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Eckernförder Zeitung

24. November 2017 | 19:47 Uhr

Mehr Geld : Tierschutz: Zuschüsse verneunfacht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kreis verteilt nach Antrag der Grünen insgesamt 27 000 Euro / Eine der höchsten Einzelförderungen für Tierschutzverein Rendsburg

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2015 | 06:02 Uhr

Die Tierschutzvereine in Rendsburg-Eckernförde erhalten mehr Geld. Der Kreis erhöht die Mittel für den Tierschutz um rund das Neunfache – von 3100 Euro auf 27  000 Euro jährlich. Die Summe wird auf neun Organisationen aufgeteilt. Dort herrscht einerseits Freude über die Erhöhung, andererseits ist aber auch klar, dass das Geld hinten und vorne nicht reicht.

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatten die Erhöhung angestoßen. Dass sie auch beschlossen wurde, wertet Vorsitzender Armin Rösener als Erfolg. „Wir hätten gerne mehr beantragt, mussten aber in dem Rahmen bleiben, der durchsetzbar ist“, sagte er. Die Summe ist ihm zufolge während der Haushaltsberatungen mit den anderen Fraktionen abgestimmt worden. Die haben sich darauf geeinigt, für jeden Einwohner zehn Cent zugrunde zu legen. Bei einer Einwohnerzahl von rund 270  000 im Kreis kamen sie so auf insgesamt 27  000 Euro. Begünstigt werden die Tierschutzvereine Eckernförde, Kiel, Neumünster, Rendsburg, Schleswig, Weidefeld, die Tierhilfe Arche Noah sowie die Hundeschulen Ernst Hoff und Klaus Meyer. Diese Organisationen haben Verträge mit den Ämtern und Gemeinden im Kreis zur Unterbringung von Fundtieren. Je nachdem, wie viele Menschen in den Einzugsbereichen der Kommunen leben, wurden die Fördersummen berechnet (siehe Infokasten). Nun gab der Hauptausschuss grünes Licht für die Auszahlung.

Ausschlaggebend für die Initiative der Grünen war laut Armin Rösener ein Vorfall in Gokels vor einem Jahr. Damals seien über 70 Katzen aus einem Haushalt beschlagnahmt worden. Die zum Teil erkrankten Tiere mussten dann auf verschiedene Heime verteilt werden. „Die Vereine müssen oft ad hoc Kapazitäten zur Verfügung stellen, dafür müssen sie entsprechend ausgestattet sein“, sagte er. Ihm sei bewusst, dass alle Vereine chronisch Not leiden. Die Förderung von 3100 Euro sei mindestens seit 2003 nicht erhöht worden. „Die Erhöhung ist ein Zeichen des guten Willens, wir müssen auf absehbare Zeit mehr tun“, sagte Rösener.

Eine der höchsten Einzelförderungen erhält der Tierschutzverein Rendsburg und Umgebung mit seinem Tierheim am Duvenstedter Weg. Er hat das größte Einzugsgebiet und bekommt deshalb 7700 Euro. Eine enorme Steigerung, denn in den vergangenen Jahren waren lediglich rund 900 Euro. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagte der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Marc Nadolny. Er stellt aber auch klar: „Die Erhöhung erlaubt es uns nicht, Luft zu holen. Wir können allenfalls Löcher stopfen.“ Der Verein hatte im vergangenen Jahr Ausgaben von 165  000 Euro. Dem standen Einnahmen von rund 40  000 Euro gegenüber. Das Geld kommt von den Kommunen, mit denen der Verein Fundtier-Verträge unterhält – 50 Cent pro Einwohner. Den Rest muss Nadolny über Vermittlungsgebühren, Spenden und Erbschaften hereinholen. Am meisten Geld gibt der Verein für seine Mitarbeiter aus, das sind zehn Minijobber. „Dabei erfüllen wir noch nicht einmal die Mindestlohnanforderungen. Ohne die Mitarbeiter müssten wir aber dichtmachen, das können wir aber nicht einfach so.“ Auf seine Helfer im Tierheim hält der Vorsitzende große Stücke. „Die Mitarbeiter sind unser Kapital.“ Neben den Lohnkosten schlagen die Tierarztrechnungen stark zu Buche. Für Nadolny steht deshalb fest: „Wir müssen die Verträge mit den Kommunen nachverhandeln – wir brauchen definitiv mehr Geld.“ Die Hauptarbeit ist die Aufnahme von Fundtieren und deren Vermittlung an neue Besitzer. Für den Tierschutz müssen die Vereine aber auch unter anderem wilde Katzen kastrieren und gefährliche Hunde einfangen.

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