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Gross Wittensee : Tourismus boomt - nur die Betten fehlen

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Amt Hüttener Berge empfiehlt die Schaffung zusätzlicher Ferienquartiere. Überzeugungsarbeit bei Gemeinden, Bürgern und Behörden.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 07:57 Uhr

Gross Wittensee | Die Zahlen sind eindeutig. Im Jahr 2010 buchten rund 4200 Gäste über die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) ihren Urlaub in den Hüttener Bergen. Die insgesamt 24 600 Übernachtungen sorgten für einen Umsatz von etwa 578 000 Euro bei den Vermietern. 2012 waren es sogar 5400 Gäste und knapp 31 000 Übernachtungen und damit rund 827 000 Euro Umsatz. "In diesem Jahr liegen wir nach vier Monaten schon bei 4100 Gästen und 28 000 Übernachtungen", sagte Andreas Betz gestern in einem Pressegespräch in der Amtsverwaltung .

Der bisher erzielte Umsatz beträgt rund 512 000 Euro. Und das seien allein die Umsätze bei den Übernachtungen. Aber auch andere profitierten von den Gästen - der Einzelhandel, die Gastronomie sowie touristische Attraktionen. Für den Direktor des Amtes Hüttener Berge sind diese Zahlen, die kürzlich der Geschäftsführer der ETMG, Stefan Borgmann, der Verwaltung präsentierte, ein klares Signal dafür, dass der Weg, den das Amt 2010 eingeschlagen hat, der richtige war. Die Kooperation mit der ETMG und der damit verbundenen Vermarktung der Region Hüttener Berge zahle sich aus. "Das vorhandene Angebot reicht sogar nicht aus", betont Amtsvorsteher Gero Neidlinger. Vor allem Ferienhäuser und moderne Ferienwohnungen seien bei Interessenten gefragt, das werde bei den Anfragen deutlich.

Ende vergangenen Jahres ist dem Amt Hüttener Berge vom Amtsausschuss die Aufgabe Tourismusförderung übertragen worden. Der Amtsleitung ist längst klar, dass der Tourismus gerade im ländlichen Raum als Wirtschaftsfaktor erkannt werden muss. "Möglichkeiten der Einnahmensteigerung für die Dörfer sind ansonsten begrenzt", sagt Neidlinger. Die Landesplanung begrenze die Ausweisung von Gewerbegebieten, und der demografische Wandel sorge beim Steueraufkommen für Einbrüche. "Die Gemeinden müssen auf den Tourismus setzen", appelliert Neidlinger an die kommunalen Gremien, aber auch an die Einwohner, sich Gedanken zu machen, ob nicht in den Tourismus als zweites Standbein investiert werden kann. "Es gibt viele Landwirte, die auf ihren Flächen Ferienhäuser errichten können und wollen", weiß Neidlinger von vielen Ideen, um die Kapazitätsengpässe in der Hauptsaison aufzufangen. Doch hier ist die richtige Strategie für die Verwaltung gefragt, Genehmigungsbehörden zu überzeugen, die Hürden bei der Ausweisung von Sommerhäusern und Ferienhausgebieten nicht zu hoch anzusetzen. "Naturverträglichkeit vorausgesetzt", so Neidlinger. Bettenburgen wolle niemand in der Region.

Durch die professionelle Vermarktung der Region würden die Hüttener Berge auch bundesweit wahrgenommen werden, sagt Hans-Claus Schnack, Vorsitzender des Naturparkvereins. Jetzt seien alle Akteure in der Pflicht, die Chance zu ergreifen. Die Hüttener Berge würden sowohl in punkto Sport als auch für die Entspannung viel bieten. "Unsere Region ist bei den Menschen angekommen", sagt der Klein Wittenseer. Die Outdoor-Akademie auf dem Aschberg werde eine Sogwirkung entwickeln, ist sich Schnack sicher. Der Kolonistenhof biete schon jetzt ein umfangreiches und kostengünstiges Angebot für alle Altersgruppen.

Dass der Tourismus rund um die Eckernförder Bucht boomt, müsse auch der Kreis Rendsburg-Eckernförde beachten, der im Zuge der Haushaltskonsolidierung die Zahlungen von zusammen rund 50 000 Euro für den Naturparkverein und das "Redderhus" zum Jahresende 2013 beziehungsweise 2014 einstellen möchte. "Durch die Umsätze im Tourismus profitieren vor allem die Bürger", sagt Betz. Dadurch erhöhe sich die Steuerkraft der Gemeinden und damit auch der Kreis. Diese müsse erkannt werden. Die Zahlungen jetzt einzustellen, sei der gänzlich falsche Zeitpunkt.

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