Einsatz in Niedersachsen : THW Eckernförde sucht Lasterfahrer in der Weser

Roger Matthieu (vorne) wurde auf dem Boot von zwei THW-Helfern aus Nienburg unterstützt. Foto: THW
Roger Matthieu (vorne) wurde auf dem Boot von zwei THW-Helfern aus Nienburg unterstützt. Foto: THW

Helfer mit Sonargerät wurden angefordert. Ein Spediteur aus Holland war in den Fluss gefahren und umgekommen.

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23. Februar 2013, 07:57 Uhr

Eckernförde/Nienburg | Das Technische Hilfswerk (THW) Eckernförde ist nach Niedersachsen gerufen worden: Im Kreis Nienburg haben sich drei Mitarbeiter mit einem Sonargerät auf der Weser an der Suche nach einem Lastwagenfahrer (56) aus den Niederlanden beteiligt. Der war vermutlich in den Fluss gefahren, dabei umgekommen und bei ersten Bergungsarbeiten aus dem Führerhaus gespült worden.

Die THW-Gruppe "Wassergefahren" ist am Donnerstagmorgen zu dem Einsatz aufgebrochen. Die Eckernförder Andreas Aschendorf, Sören Profitlich und Roger Matthieu unterstützten das Landeskriminalamt Niedersachsen bei der Suche nach dem Holländer. Der selbstständige Spediteur wurde bereits seit dem 7. Februar vermisst.

Aufmerksame Mitarbeiter des Amtes für Wasserschifffahrt meldeten Anfang der Woche einen ungewöhnlichen Wellengang etwa 100 Meter stromabwärts von der Weserfähre des Ortes Schweringen. Es stellte sich heraus, dass dort ein Lastwagen auf dem Grund der Weser lag. Die Polizei ermittelt noch, wann genau und aus welcher Ursache das Gefährt versank.

Beim Versuch, den Laster am vergangenen Montag, 18. Februar, mit einem Schwimmkran zu bergen, riss das Führerhaus ab. Es fiel mit dem bereits toten Mann zurück ins Wasser. Die Helfer hatten den leblosen Körper zwar noch gesehen, doch er wurde trotz sofortiger intensiver Suche in der Weser nicht gefunden. Taucher, Feuerwehrleute und selbst ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera suchten den Mann bis Mittwoch. Dann wurde die Gruppe "Wassergefahren" des Technischen Hilfswerks Eckernförde gerufen. "Das war wohl der letzte Strohhalm, an den sich die Einsatzkräfte in Niedersachsen geklammert haben", sagte Stephan Suhr vom THW Eckernförde. Denn die Ortsgruppe ist eine der wenigen, die mit einem Sonar-Ortungsgerät ausgestattet sind. "Je nach Beschaffenheit liefert das Gerät fast fotografische Abbildungen des Untergrunds", so Stephan Suhr. Wenn etwas gefunden wird, setzt die Bootsbesatzung per GPS einen Fixpunkt und markiert ihn entsprechend mit Bojen. Nach Auswertung der Bilder können dann an diesen Markierungen von dem THW-Boot aus Taucher abgesetzt werden um die Suche fortzusetzen.

Am frühen Donnerstagmorgen begann der Einsatz, bei dem Andreas Aschendorf, Sören Profitlich und Roger Matthieu von vier ortskundigen THW-Helfern aus Nienburg an der Weser unterstützt wurden. Stromabwärts tasteten sich die Männer immer weiter fort. Sie suchten an den Stellen, an die die Strömung die Leiche gedrückt haben könnte. Der Einsatz blieb erfolglos - sie fanden den Lastwagenfahrer bis zum Einbruch der Dunkelheit am Donnerstagabend nicht. Inzwischen sind sie nach Eckernförde zurückgekehrt.

Warum der Fahrer in die Weser gefahren ist, ist noch unklar. Die Ermittler ziehen in Betracht, dass der Fahrer durch sein Navigationsgerät fehlgeleitet wurde. Seine Reaktionsfähigkeit könne aber vielleicht auch durch Krankheit eingeschränkt gewesen sein, so die Polizeisprecherin Gabriela Mielke. Es könne aber auch ein Selbstmord dahinter stecken.

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