Tender „Main“: Von der Biskaya bis zur Straße von Gibraltar

Auf rauer See: Seit nunmehr neun Tagen ist der Tender „Main“ auf dem Weg zum Mittelmeer und passiert bald die Straße von Gibraltar.
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Auf rauer See: Seit nunmehr neun Tagen ist der Tender „Main“ auf dem Weg zum Mittelmeer und passiert bald die Straße von Gibraltar.

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26. Januar 2015, 11:24 Uhr

Seit neun Tagen ist der Tender „Main“ nun schon auf dem Weg Richtung Mittelmeer, wo er auf U 33 treffen soll und an internationalen Übungen und Manövern teilnimmt. Nach dem Auslaufen am 18. Januar führte sein Weg zunächst durch den Nord-Ostseekanal und die Nordsee nach Wilhelmshaven. Laut Korvettenkapitän Carsten Egerland wurde die Zeit auf dieser Strecke bereits genutzt, um mit ersten Ausbildungsabschnitten für die Besatzung zu beginnen. Schließlich stehe bei einer solchen Seefahrt die Sicherheit für Schiff und Besatzung immer an oberster Stelle.

In Wilhelmshaven wurden wichtige Vermessungen an dem Schiff vorgenommen, ehe der eigentliche Transit Richtung Mittelmeer begann. Zunächst führte die Route wieder durch die Nordsee, später durch den Ärmelkanal und schließlich seit gestern durch die berüchtigte Bucht von Biskaya, die sich von der Bretagne bis nach Galicien entlang der Westküste Frankreichs und der Nordküste Spaniens erstreckt und für schlechtes Wetter, starke Stürme und extremen Seegang bekannt ist.

Auch während dieser Zeit stand immer wieder die Ausbildung im Vordergrund, sei es auf den einzelnen Wachstationen wie Brücke und Technischem Leitstand oder aber bei weiteren Übungen wie „Feuer im Schiff“, so Carsten Egerland. Schließlich gehe es auch darum, die „Neuen“ möglichst zügig und reibungslos in die Besatzung zu integrieren und ihnen das nötige Handwerkszeug beizubringen. Dabei habe sich einmal mehr die hohe Motivation und Leistungsbereitschaft der gesamten Besatzung gezeigt. Die neuen Mitglieder seien nicht müde geworden, Fragen zu stellen und alles eifrig in sich aufzusaugen. Die „alten Hasen“ waren derweil mit gleichem Eifer dabei, jederzeit einen bunten Strauß an Ausbildungsinhalten zu vermitteln, berichtet der Korvettenkapitän.

Die Wetterbedingungen für die Biskaya waren zunächst nicht all zu rosig, sprach der Wetterdienst doch von Wellen zwischen drei bis vier, in Spitzen bis zu sechs Metern. Doch durch genaue Wetterbeobachtungen und aufmerksames Studieren der Vorhersagen sei es jedoch gelungen die Routenplanung so anzupassen, dass sich die Wellen bei Eintritt in die Bucht von Biskaya bereits erheblich abgebaut hatten. Die Besatzung wurde mit fast frühlingshaftem Wetter mit Luft- und Wassertemperaturen um die zehn Grad und den ersten Sonnenstrahlen belohnt. Die leichte Atlantikdünung sorgte zwar immer noch für ein beständiges und sanftes Rollen des Schiffes, doch wer schon länger dabei ist, der wusste: Es hätte deutlich schlimmer kommen können. „Für die Biskaya ist das ruhiges Wetter“, schreibt Carsten Egerland.

Für einige Besatzungsmitglieder bedeutete dies jedoch auch, zu spüren, wenn „Seebeine wachsen“. Hatte das Schiffslazarett in den ersten Tagen noch regelmäßig Besuch von seekranken Besatzungsangehörigen, so wurden die Besuche bei den meisten wieder weniger. Nach über einer Woche steuert der Tender „Main“ nun dem nächsten Höhepunkt der Fahrt entgegen – der Passage der „Straße von Gibraltar“, der Meerenge, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet und als „Tor zum Mittelmeer“ bezeichnet wird.

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