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Eckernförder Zeitung

14. Dezember 2017 | 04:11 Uhr

Lesetipps : Tolle Bücher für Jung und Alt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Britta Günther aus der Gettorfer Gemeindebücherei stellt herausragende Romane aus dem Jahr 2013 vor. Heute ist die letzte Chance noch vor den Weihnachtsferien spannende Bücher und Spiele auszuleihen.

von
erstellt am 23.Dez.2013 | 06:00 Uhr

„Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden.“, hat der deutsche Philosoph Ludwig Feuerbach einmal gesagt. Welche Bücher sie im vergangenen Jahr besonders beeindruckt haben und damit als Lektüre über die Weihnachtsferien oder auch als Geschenk unter dem Christbaum zu empfehlen sind, stellt Britta Günther, Leiterin der Gemeindebücherei Gettorf, im Gespräch mit der EZ vor.

Die Kunst des Feldspiels von Chad Harbach zählt zu Günthers Lieblingslektüre dieses Jahres. Es erzählt vom 17 Jahre alten Henry, der die perfekte Wurftechnik mit dem Baseball beherrscht, ohne es zu wissen. Er wird zufällig entdeckt, an ein College geholt und für seine Erfolge gefeiert. Doch als er eines Tages bei einem Spiel einen Wurf vergeigt und dabei jemanden verletzt, ist es aus mit seiner Wurftechnik. „Sofort nach der ersten Seite ist man drin in der Geschichte, die Protagonisten wachsen einem schnell ans Herz“, sagt Britta Günther. „Ein ganz tolles Buch – für Männer wie Frauen. Ich war richtig traurig, als es zu Ende war“, schwärmt die Bibliothekarin.

Auch Ich & Monsieur Roger von Marie-Renée Lavoie ist für sie „einfach klasse“. Die Erzählerin ist die erst achtjährige Hélène, die kein Mädchen sein will und sich deshalb Joe nennt. Um Zeitungen austragen zu können, hat sie sich älter gemacht und fühlt sich trotz ihrer drei Schwestern manchmal sehr einsam – bis in das Haus nebenan Monsieur Roger einzieht. Der 80-Jährige fasziniert mit seinen Flüchen und wird zum Schutzpatron für Hélène, über die er selbst zurück ins Leben findet. Britta Günther rät, sich Zeit für dieses Buch zu nehmen und es nicht zu lesen, wenn man den Kopf mit anderen Dingen voll hat.


Ein Roman für den Winter


Wie Vater und Sohn nach dem Tod der Mutter zu einander finden – davon erzählt Nevena von Burkhard Spinnen. Der Sohn flüchtet sich in ein PC-Spiel und lernt darüber ein Mädchen aus Belgrad kennen, mit dem er sich mailt. Als der Kontakt abreißt, bricht der Junge mit seinem Vater nach Belgrad auf, um sie zu suchen – im alten VW-Bus der Mutter. Ganz nebenbei bekomme der Leser das Szenario in der kriegsgebeutelten Stadt geschildert, ist Britta Günther fasziniert. Und es werde nachvollziehbar, warum PC-Spiele für Jugendliche manchmal so toll sind.

Als Roman für den Winter empfiehlt sie Frauen wie Männern Das Stockholm Oktavo von Karen Engelmann. Es versetzt den Leser in das Stockholm von 1789. Während in Frankreich die Revolution wütet, werden auch in Schweden Pläne geschmiedet, um König Gustav III. zu stürzen. Seine Vertraute, die Kartenlegerin Sofia Sparv, versucht alles, um seine Zukunft zu retten. Sie wählt den einfachen Beamten Emil Larsson aus, um ihr zu helfen. Die Liebe spielt ebenso eine Rolle wie die Fächerkunst. „Es wird glaubhaft versichert, dass Frauen, die diese Kunst beherrschen, auch die Weltpolitik beherrschen“, berichtet Günther mit einem Lächeln. „Es macht Spaß, das Buch zu lesen.“

Wer weniger auf politische Intrigen und mehr auf Krimins steht, wird mit Das letzte Geleit von Christiane Fux nicht enttäuscht. Er spielt in Hamburg-Wilhelmsburg und erzählt vom Bestatter Theo Matthies, dem Zweifel am natürlichen Tod der alten Anna kommen. Als die Polizei die Akte schließen will, nimmt der studierte Mediziner die Ermittlungen auf. „Spannend, witzig, ein richtig schöner Krimi, der nicht zu brutal ist“, sagt Günther.


Ein aufrüttelndes Buch


„Aufrüttelnd“ ist der Jugendroman Elefanten sieht man nicht von Susan Kreller. Die 13-jährige Mascha, die ihre Ferien bei den Großeltern auf dem Land verbringt, lernt die Geschwister Julia und Max kennen und entdeckt, dass sie zuhause regelmäßig geschlagen werden. Mit einer dramatischen Aktion will sie den beiden helfen, begibt sich dabei aber auf Abwege. Es gelingt ihr, die Erwachsenen aufzurütteln, doch nicht immer ist gut gemeinte Hilfe auch gewünscht. „Harter Tobak“, so Günther, und zugleich lesenswert.

Ein weitere Jugendroman, an dem auch manch Erwachsener seine Freude haben dürfte, ist 43 gute Gründe, warum es aus ist von Daniel Handler. Er erzählt von Ed, dem Star der Basketballmannschaft, und Min, die sich ineinander verlieben, nach kurzer Zeit aber feststellen, dass sie zu verschieden sind. Min stellt daraufhin einen Karton mit 43 Dingen vor Eds Tür, die in ihrer Beziehung eine Rolle gespielt haben. Illustriet wie dieses Buch sind auch Die ertaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt von Finn-Ole Heinrich. Hauptfigur ist Paulina, die aber wegen ihres fortwährenden Herummaulens Maulina genannt wird. Der Grund für ihren Stress: Ihre Eltern haben sich getrennt, sie muss die Schule wechseln und zieht mit ihrer Mutter in eine neue Wohnung. Die Bilder und vielen Wortspiele mit Maulen haben Britta Günther ebenso gefallen wie die Rezepte und Suchspiele, die das Buch enthält, das ganz plötzlich endet – zwei weitere sollen folgen.

Wer nun Lust aufs Lesen bekommen hat uns sich eines dieser oder der anderen Bücher in der Gettorfer Gemeindebücherei ausleihen möchte, hat dazu noch heute, am 23. Dezember, zu den Öffnungszeiten Gelegenheit. Vom 24. Dezember bis einschließlich 4. Januar macht das Team um Britta Günther dann Pause.

> buechereigettorf.wordpress.com


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