zur Navigation springen

Kleintierschau : Tiere, die man zum Fressen gern hat

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kaninchen- und Rassegeflügelzüchter haben bei ihrer alljährlichen Kleintierschau ihre schönsten Tiere gezeigt.

Eckernförde | Ihre Ausstellung hat Tradition: Am Wochenende fand wieder die Kleintierschau des Kaninchenzuchtvereins U25 Eckernförde und des Rassegeflügelzüchtervereins (RGZV) Eckernförde und Umgebung in der Sporthalle des Schulzentrums statt. Voller Stolz präsentierten die Vereinsmitglieder ihre Kaninchen, Hühner, Enten, Gänse und Tauben unterschiedlichster Rassen, Größen und Farben. Viele Familien hatten die Gelegenheit genutzt und die Ausstellung besucht. Besonders die kuscheligen Kaninchen kamen bei den Kindern gut an, und sicher werden auf Drängen ihrer Sprösslinge viele Eltern an der vom Kaninchenzuchtverein vorbereiteten Infotafel gestanden haben, um sich über die Anschaffungsmöglichkeit eines Kaninchens schlau zu machen.

Viel wird nicht benötigt, um „Meister Lampe“ artgerecht zu Hause zu halten. Zuerst braucht man einen der Größe des Tieres angepassten Stall, den man sich für 30 bis 50 Euro durchaus selbst bauen kann, weiterhin Napf, Trinkflasche und Heuraufe für insgesamt zehn Euro, Heu und Stroh im Wert von 20 Euro pro Jahr und natürlich Futter. Das sollte aus Pellets, frischem Gemüse, Obst und Zweigen bestehen. Auch dafür werden keine Reichtümer benötigt. Viel wichtiger ist, dass das Tier immer einen sauberen Stall und frisches Wasser vorfindet – das verlangt dem Halter viel Disziplin ab. Somit ist es schon eine Überlegung wert, ob der Junior diesen Aufgaben gewachsen ist. Wenn die Entscheidung „pro“ ausfällt, kann man ein Kaninchen beim Züchter für 10 Euro aufwärts kaufen, zum Beispiel kräftige „Weiße Wiener“ oder zierliche lohfarbige Hasen – alles war auf der Kleintierschau zu bewundern. Dann bleibt nur noch eines: die Namensgebung. Und hier liegt der Unterschied zwischen einem Kaninchen-Halter und einem Kaninchen-Züchter. Der Züchter wird seinen Tieren keine Namen geben, denn schließlich dienen diese der Zucht oder Schlachtung.

Wer sich dem Hobby der Kaninchenzucht widmen möchte, ist beim Kaninchenzuchtverein in Eckernförde richtig. Hermann Ziesmer, Ausstellungsleiter des Vereins, freut sich über jedes Neumitglied. Er betont: „Wir leiden sehr unter Nachwuchssorgen und befürchten, dass durch die Überalterung des Vereins sogar seltene Kaninchenrassen aussterben könnten.“ Hinzu komme, dass durch bereits angekündigte Reglementierungen den Kaninchenzüchtern in Kleingartenvereinen neue Bedingungen auferlegt würden, die eine Kaninchenzucht deutlich erschweren oder gar unmöglich machen könnten. „Wenn wir“ sagt Ziesmer, „die Kleintiere nicht mehr haben, geht ein wichtiges Naturgut verloren. Dazu ist das helle Kaninchenfleisch besonders zart, bekömmlich und kalorienarm. Unsere Kinder kennen Geflügel und Kaninchen meist nur noch von der Fleischtheke oder abgepackt aus dem Supermarkt. Die Tiere an sich, auch als Fleischlieferant, sind den meisten unbekannt.“ Wer sich unter die Züchter begeben möchte, muss sich vorher genauestens informieren, ob der eigene Standort die entsprechende Erlaubnis seitens der Gemeinde erhält.

Diese Problematik ist auch bei den Rassegeflügelzüchtern bekannt, denn für die Haltung von Geflügel gibt es diese Regeln längst. Die Zucht ist nur dort erlaubt, wo es der Bebauungsplan zulässt. Außerdem ist eine Anmeldung beim Veterinäramt erforderlich. Der Vorsitzende des RGZV Eckernförde Albert Spreu betonte, dass die Ausstellung „der Bevölkerung die biologische Vielfalt präsentiert und damit eine Aufgabe für den Artenschutz von Ziergeflügel erfüllt“. Das sieht auch die Eckernförder Stadtvertretung so, die zur Eröffnungsveranstaltung am Freitag durch Bürgervorsteherin Karin Himstedt Stadtpokale für besondere züchterische Leistungen überreichte. Die Preisträger aus Eckernförde sind Jens Nielsen für seine Tauben Orientalische Roller, Jean-Luc Tennro für die Hühnerrasse Zwerg-Orpington und Lennart Bautze, der seinen Hahn über 140 mal pro Stunde krähen ließ und damit das „Hähnewettkrähen“ gewann. Den Ehrenpreis der Stadt erhielten in diesem Jahr Lars Jessen und Levien-Julian Komm für ihre prachtvollen Weißen Wiener.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen