Garten trifft Küche : Tim Mälzer fordert mehr Zeit fürs tägliche Kochen

Tim Mälzer (l.) machte es sich am Lagerfeuer der Pfadfinder aus Kropp gemütlich.
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Tim Mälzer (l.) machte es sich am Lagerfeuer der Pfadfinder aus Kropp gemütlich.

Der Gartenbaubetrieb Bech hat am Sonnabend zu „Garten trifft Küche“ eingeladen. Fernsehkoch Tim Mälzer und RSH-Moderator Carsten Kock boten auf der Bühne beste Unterhaltung.

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18. September 2017, 05:30 Uhr

„Garten trifft Küche“ – ein Motto, das auf dem Land immer noch selbstverständlicher als für Stadtbewohner scheint. Umso mehr ist es die Anregung, wieder den direkten Zusammenhang von drinnen und draußen, vom Essen, Leben und Wohlfühlen bewusst zu machen. Dazu hatte der Gartenbaubetrieb Bech in Owschlag am Sonnabend eingeladen und ein buntes Programm für Groß und Klein auf dem Gelände in der Feldstraße organisiert.

Man konnte dort Wissenswertes, Tipps und Tricks erfahren, aber auch voneinander lernen und wurde allerbestens unterhalten. Auch wenn der Zeitplan aufgrund schwieriger Verkehrsverhältnisse bei der Anreise von Fernsehkoch Tim Mälzer, Apfelkenner Meinolf Hammerschmidt und RSH-Moderator und Radiopreisträger Carsten Kock um eine Stunde verschoben und komprimiert werden musste. Der festlich-gelösten Stimmung schadete das aber nicht. Die Unterhaltung kam nicht zu kurz. Eigentlich überwog sie mit der etwa zweistündigen VIP-Gesprächsrunde in der großen Halle. Humorvoll moderiert von Micha Knierim warfen sich Tim Mälzer und der Extrem-Botaniker und Pflanzenkenner Jürgen Feder die Bälle zu: So spritzig, witzig, voller Lebenserfahrungen, geist- und lehrreich, dass weder Carsten Kock noch Micha Knierim eine Chance hatten, ihr Gesprächskonzept durchzuziehen. Tim Mälzers Offenheit und direkte, klare Worte; auch einzugestehen, wovon er Ahnung hat und wovon nicht: „Ich kann keinen Baum von einem Laternenmast unterscheiden!“ brachten ihm viele Sympathien ein.

Nachdenklich stimmte seine Erkenntnis, dass gute Bratkartoffeln wegen der vielen Handarbeit in der Herstellung das teuerste Gericht für einen Restaurantbesitzer seien. Meinolf Hammerschmidt aus Sörup, Obstexperte, Apfel- und Birnensortenkenner vom Obstmuseum aus Sörup, informierte über alte Obstsorten. Auch Bärbel Thomsen von den Landfrauen Hüttener Berge trug noch etwas zum Wandel des Alltags auf dem Land bei. Wichtig ist für sie, die Kinder so oft wie möglich in das Leben der Erwachsenen zu integrieren. So stimme der Satz „Essen wie bei Muttern“ heute fast nicht mehr. Dem stimmte auch Tim Mälzer mit deutlichen Worten zu: „Ich werde die Ausrede, habe keine Zeit zum Kochen, nicht mehr akzeptieren. Ich kaufe mir einen Hund, wenn ich was mit Dosenfutter machen will. Aber ich schaffe mir kein Kind an!“ Deutliche Worte des Fernsehkochs, für den, wie auch für Britta Thomsen, das Kochen auch eine Art Wertschätzung für die Familie darstellt.

Als Kumpel zum Anfassen präsentierte sich Mälzer am Lagerfeuer der Turmfalken-Pfadfinder aus Kropp – überhaupt war Mälzer überall und erwies sich als Publikumsmagnet: Mit drei Wagen war seine Speisewerft vertreten und versorgte die Besucher mit gezupftem Spanferkel, „Tim‘s Currywurst vom Edelschwein“ mit Pommes frites und verschiedenen Saucen. Mit dem Dithmarscher Kartoffel-Zwiebelstampf war sogar ein vegetarisches Angebot dabei. Bei seiner Signierstunde bildeten sich lange Schlangen, bei der er sich als freundlich-interessierter Dauerredner entpuppte – die hautnahe Begegnung mit dem Fernsehkoch machte viele glücklich.

Wie auch die VIP-Talkrunde, die beste Unterhaltung bot, auch mit dem „Ja-Nein“-Spiel mit Carsten Kock von RSH und informativen Gesprächen auf der großen Bühne. Gärtner Kai vom Lüdemann-Theater Kiel sorgte für viel heitere Erkenntnis über allzu menschliche, unbewusste Verhaltensweisen.

So verhalf dieser im besten Sinne unterhaltsame Tag nicht nur zu frischer Luft, sondern hatte auch noch einen guten und dauerhaften Nebeneffekt: Von jeder Eintrittskarte wurde eine Spende für das Grundschulprojekt „Mut zur Wildnis“ in Owschlag abgezweigt.

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