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Wissen, worauf es ankommt : Tipps zum Schutz vor Trickbetrügern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

120 Zuhörer besuchen Forum des Seniorenbeirats / Polizei informiert

Gettorf | Mit dem Thema des ersten Forums im neuen Jahr hatte der Seniorenbeirat gestern Vormittag ins Schwarze getroffen: Wie sie sich vor Trickbetrügern schützen können, wollten 120 ältere Mitbürger der Gemeinde erfahren. Polizeioberkommissar Michael Heinrich, Präventionsbeauftragter aus Eckernförde, Hans Willmer, Polizeibeamter im Ruhestand aus Altenholz, und Claudia Krieg von der Eckernförder Bank hatten einige Tipps für sie parat.

Die gute Nachricht lieferte Bürgermeister Jürgen Baasch gleich zu Beginn: Die Zahl der Einbrüche in privaten Haushalten liege bei vier bis fünf im Jahr. „Sicherer kann man nicht wohnen“, beruhigte Baasch die Zuhörer im Hotel Stadt Hamburg. Gettorf sei jedoch keine Insel der Glückseligen, machte Oberkommissar Heinrich deutlich und führte für 2013 insgesamt zwölf Einbrüche an – Tendenz steigend. Doch sei die Kriminalitätsrate für den Ort und die Nachbargemeinden im Vergleich zum Landesdurchschnitt eher gering, sagte Heinrich. Unter anderem sei das auf den Kontakt unter den Nachbarn zurückzuführen, der auf dem Land enger sei als in der Stadt. Der Rat für Kriminalitätsprävention in Schleswig-Holstein trägt dem mit einem Aufkleber Rechnung, der warnt: „Achtung, wachsamer Nachbar“. Auch machten Hunde ein Objekt unattraktiv, bestätigte Heinrich auf Nachfrage von Zuhörerin Inge Hansen. Denn Einbrecher hätten nicht nur keine Zeit – Licht und Geräusche könnten sie nicht gebrauchen, und ein bellender Hund erzeuge von den Tätern unerwünschte Aufmerksamkeit.

Während Einbrüche auch jüngere Menschen treffen, werden ältere Personen mit zunehmendem Alter Opfer von Delikten wie dem Enkeltrick, Haustürgeschäften und Betrug mit EC- oder Kreditkarte, skizzierte Willmer. Grund dafür seien zum einen Unachtsamkeit und Vertrauensseligkeit, aber leider auch Einsamkeit, so Willmer weiter. Er mahnte die Zuhörer zu grundsätzlicher Vorsicht und appellierte an sie, niemanden Fremdes in die Wohnung zu lassen. „Ihre vier Wände sind ein hohes Gut“, machte Willmer deutlich. Ob Polizisten, Pastoren oder Vertreter von Behörden – niemand müsse hereingelassen werden. „Lassen sie sich immer den Ausweis zeigen und hinterfragen sie gegebenenfalls den genannten Auftrag telefonisch bei der jeweiligen Behörde“, empfahl Willmer. Um zu verhindern, dass sich jemand ungewollt Zutritt verschafft, sei eine Kette oder ein Kastenschloss an der Tür ratsam. Im Zweifel lieber einmal mehr die 110 wählen als zu wenig. Das gilt auch für Situationen, in denen sich am Telefon Personen als Verwandte ausgeben, die der Angerufene jedoch nicht erkennt. Auf gar keinen Fall sollte Geld an eine Vertrauensperson übergeben werden, die der Anrufer dem Opfer in der Regel vorbeischicken will. Leider tun das viel zu viele Menschen, bedauerte Willmer: 434 Versuche wurden im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein registriert, 103 Straftaten mit einem Schaden von 480  000 Euro.

Genaue Obacht ist auf Handtaschen und Geldbörsen zu geben, die „äußerst beliebte Objekte“ bei Dieben sind, weiß Willmer. Die Opfer würden von einer oder mehreren Personen abgelenkt, die Täter handelten blitzschnell. Selbst aus der Gesäßtasche sei ein Portemonnaie in Sekunden entwendet – „man will es nicht glauben, aber es ist so“, warnte Willmer und appellierte an die Gäste, EC-Karte und Pin-Nummer immer getrennt aufzubewahren und bei Verlust umgehend die Servicenummer 116116 anzurufen, um die Karte bei Verlust sperren zu lassen. Claudia Krieg ging anschließend noch weiter auf Tricks bei Bankgeschäften ein. Bei Fragen hilft das eigene Geldinstitut jederzeit weiter.

Die Resonanz auf das Forum war so groß wie nie zuvor und sorgte für einen gelungenen Auftakt der Veranstaltungsreihe in 2015. Uwe Hansen, der dieses Mal mit Rüdiger Hannemann die Organisation übernommen hatte, zeigte sich „überwältigt“ von der Zahl der Teilnehmer.

Hier einige Tipps vom Rat für Kriminalitätsverhütung Schleswig-Holstein:

 

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erstellt am 18.Feb.2015 | 06:00 Uhr

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