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Eckernförder Zeitung

17. Oktober 2017 | 11:54 Uhr

Neue Krippe : Tauziehen um Träger

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

WgO und Gemeinde ringen um Modell für neue Krippe / Wählergemeinschaft setzt sich durch

von
erstellt am 19.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Die Entscheidung ist gefallen: Die Trägerschaft für die neue Krippe im Ort übernimmt die Gemeinde. Die Vertreter von SPD und WgO setzten sich gegen den Vorschlag der CDU durch, die Trägerschaft gleichberechtigt auf Kirche und Gemeinde zu verteilen, die jede seit vielen Jahren eine Kita in der Gemeinde betreiben.

Eben weil die Eltern seit 20 Jahren die Wahl zwischen den in der inhaltlichen Arbeit verschieden ausgerichteten Kitas haben, wünschte sich die CDU diese Möglichkeit auch für die neue Krippe. Während die Kirche mit ihrer derzeit dritten, altersgemischten Gruppe in den Neubau ziehen würde und zwei Gruppen für Kinder ab drei Jahre behielte, würde auch die gemeindliche Kita Rappelkiste zwei Regelgruppen neben der neuen Krippengruppe anbieten, so dass beide jeweils auf insgesamt drei Gruppen kämen, erläuterte Wolfgang Radke. Die Kirche habe der Umwandlung der altersgemischten Gruppe in eine Krippengruppe zugestimmt, was bis zu 90 000 Euro Personalkosten im Jahr spare – nur für die gemeindliche Krippengruppe müsste neues Personal eingestellt werden, hob Radke hervor. Damit würden auch die Eltern entlastet, die über die Gebühren mit 30 Prozent an den Betriebskosten der Betreuungseinrichtungen beteiligt werden. „Ich appelliere an die Vernunft in der Runde und werbe für das paritätische Modell“, schloss Radke.

„Finger weg von diesem Ansatz. Er ist nicht realisierbar und nicht zu verantworten“, konterte Bürgermeister Joachim Iwers (WgO). Das von der CDU skizzierte Modell sei „unheimlich idealisiert“ und „ein Exot“, den es so in ganz Schleswig-Holstein noch nicht gäbe. Eine Nutzung durch zwei verschiedene Träger hätte bei der Planung des Gebäudes, für das die Arbeiten bereits begonnen haben, berücksichtigt werden müssen – ist es aber nicht. Es gebe nur einen Eingang, eine Halle, ein Büro. Unabhängig davon, ob der Kreis dafür überhaupt eine Genehmigung erteilen würde, seien die Probleme im Alltag vorprogrammiert, ist Iwers überzeugt. Da man zudem nicht wisse, ob der derzeit von Eltern signalisierte Bedarf an 23 Plätzen tatsächlich eintrete, müsse der Betrieb unter Umständen den Erfordernissen angepasst werden. „Und das geht nur, wenn wir das Zepter in der Hand halten und die Gemeinde Träger ist“, argumentierte Iwers für das Modell der WgO. Das sieht zwei Regelgruppen in der Kita „Rappelkiste“ vor, die zwei Gruppen für jeweils zehn Kinder im Neubau etabliert, während die Kirche in ihrer „Pusteblume“ ebenfalls zwei Gruppen für Kinder ab drei Jahre plus die altersgemischte Gruppe, in der auch jüngere Kinder einen Platz haben, behält. Mehrkosten entstünden hier nicht, da zunächst mit nur einer Gruppe gestartet werde – mit der zweiten, wenn die Plätze tatsächlich gebucht sind. Außerdem dürfe nicht vergessen werden, dass auch die Gemeinde Noer mit im Boot sitzt, die sich mit 20 Prozent an den nicht-förderfähigen Kosten der Krippe beteiligt und dafür ein Anrecht auf vier Plätze hat. Die dann in Kirche und Gemeinde zu trennen, hielt Iwers für nicht praktikabel.

Ein exotisches Modell sei einst auch das Gymnasium mit Realschulteil in Gettorf gewesen, erinnerte Katrin Albrecht (CDU). Heute gäbe es fünf davon im Land. Sicher sei mit zwei gleichberechtigten Trägern mehr abzusprechen als mit einem, „aber es ist machbar“, stellte Albrecht fest. „Es wäre unser Wunsch, dass es so ginge“, räumte Bernhard Wölki (WgO) ein. Seine Fraktion habe Pro und Contra des Modells gegenübergestellt – die Gegenargumente überwogen. Den Eltern bliebe nach der Krippenzeit noch immer Gelegenheit, sich zwischen kirchlicher und kommunaler Kita zu entscheiden, sagte Wölki weiter. Das sah Wolfgang Radke anders: „Mit einer gemeindlichen Krippe graben wir der kirchlichen Kita den Nachwuchs ab.“

Mit acht Ja- und fünf Nein-Stimmen wurde schließlich das Modell der WgO auf den Weg gebracht.

 

 

 

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