Teambildung und Abgesang

porträt kühl 1

von
13. Juni 2014, 11:15 Uhr

Warum ist eigentlich vom DFB und der Deutschen Marine noch niemand darauf gekommen? Team bildende Maßnahmen stehen ja bei Nationaltrainer Jogi Löw hoch im Kurs. Seine Berater schauen bei der Sichtung in Frage kommender Projekte aber nur nach Süden, und dort landen die Nationalspieler dann als Co-Piloten in schnellen Autos auf unzureichend abgesicherten Straßen, die Folgen sind bekannt. Ein Blick in den hohen Norden hätte den Scouts unter Umständen eine einmalige, weitaus spannendere und gleichzeitig ungefährliche Möglichkeit der Teambildung noch vor der Fahrt ins südtirolische Trainingscamp bieten können: eine Fahrt in dem modernsten U-Boot der Nato. Nachfragen beantworten die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens und Johann Wadephul gerne, die jüngst einer Tauchfahrt mit U 33 durch die Eckernförder Bucht beiwohnten und hinterher sowas von begeistert waren. Man stelle sich vor: „Poldi“ in der OPZ, „Schweini“ am Periskop und „Jogi“ im Torpedorohr, und das Ganze im fliegenden Wechsel, damit die ganze Truppe weiß, wie sich das Ab- und Auftauchen anfühlt und wie man auf engstem Raum jedem Tackling aus dem Weg geht. Und hinterher Nahkampftraining mit den Kampfschwimmern und Tandemsprünge aus dem Seaking-Hubschrauber.

Das hätte das Team so richtig zusammengeschweißt und vorangebracht Wenn es also nichts wird in Brasilien, wissen wir zumindest warum.

Heimlich still und leise läuft sie aus, die Realschule. Die Schulform, die den (noch) Nicht-Ganz-Gymnasiasten das nötige Rüstzeug für eine anschließende erfolgreiche weitere Schul-, Uni- und Berufslaufbahn mit auf den Weg gegeben hat. Im Rückblick zählen nicht die auch dort vorhandenen Versäumnisse und Mängel, sondern die lange Phase der am realen Leben ausgerichteten, verlässlichen Bildungs- und Wertevermittlung. Im Falle der Gudewerdtschule (die heutige Grund- und Gemeinschaftsschule) waren das 61 Jahre – kein Pappenstil. Solange muss sich eine Schulform erst einmal behaupten.

Vom lange verbindlichen klassischen dreigliedrigen Bildungssystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium sind nur noch die „Oberschulen“ übrig geblieben. Wer weiß, wie lange noch.

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