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Eckernförder Zeitung

20. September 2017 | 09:27 Uhr

Technik und weltweite Kommunikation

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Funkamateure treffen sich in der Stadthalle / Weltweite Verständigung möglich / Nachwuchs besonders im Blick

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2016 | 06:24 Uhr

Eckernförde | Einmal im Jahr funkt es so richtig in der Stadthalle. Beim Schleswig-Holstein Treffen des Deutschen Amateur Radio Club (DARC) wird die Stadthalle zum Basar der Amateurfunker aus allen Regionen Schleswig-Holsteins, Hamburgs, den Niederlanden und Dänemarks. Rund 300 interessierte Besucher nutzten das Angebot am vergangenen Sonnabend, um sich zu informieren, Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen, in den Flohmarktartikeln zu stöbern und Neuheiten zu erkunden. Distriktsvorsitzender Rolf Heide freute sich sehr über die Besucherzahl: „Es zeigt, dass immer noch großes Interesse am Amateurfunk besteht, ein besonderes Augenmerk haben wir auf den Nachwuchs, durch unsere Aktionen und dem Bastelstand wecken wir das Interesse an Technik. Viele Jugendliche haben dadurch auch ihren Berufsweg ausgerichtet. Amateurfunker sind Leute, die sich gerne austauschen und kommunizieren.“

Die Geschichte der drahtlosen Funktechnik ist erst etwas mehr als hundert Jahre alt. 1888 gelang es dem deutschen Physiker Heinrich Hertz zum ersten Mal, elektrische Schwingungen zu erzeugen und in einiger Entfernung wieder zu empfangen. 1897 begann die Geschichte der „Telegrafie ohne Draht“. Mit der Erfindung der Elektronenröhre als Verstärker begann 1923 die rasante Entwicklung der drahtlosen Funktechnik bis hin zur Unterhaltungselektronik Rundfunk und Fernsehen.

„Amateurfunk wird nie langweilig, man kann auf der ganzen Welt miteinander kommunizieren“, erzählt voller Elan Roman Heidloh (34) aus Güstrow. Er ist extra für diesen Tag angereist und freut sich über einige Schnäppchen, die er auf dem Flohmarkt gemacht hat. Am Basteltisch sitzt Maximillian Rackwitz (6) aus Götheby Holm, gemeinsam mit Opa Knut – ein passionierter Schiffsfunker –, bauen sie unter der Anleitung von Lutz Ciliax eine Taschenlampe. Sorgfältig und ganz aufmerksam wird gelötet und gelötet, bis am Ende die strahlenden Augen von Maximillian und sein begeisterte Ausruf „Es funktioniert echt, guck mal, die Lampe leuchtet!“ den Erfolg verkünden. Sehr zum Vergnügen von Lutz Ciliax. Seit 46 Jahren ist er Amateurfunker mit der Lizenznummer: DK4LV, seit sechs Jahren engagiert er sich für die kleinen Besucher: „Es ist nicht immer einfach, denn das Verständnis beim Umgang mit dem Lötkolben und die Feinmotorik sind nicht bei jedem Kind vorhanden, viele sind zu ungeduldig.“ Rolf Heide (DL1VH) berichtet, dass auch einige Schulen mit dem Projekt AATIS dem Amateurfunk öffnen und es im Technikunterricht einbinden, wünschenswert wäre es, wenn sich diese Lust auf Technik und aufs Funken weiter verbreiten würde. An dem Stand von Mathias Grimm aus Kiel (DL4LBY) herrscht großes Interesse an HAMNET, Highspeed Amateurradio Multimedia Network, ein Breitband IP Netzwerk im Amateurfunk. „Wenn es auch wie ein eigenes Internet aussieht, ist es keines“, erklärt Mathias Grimm. „Es sind eigene Sendetürme mit Verbindungsmöglichkeiten nur für Funkamateure.“

Der DARC hat im Distrikt Schleswig-Holstein 1000 Mitglieder, bundesweit sind es 36  800. Schulen können sich bei Interesse gerne an Rolf Heide, Telefon 04642/922655, wenden.

>Weitere Informationen: www.DARC.de


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