Eckernförde intern : Tempowechsel und Ostland-Prüfung

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24. Januar 2015, 06:29 Uhr

Die mehrstündige Unterredung zwischen Bürgermeister Jörg Sibbel und der Hamburger Niederlassungsleiterin der Deutschen Bahn hatte offenbar durchschlagende Wirkung. Die Bahn will jetzt bis Ende März – 15 Monate später als geplant – ein Wertgutachten für das Bahnhofsgebäude mit einem Kaufpreisangebot für die Stadt Eckernförde vorlegen. Das ist doch endlich mal eine Aussage. Und die wird eingehalten werden müssen, sonst platzt die ganze Nummer am Ende nämlich doch noch. Unter dem Strich ist natürlich viel zu viel Zeit verplempert worden, aber immerhin ist diese nun doch recht kurzfristige Festlegung von zweieinhalb Monaten bis ultimo als Erfolg zu werten werden, ist man doch von der Bahn ganz andere Planungszeiträume gewohnt.

Und es könnte sogar noch besser kommen. Denn es könnte sein, dass sich das geplante Kino-Projekt als preismindernd auswirkt, weil die Bahnexperten offenbar der Meinung sind, dass mit Kino kein Geld zu verdienen ist und der Kaufpreis deshalb geringer sein müsse als beim Bau einer rein auf Kommerz ausgerichteten Shopping-Mall. Das möchte man der lieben Bahn natürlich nicht ausreden – sie hat ja so recht.

Wir alle sind gespannt auf den Kaufpreis und natürlich darauf, ob die Bummelbahn es nach so langer Sondierungsphase tatsächlich schafft, ein Wertgutachten innerhalb von nur zweieinhalb Monaten plötzlich im Transrapid-Tempo zu erstellen.

Da ist Eckernförde dem Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes ja gerade noch mal vom Buchdeckel gehopst. Man stelle sich nur mal vor, die Zufahrt der drei Borbyer Märkte in der Ostlandstraße wäre tatsächlich mit einem monströsen, 400  000 Euro teuren Kreisel geregelt worden. Oder einer ebenfalls teuren Mischverkehrsfläche, die zudem für Chaos auf der Verkehrsfläche gesorgt hätte, weil dann keiner mehr gewusst hätte, wer sich wie zu bewegen hat. Irgendwie lustig, wie der städtische Tiefbauexperte Axel Sperber im Bauausschuss seine drei Alternativen vorstellte, um sie dann gleich wieder als rechtlich nicht zulässig oder finanzielles Abenteuer – um das Wort Unfug zu vermeiden –, zu verwerfen. Aber ein Prüfauftrag verlangt nun mal Recherche und Alternativen, koste es was es wolle.

Einer kritischen Prüfung sollte man vielmehr der Neupflasterung der Fußgängerzone und der angrenzenden Plätze unterziehen.

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