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Faschingszeit : Textilhaus Lorenzen: Wo Hippies auf Piraten treffen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Karnevalszeit ist Hauptsaison im nördlichsten Kostümgeschäft Deutschlands. Hier werden Träume von kleinen und großen Narren wahr.

Eckernförde | Im Textilhaus Lorenzen darf jeder sein, was er will: Ob Prinzessin, Hexe, Hippie oder Pirat – hier werden Kinderträume wahr, und auch die von Erwachsenen. Hunderte von Kostümen warten hier auf Käufer: Cäsar und Kleopatra, Mozart oder Pharao, Teufel oder Engel – stets mit passenden Accessoires.

Zurzeit herrscht Hochsaison in dem Geschäft in der Kieler Straße 45 (Eingang im Schnittersgang), das vor 118 Jahren von Ernst Lorenzen gegründet wurde und noch immer in Familienhand ist. Der Rosenmontag am 8. Februar naht und damit der Höhepunkt der Karnevalssaison. Auch wenn die Norddeutschen das nicht so eng sehen. „Ich komme aus Köln“, sagt Angestellte Moni Brack. „Für mich war es merkwürdig, dass die Norddeutschen auch noch nach dem Aschermittwoch Karneval feiern.“ Bestätigung erfährt sie von außen: „Selbst unsere Lieferanten sagen, dass hier atypisch gefeiert wird.“

Das Textilhaus Lorenzen ist das nördlichste Kostümgeschäft Deutschlands. Früher einmal gab es hier auch noch Kurzwaren, Wäsche und sogar eine Bettfederreinigung, doch die Kostüme haben sich durchgesetzt. Dennoch gibt es noch immer Stoffe, Regenbekleidung, Fischerhemden sowie Teile der Arbeitsbekleidung zu kaufen, ebenso Fahnen, Flaggen und Wimpel.

„Es hat bis vor einigen Jahren noch ein Kostümgeschäft in Flensburg gegeben, aber das hat mittlerweile geschlossen“, so Regine Struck. Also kommen viele Suchende für ihr Kostüm nach Eckernförde. Moni Brack: „Erst versuchen einige, ihre Kostüme über das Internet zu bestellen, doch dann bemerken sie oft die schlechte Qualität und kommen doch wieder zu uns.“ Nur manchmal muss auch das Fachgeschäft passen. Beim Thema Superhelden zum Beispiel sieht es mau aus: „Auf die ganzen Kostüme von Verlagen werden Lizenzen erhoben, die so hoch sind, dass es sich für uns nicht lohnt“, erklärt Regine Struck. Zurzeit seien zum Beispiel Star-Wars-Kostüme gefragt, aber: „Alles Merchandising.“ Die Preise müssten so hoch sein, dass niemand bereit wäre, sie zu bezahlen. Doch das kompetente und ideenreiche Team findet immer einen Weg. Ein Umhang mit Kapuze, ein Gürtel, und schon kann die Mönchskutte zu einem Yedi-Umhang werden.

Einen Vorteil hat die Arbeit: „Die Leute gehen immer gut gelaunt aus dem Geschäft“, sagt Gabi Gödecke, die in Stoßzeiten im Laden aushilft. „Auch wenn der Kunde am Anfang noch missmutig erklärt, dass er sich für eine Party leider verkleiden müsse.“ Oft komme beim Verkleiden wieder der kindliche Spaß zum Vorschein.

Karneval ist aber nicht die einzige Saison: Zu Silvester und Halloween steigt die Nachfrage wieder. Und zwischendurch gibt es Mottopartys, Junggesellenabschiede oder das Piratenspektakel. Zurzeit ist die Nachfrage nach Rock’n’Roll-Outfits und Petticoats für die „Nacht der wilden Hilden“ am 4. Februar in der Stadthalle groß.

Das Team, das von den Kunden wegen seiner Freundlichkeit und Kreativität sehr geschätzt wird, geht jetzt auch außer Haus: Am 12. Februar findet ab 20 Uhr die große Faschingsparty im Carls auf der Carlshöhe statt. Als Service für Unentschlossene steht dabei das Team vom Textilhaus Lorenzen mit einer Auswahl an Kostümteilen und anderen Kleinigkeiten bereit. Hier können die Kostüme noch erweitern oder verändert werden. Karten für die Faschingsparty im Carls gibt es im Café Emmas im Torhaus der Carlshöhe.

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