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tausch von talenten : Tauschring ist scharf geschaltet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anbieter und Nutzer von Zeit und Talenten sind gefragt: Eine Stunde umgraben gegen eine Schwarzwälderkirsch-Torteoder eine Wand streichen gegen die Zubereitung eines Drei-Gänge Menues.

Eine Stunde umgraben gegen eine Schwarzwälder-Kirschtorte, eine Wand streichen gegen die Zubereitung eines Drei-Gänge Menues, Fahrradflicken gegen einen Text für die Hochzeitszeitung – nur drei Beispiele, wie der neue Eckernförder Tauschring des Familienzentrums Eckernförde der Kirchengemeinde Borby funktionieren kann. Talente sind gefragt, und das im wahrsten Sinne des Wortes: Jedes eingetragene Tauschring-Mitglied setzt seine Talente für andere ein und bekommt dafür pro eingesetzte Stunde 20 Talente auf seinem Zeitkonto gutgeschrieben, mit denen er wieder andere Dienstleistungen im Sinne von Nachbarschaftshilfe für sich in Anspruch nehmen kann. Das Konto sollte 200 Talente nicht überschreiten, es kann sogar ein Kredit bis zu 100 Talenten genommen werden. Alle Arbeiten sind gleichwertig, anfallende Materialkosten müssen vom Auftraggeber getragen werden. Am Mittwochabend fand die Gründungsversammlung unter der Leitung von Pastor Rainer Kluß und dem erfahrenen „Tauschbörsianer“ Peter Höninger im Saxtorfer Weg 18b statt. 20 Interessierte, darunter ein Herr, hatten sich eingefunden.

„Der Tauschring arbeitet nicht gewinnorientiert, er lebt vom Geben und Nehmen von Zeit. Niemand soll durch den Tauschring seine Arbeit verlieren. Er ermöglicht es Menschen, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Es wird kein Gewerbe betrieben, es handelt sich vielmehr um Nachbarschaftshilfe. Das Tauschen ist nicht steuerpflichtig“, haben die Initiatoren ausdrücklich in die Info-Broschüre geschrieben. Damit wird klargestellt, dass es keine gewerblichen Interessen verfolgt oder unterstützt werden und sich alles im Rahmen von gegenseitiger Hilfe und Unterstützung bewegt. Die Tauschbörse sei Vermittler, die Tauschgeschäfte selbst einschließlich aller Haftungs- und Versicherungsfragen hätten die Tauschpartner untereinander zu regeln, erklärte Rainer Kluß.

Diese Klarstellung scheint auch nötig zu sein, denn in der Tauschgemeinschaft saß auch der selbstständige Computerfachmann Bernd Thomsen aus Eckernförde. Er wies genau auf diese Punkte hin. „Ich bin Unternehmer, uns wird das Wasser abgegraben, das wird Widerstand geben“, sagte Thomsen. Es entwickelte sich eine offene Diskussion, in der alle Teilnehmer und die Initiatitoren immer wieder auf den privaten, nicht-kommerziellen Charakter und das Prinzip der Nachbarschaftshilfe hinwiesen. Thomsen und Erwin Skwar als weiterer PC-Fachmann, der die Sache deutlich entspannter sah, zeigten sich durchaus einsichtig, das neu gebildete Orga-Team des Tauschrings müsse aber aufpassen, dass die „Talente“ nicht gewerblich missbraucht und die Haftungsfragen geklärt werden.

Nachdem diese sicher notwendige Diskussion geführt war, widmeten sich Höninger, Kluß und die Anwesenden den Inhalten. Und die sind so vielfältig wie das Leben selbst. Spontan wurde etliche Talente genannt vom Gassi gehen, über Hilfe bei der Steuererklärung, häuslichen Dienstleistungen bis zu Fahrdiensten, die den anderen Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden können. „Fast alles ist möglich“, sagte Höninger, wenn alle sich an die Tauschregeln halten.

In der Gründungsversammlung sind rund ein Dutzend Mitglieder dem Tauschring beigetreten. Sie alle können Zeit und Talente anbieten und diese entgegennehmen. In einer auch im Internet präsenten Marktzeitung, die nur die Mitglieder erhalten, können alle Angebote und Anfragen eingesehen und getauscht werden.

Der Tauschring Eckernförde ist scharf geschaltet. Wer Talente einbringen und nutzen möchte, wendet sich an Peter Höninger, Telefon 04351/768041, oder Rainer Kluß, Telefon 04351/752606. Der erste Stammtisch findet am 12. März, um 19.30 Uhr im Familienzentrum, Saxtorfer Weg 18b, statt.

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erstellt am 14.Feb.2014 | 09:28 Uhr

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