Preiserhöhung : Taxi-Fahrten werden ab 1. Februar teurer

Tariferhöhung: Kunden müssen für Taxifahrten im Kreis Rendsburg-Eckernförde künftig tiefer in die Tasche greifen.
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Tariferhöhung: Kunden müssen für Taxifahrten im Kreis Rendsburg-Eckernförde künftig tiefer in die Tasche greifen.

Verwaltung hält die Forderung nach einer Tarifsteigerung um bis zu 29 Prozent für überhöht / Preise nun um zwölf Prozent angehoben

shz.de von
09. Januar 2015, 06:22 Uhr

Eckernförde | Wer ab dem 1. Februar in ein Taxi steigt, muss für die Fahrt tiefer in die Tasche greifen. Das geht auf die Tariferhöhung zurück, die der Kreis Rendsburg-Eckernförde jetzt beschlossen hat. Demnach werden die Preise um durchschnittlich zwölf Prozent angehoben. Anstoß für die Anpassung war ein Antrag des Landesverbandes des Taxi- und Mietwagengewerbes, die Tarife wegen des am 1. Januar eingeführten Mindestlohns zu erhöhen. Darin hatte der Verband jedoch eine Steigerung um bis zu 29 Prozent gefordert. Das hält die Verwaltung jedoch für überhöht.

Ende September vergangenen Jahres hatte der Verband den Antrag auf Änderung der Verordnung über Beförderungsentgelte gestellt. Durch die Steigerung der Fahrpreise sollten die Mehrkosten durch den gesetzlichen Mindestlohn ausgeglichen werden. In der Branche wurden in vielen Fällen geringere Stundensätze als die nun festgeschriebenen 8,50 Euro bezahlt. Dadurch entstehen den Unternehmen Mehrkosten. Um kein Personal entlassen zu müssen, wurde die Fahrpreis-Erhöhung beantragt. Im Mittel ergab sich eine Forderung von etwa 25 Prozent. Der Kreis hält eine Erhöhung zwar auch für „wirtschaftlich angezeigt“. Doch die Verwaltung hat neben den 44 Taxiunternehmen auch die Ämter befragt. Daraus sei hervorgegangen, dass sich die Forderungen des Verbandes in zu hohen Preisen bei den langen Fahrtstrecken auf dem Land niederschlagen würden, heißt es in einer Stellungnahme des Kreises. Deshalb orientiere sich die Verwaltung nun an dem moderateren Tarifvorschlag der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. Der berücksichtige Betriebskostensteigerungen, Mehrkosten durch den Mindestlohn und ermögliche eine Angleichung an die Tarife in den anderen Kreisen der Region. Für eine drei Kilometer lange Strecke müssen Fahrgäste ab dem 1. Februar 8,70 Euro bezahlen. Vorher waren es 7,80 Euro. Wäre der Kreis dem Antrag vollständig gefolgt, hätten Kunden 9,70 Euro berappen müssen. Bei 15 Kilometern fallen 30,30 Euro an, vorher 25,80 Euro (laut Antrag: 31,30 Euro).

Der Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe lässt kein gutes Haar an der Regelung. Der Vorsitzende Thomas Krotz beklagt, dass der Antrag so „drastisch heruntergerechnet“ wurde. „Die Unternehmer vor Ort wissen doch am besten, welche Preise sie nehmen können“, sagte er. Er befürchtet, dass nun noch mehr Taxifahrer entlassen werden müssen, als vor der Einführung des Mindestlohns bereits passiert sei. Ihm zufolge sorge die neue Verordnung dafür, dass Taxis auf dem Land künftig nicht mehr so schnell verfügbar sind. Die ersten Unternehmer haben Krotz zufolge bereits angekündigt, den Dienst an verkehrsarmen Zeiten am Wochenende einzustellen.

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