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Attraktion : Teufelsstein wird nationales Geotop

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien zertifiziert 180 Tonnen schweren Findling in Lindau noch in diesem Jahr.

Lindau | Der Teufelsstein, ein 729 Meter hoher Berg in der hessischen Rhön im Landkreis Fulda, ist bereits ein anerkanntes nationales Geotop. Sein kleiner Namensvetter, der schätzungsweise 180 Tonnen schwerer und aus verschiedenen Mineralien bestehender Findling in Lindau, wird voraussichtlich gegen Ende des Jahres von der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien ebenfalls als nationales Geotop zertifiziert.

Diese sind in Norddeutschland dünn gesät, was landschaftsbedingt ist. Lediglich drei Stück gibt es bisher in Schleswig-Holstein: Die Insel Helgoland, das Morsum-Kliff auf Sylt und die Kalkgrube Lieth bei Elmshorn. Am Ende des Jahres werden es vermutlich fünf sein – neben dem Teufelsstein steht auch der Kalkberg in Bad Segeberg inklusive der Kalkberghöhle und dem Erdfallgebiet von Stipsdorf auf der Kandidatenliste.

Die Vorschläge für die Zertifizierung als nationales Geotop werden von den geologischen Diensten der Bundesländer unterbreitet. Bevor ein Vorschlag gemacht wird, ist er wissenschaftlich gründlich geprüft und kann daher nur noch theoretisch durchfallen. Neben dem wissenschaftlichen Wert des Geotops ist es „auch wichtig, dass jemand da ist und sich darum kümmert“, erklärt Kay Krienke vom geologischen Dienst Schleswig-Holstein. Im Falle des Teufelssteins in Lindau hat er da keine Bedenken: „Die Gemeinde weiß, was sie hat.“ Schließlich werde die Umgebung des Teufelssteins schon jetzt sehr gut gepflegt und Schilder informieren nicht nur über die wissenschaftliche Bedeutung des größten Findlings in Schleswig-Holstein. Hier können Besucher auch etwas zu der nicht ganz wissenschaftlichen Geschichte des Steins lesen, die dem Findling seinen Namen gab und die deutlich älter ist als das schleswig-holsteinische Geotopkataster.

Einst saß der Teufel auf dem Felmer Berg und ärgerte sich über den Gettorfer Kirchturm, der ihm die Sicht versperrte. Er warf einen Stein nach dem Kirchturm, streifte ihn aber nur. So steht der Gettorfer Kirchturm seit dem 13./14. Jahrhundert bis heute schief in der Landschaft – so die Legende.

Der Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsverein unter seinem damaligen Vorsitzenden Hans Sacht hatte die Idee, den Stein in Kleinformat in Gettorf aufzustellen, allerdings mit Teufel. „Da waren damals nicht alle einverstanden“, erinnert sich der heutige Gettorfer Ehrenbürger, der damals auch Vorsitzender des Kirchengemeinderates war. Er beschwichtigte die Gegner der Teufelsaufstellung auf dem Gettorfer Alexanderplatz damit, dass auf der aufgestellten Informationstafel neben auf dem Teufelsstein ein Satz besonders großgeschrieben wurde: „Dat hett uns Hergott nich tolaten.“

Ausgezeichnet wird demnächst aber nur der echte Teufelsstein in Großkönigsförde. Darauf freut sich Bürgermeister Jens Krabbenhöft (CDU). Erst kürzlich wurde der Radweg von Revensdorf nach Großkönigsförde eröffnet, mit Abfahrt zum Teufelsstein. Dieser befindet sich direkt an der Verbindungsstraße zwischen den Orten. Schon jetzt ist der Findling, der aus der schwedischen Provinz Småland stammt und den die letzte Eiszeit hier liegen ließ, ein beliebtes Ausflugsziel. Kinder benutzen ihn gerne als Kletterfelsen.

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