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Eckernförder Zeitung

24. September 2017 | 21:34 Uhr

Forum : Tierische Lebensfreude bis ins Alter

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Seniorenbeirat Gettorf zeigt positive Wirkung vom Zusammenleben mit einem Hund auf / Besuche im Tierpark von ähnlicher Wirkung

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 06:00 Uhr

„Guten Morgen, Frauchen! Aufstehen, wir wollen an die Luft gehen!“ – Inge Hansen lacht, wenn sie beschreibt, wie ihre sieben Monate alte Jona sie manchmal anstupst. Die Eurasier- Hündin liegt beim 19. Frühstücksforum des Seniorenbeirats im Hotel Stadt Hamburg brav unter dem Tisch, lauscht der Stimme ihrer Halterin. „Da hat man Verantwortung und kann morgens nicht einfach mal liegen bleiben, weil man sich nicht so fühlt“, erklärt die Tierheilpraktikerin aus Gettorf. Gemeinsam mit der Zoologin Dr. Gabriele Ismer aus dem Gettorfer Tierpark referierte sie gestern vormittag vor rund 50 Gästen zu dem Thema „(Haus-)Tiere verhelfen zu Lebensfreude und Gesundheit“.

„Ich bin bewusst keinen Tag in meinem Leben ohne Hund gewesen“, berichtet Inge Hansen. 30 Jahre lang hat sie mit ihrem Mann Uwe Hansen Hovawarts gezüchtet, nun hat die 68-Jährige sich mit der Eurasier-Hündin für ein kleineres Tier entschieden. Man müsse immer sehen, welches Tier zu einem passe und welches auch noch im Alter geeignet sei, erklärt sie. „Es soll nicht zu groß und anspruchsvoll sein. Ich muss ehrlich sein, bei der Frage, ob ich noch einen Hund ausbilden will und kann.“ Auch für den Fall, dass der Hund älter wird, als sein Halter, sollte vorgesorgt sein. Sie selbst hat mit dem Züchter vereinbart, dass Jona in diesem Fall von dort aus weiter vermittelt werden könnte.

Aber in erster Linie möchte Inge Hansen doch eines: „Ich kann nur jeden animieren, sich auch im Alter noch einen Hund anzuschaffen.“ Neben einem geregelten Ablauf bringe ein Hund Abwechslung und gute Stimmung in den Alltag: Der Plausch beim Spaziergang mit anderen Hundebesitzern oder Menschen, die sich für das freundliche Tier interessieren, aber auch die Zuwendung, wenn sich jemand allein fühlt und vielleicht Partner oder Freunde verloren hat. Der Hund kann Trost geben und helfen, Traurigkeit zu überwinden. „Menschen sind aufgeschlossener, wenn sie merken, dass da jemand ist, der sie liebt und braucht“, erklärt Inge Hansen. Über den sozialen Aspekt hinaus gebe der Vierbeiner seinem Halter ein Gefühl der Sicherheit und fördere das Selbstbewusstsein. Bewegung an der frischen Luft sei sowieso garantiert, die Zahl der Arztbesuche und der Medikamentenkonsum sinke nachweislich. Auch für die geistige Fitness und das Gedächtnis sei die verantwortungsvolle Aufgabe förderlich. „Und ein Hund gibt so viel Liebe wieder“, schließt die Tierheilpraktikerin. Für Senioren rät sie zur Anschaffung eines jungen Hundes, da ältere Tiere oftmals aus schwierigen Verhältnissen kommen. „Bei einen Welpen entwickelt sich eine enge Bindung, die durch nichts zu ersetzen ist“, schwärmt sie.

Aber nicht jeder kann oder möchte sich im Alter einen Hund anschaffen oder ist in der Lage, ein anderes Tier zu halten. Professor Roland Lauterbach, Vorsitzender des Seniorenbeirats, stellte Alternativen vor, empfahl ein offenes Auge in der Natur und verwies auf ein „einzigartiges Angebot, das hier in Gettorf besteht“ – den Tierpark.

„Vieles, was für Haustiere gilt, kann man auf die Tiere im Tierpark übertragen“, erklärte Dr. Gabriele Ismer. Die beruhigende Wirkung, wenn Vögel singen oder Jungtiere vergnügt durch das Gehege springen, sei ebenso angenehm, wie das Gefühl, das sich einstellt, wenn ein Tier sich – im Streichelzoo oder bei ausgesuchten Fütterungen – anfassen lässt. „Der körperliche Kontakt erzeugt beim Menschen tatsächlich Glückshormone“, sagte die Zoologin. Einige Besucher haben eine Patenschaft übernommen oder eine Jahreskarte und kommen regelmäßig, berichtet sie weiter. Sie bewegen sich an der frischen Luft, kennen die Tiere beim Namen und haben eine persönliche Bindung aufgebaut. „So kann man das Leben mit Tieren auch genießen, selbst wenn man kein eigenes Tier zuhause hat.“

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