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Jazz im Medborgerhus : Tempo, Spaß, Atmosphäre

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Supersympathisch und eine wunderschöne Stimme: Kira Martini aus Kopenhagen kam mit ihrer Jazzband ins Medborgerhus.

Eckernförde | Kira Martini aus Kopenhagen brauchte nur den ersten Ton von „Careless Love“ anzustimmen und ihr Publikum wusste: Dieser Abend wird toll. Nicht voll, aber toll. Die supersympathische Sängerin, die der Dauerregen am Freitagabend zusammen mit Mads Søndergaard (Piano), Joel Illerhag aus Schweden (Bass) und Morten Ærø (Schlagzeug) ins Eckernförder Medborgerhus gespült hat, legt los mit Windstärke 6, in Böen.

Die schmale zierliche Person verfügt über eine wunderschöne Stimme, die sich sowohl im Jazz als auch im Blues ganz und gar zuhause fühlt. Nach einer Zeit in Brasilien beherrscht sie außerdem die portugiesische Sprache und mit ihr eine Menge der schönsten brasilianischen Lieder, ob vom charismatischen Caetano Veloso oder eigene Stücke – der wunderbar weiche Bossagroove wird nie nicht willkommen sein.

Sie schlendert anmutig durch die Stücke, begleitet von drei unheimlich gut gelaunten Musikerkollegen, mal greift der Mann am Piano zum Akkordeon; der Funke ist längst übergesprungen, das Publikum atemlos bis andächtig. Nie aber vergisst es, kleine Soloausreißer auf der Stelle mit Applaus zu honorieren – und das zunehmend frenetisch. Diese Stimme, klar wie Milchglas, weich wie Butter – sie swingt, groovt, lächelt und macht so einen Spaß.

In „Cheek to cheek“ da tuckert es los, Drums und Piano fahren den Zug an, es geht bergab, federleicht und voller Leben. „Heaven, I’m in heaven“ – genau! Drummer und Bassist starten ein freches Soundduell, jeder hat hier das letzte Wort, ein breites Lächeln bei Morten Ærø unterstreicht den Spaß, den auch die Musiker haben. Das Publikum sitzt sowieso mit Dauergrinsen da, betört von dem, was es hier und heute zu hören kriegt. Eine folkige Nummer, ein Stück von Louis Jordan, ein anderes von Oscar Peterson, ein einziges Stück auf Dänisch – Kira Martini fühlt sich wie ein Fisch im Wasser da vorne, so natürlich und unglaublich – wir wiederholen uns – supersympathisch kommt sie rüber. Genau wie ihre Band.

In der Pause fassen Birgitta Reimers und Richard Scheibel aus Eckernförde zusammen, wie sie den Abend erleben: „Sie hat so eine Ausstrahlung, ist entspannt, hat Spaß dabei. Es kommt so eine Leichtigkeit rüber.“ Scheibel kann das nur bestätigen: „Was mich am meisten anspricht – dass die Vier Atmosphäre rüberbringen. Ich kann nix anderes sagen – wir haben hier heute Musik.“

Weiter geht es mit viel Tempo, viel Spaß, viel Atmosphäre, es geht in die Basin Street nach New Orleans, nach Brasilien zu Ebbe und Flut. „The Tide“ gibt dem Wasser eine Melodie, dem glitzernden Schaum am Strand akustischen Glanz. Nicht nur die Musiker können funky, melancholisch oder jazzig-entspannt, auch das Publikum kann alles: atemlos lauschen. Begeistert klatschen. Soli honorieren. Es kann zurücklächeln und den Abend genießen. Total. Einem gesungenen „I do believe it’s time to say goodbye“ folgt ein gedachtes ‚Ach nööö’. Aber dann diese Lyrics zur überraschenden Michael-Jackson-Extranummer „I want you back“: „We really want to come back to Eckernförde!“ Oh jaaaa, klar – bitte! Immer. Bald.


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