjord Schlei, der die Gemeinde angehört. Diese hat die Gemeinde aufgrund zu geringer Besucherzahlen und zu hohem finanziellen Aufwand gekündigt. In ihrer Jahresbilanz vor dem Ausschuss machte Christina Achtert deutlich, dass es ihrer Erfahrung nach sehr wohl Beratungsbedarf bei den Gästen gebe. Diese kämen aber hauptsächlich nach 17 Uhr, so dass sie in der Saison 2014 stets bis 19 oder 20 Uhr vor Ort gewesen sei.

Achtert, die 2014 ein Fernstudium Tourismusmanagement absolviert hat, legt den Fokus ganz bewusst auf Waabs, seine Besonderheiten und die unmittelbare Umgebung. Denn diejenigen, die sich für Waabs entscheiden, verlangten häufig Infomaterial nur über die Gemeinde und nicht von Eckernförde oder Schleswig. Dazu gehörten beispielsweise eigene Postkarten und eine eigene Wegekarte.

Auch Elvira Brief möchte Waabs stärker präsentiert wissen. In Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Tourismusverein könne sie sich vorstellen, eine entsprechende Infomappe zu erstellen. Zu der ablehnenden Haltung des Ausschusses hinsichtlich einer Aufwandsentschädigung für Christina Achtert sagt sie: „Wenn die Gemeinde das nicht bezahlen will, will sie auch keine touristische Beratungen der Gäste vor Ort.“ Auf Nachfrage der EZ begründet Lothar Schaldach, stellvertretender Ausschussvorsitzender, den Beschluss: „Das ist ein Fass ohne Boden. Dann könnte auch der Bäcker sagen, er tue etwas für den Tourismus und müsse finanziell unterstützt werden.“

Erst vor kurzem hat die Gemeinde ihre Mitgliedschaft in der Ostseefjord Schlei bis 2019 verlängert und verzichtet damit auf jegliche eigene Werbung – das schließt auch die Herausgabe eines eigenen Gastgeberverzeichnisses ein, wie Geschäftsführer Max Triphaus auf der Sitzung betonte. Er berichtete als Gast über die Tourismusentwicklung in der Region. „Sie haben sich als Gemeinde ein Stück weit verpflichtet“, so Triphaus, der sich angesichts des Gedankens eines eigenen Gastgeberverzeichnisses erstaunt zeigte. Der Grundgedanke der Lokalen Tourismusorganisation sei es, die knappen finanziellen Mittel für die Gemeinden zu bündeln und Synergieneffekte zu schaffen.

Christina Achtert, Mitglied im Tourismusverein, hofft, dass das Thema auf der ersten Versammlung angesprochen wird. Obwohl ihr klar ist, dass der Verein die Aufwandsentschädigung nicht leisten kann.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 04.Feb.2015 | 06:23 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen