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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 18:20 Uhr

Tosender Applaus für ein großes Konzert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Trio con Bio vertrat das Abegg Trio hervorragend

Premiere für das Trio con Brio aus Kopenhagen in Eckernförde. Das dänische Trio, das für das aus Verletzungsgründen ausgefallene Abegg-Trio eingesprungen war, erwies sich als Glücksgriff für die Konzertreihe Eckernförde: Der Ersatz war kein „Ersatz“, sondern ein vollgültiger Klangkörper, der sich als ein hervorragendes Ensemble vorstellte. Die Mitglieder sind Christoph Henschel (Violine), Soo-Kyung Hong (Violoncello) und Jens Elvekjær (Klavier). Sie konzertierten am Donnerstagabend in der ausverkauften Stadthalle mit Kompositionen von Joseph Haydn, Friedrich Smetana und Franz Schubert.

Das schwierigste Werk des Abends war gewiss das dreisätziges Klaviertrio in g–moll op 15. von Friedrich Smetana. Es hat einen schwermütigen Charakter, denn der Komponist hat es nach dem Tod seiner vierjährigen Tochter verfasst. Klagende Violintöne erzeugten eine traurige, gelegentlich verzweifelte Grundstimmung. An manchen Stellen klingt die Musik wie eine Auflehnung gegen das grausame Schicksal – die Kopenhagener Musiker konnten das hervorragend gestalten. Schwierige Rhythmen wechseln mit einer wunderschönen Cellomelodie – alle Spieler waren höchst gefordert. Das Allegro klang nicht ganz so schwermütig; das Trio spielte melodiös und geschmeidig. Das Finale zeigte einen großen Abwechslungsreichtum, sowohl in der Komposition als auch in der hervorragenden Interpretation durch die Kopenhagener Künstler.

Begonnen hatte das Konzert mit dem Klaviertrio Nr. 1 in G-Dur, op. 75 von Joseph Haydn. Leicht und locker musizierten die drei Künstler, zum Teil anschmeichelnd. Das Cello klang ausgesprochen sonor, und die Klaviertöne waren zeitweise wie dahingetupft. Die Violine spielte gesanglich, häufig mit strahlendem Klang. Aber auch energisch zupacken konnten die Drei, die Spielfreude war spürbar. Im ersten Satz hatte die Violine auch virtuose Passagen, die Christoph Henschel problemlos meisterte. Das Poco Adagio erklang liedhaft; mehrere gesangliche Melodien gingen durch alle Instrumente. Man erlebte ein gezügeltes Vorwärtsdrängen – eine hervorragende Gestaltung. Das Finale nahmen die Künstler in geschwindem Tempo, trotzdem wurden alle Feinheiten sorgsam ausgespielt.

Franz Schubert war im zweiten Teil des Konzertes vertreten mit dem Klaviertrio in B–Dur op. 99 (D 808). Die Künstler brachten wiederum ein nahtloses Zusammenspiel. Exquisit, wie eine Melodie durch alle Instrumente wanderte – es gab keinen Bruch. Das Publikum erlebte mit Erstaunen, wie sowohl die kräftige Akkordik als auch die sanften Passagen voll überzeugen konnten. Man erlebte Klangfülle und dann wieder ein zartes, gemütvolles Musizieren. Der Beginn des zweiten Satzes lebte von einer herrlichen Cellomelodie, die von der Violine liedhaft aufgenommen wurde – alle Spieler waren hervorragend aufeinander eingestellt. Das Scherzo erklang tänzerisch, aber auch zu Herzen gehend, ihm folgte das Final-Rondo mit seinem hüpfenden Charakter – es wurde ausgezeichnet gestaltet.

Das Publikum war begeistert. Tosender Applaus und eine schwungvolle Zugabe waren das Ende eines beglückenden Abends.

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erstellt am 18.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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