Eckernförde : Telekom-Ärger: Keine Angst vor dem Anwalt

Funkstille: Das Ehepaar Benedict konnte drei Monate lang nicht telefonieren. Foto: Peters
Funkstille: Das Ehepaar Benedict konnte drei Monate lang nicht telefonieren. Foto: Peters

Dies ist die Geschichte eines Ehepaars, das einen Fehler begangen hat: Es ist umgezogen und dachte, dass es auch im neuen Haus bald telefonieren kann. Doch da hatte es die Rechnung ohne die Telekom gemacht.

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15. März 2012, 12:43 Uhr

Eckernförde | Der Spaß beginnt im September 2011. Das Ehepaar Benedict zieht von Hamburg nach Eckernförde, die Telekom - jahrelanger zuverlässiger Partner - bietet ihren Umzugsservice und einen neuen Tarif an. Am 5. Oktober soll die Verbindung stehen.
Doch nichts geschieht. Auf Anfrage heißt es unter der Kunden-Hotline, dass alles in Ordnung sei, eventuell Fehler bei der Installation gemacht worden seien. Doch auch der Installateur beteuert, alles richtig gemacht zu haben. Was folgt, sind zahllose Anrufe bei der Hotline über das Handy. "Wir mussten schon drei- oder viermal anrufen, um jemanden zu finden, der überhaupt zuhört", erinnert sich Rainer Benedict. "Alle anderen sagten nur immer wieder, dass alles in Ordnung ist." Irgendwann bekommt ein Ansprechpartner heraus, dass für den Anschluss gar keine Nummern freigeschaltet sind. "Immerhin funktionierte ab dem 18. Oktober das Internet", so Benedict.
"Da wird die Geburtshilfe vom Beerdigungsunternehmer durchgeführt"
Es folgen weitere Anrufe. "Alle, die tiefer in dem Thema steckten, sagten uns, dass sie uns nicht viel Hoffnung machen könnten. Da wird die Geburtshilfe vom Beerdigungsunternehmer durchgeführt." Das Spiel zieht sich bis in den Dezember hin. Bis Rainer Benedict der Kragen platzt und mit Nachdruck einen Techniker anfordert. Der kommt dann auch. "Der T-Punkt in Eckernförde war wirklich sehr bemüht", so Benedict. "Der Techniker bekam dann heraus, dass der Anschluss mit einer Sperre belegt war, die er aber nicht aufheben konnte." Kurz vor Weihnachten soll dann das Problem gelöst werden, doch wieder funktioniert nichts.
Am 6. Januar dann kündigt das Ehepaar fristlos wegen Nichterfüllung des Vertrags. Die Antwort kommt eine Woche später: Die Kündigung wird ohne Angabe von Gründen nicht anerkannt, sondern auf Erfüllung des Vertrages bis 2013 hingewiesen. Die Benedicts heben daraufhin ihre Einzugsermächtigung auf, was eine erste Mahnung zur Folge hat, die das Ehepaar zum Lachen bringt: In ihr heißt es, dass sich das Unternehmen vorbehalte, bei Nicht-Bezahlung seine Leistungen einzustellen und gegebenenfalls die Verträge fristlos zu kündigen. Erika Benedict: "Genau das wollten wir ja."
"Man darf keine Angst davor haben, einen Anwalt einzuschalten"
Erst als das Ehepaar einen Anwalt einschaltet, bewegt sich etwas. Im Februar heißt es in einem Antwortschreiben: "Wir haben die Unterlagen geprüft und festgestellt, dass Herr Benedict den Anschluss seit Bereitstellung nicht nutzen konnte. Wir bedauern die daraus entstandenen Unannehmlichkeiten und stimmen einer Kündigung zu." Und weiter: "Wir hätten Herrn Benedict diese Unannehmlichkeiten gerne erspart, können es allerdings nicht mehr rückgängig machen." Auch die entstandenen Anwaltskosten verspricht das Unternehmen zu begleichen - auf die Aufforderung des Anwalts hin.
Zu diesem Zeitpunkt haben die Benedicts schon längst einen Anschluss bei einem anderen Anbieter - innerhalb von wenigen Tagen. Die Ereignisse haben ihnen eines gezeigt: "Man darf keine Angst davor haben, einen Anwalt einzuschalten", so Rainer Benedict. "Sonst machen die mit einem, was sie wollen."

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