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Unterwasserkamera : Tauchgang vorm heimischen PC

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Ostsee Info-Center liefert einen Live-Stream seiner Unterwasserkamera über die OIC-Homepage. Die Bilder stammen aus sechs Metern Tiefe an der Außenmole.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 06:25 Uhr

Eckernförde | Ein Seestern macht sich über Miesmuscheln her, Klippenbarsche drehen ihre Runden, im Hintergrund schwimmt ein Heringsschwarm vorbei – bislang waren diese Bilder aus einigen Metern Tiefe der Eckernförder Bucht ausschließlich Tauchern vorbehalten. Jetzt kann sich jeder vor dem heimischen PC selbst ein Bild davon machen. Seit einigen Tagen liefert die Unterwasserkamera des Ostsee Info-Centers (OIC) einen Live-Stream über das Internet.

Die Kamera ist am Ende des Seestegs in sechs Metern Tiefe an der Spundwand angebracht und zeigt über die Homepage des OIC bewegte Bilder von der Unterwasserwelt. Der Anlass war die umweltpädagogische Arbeit der Einrichtung: „Wir konnten den Besuchern das Leben in der Ostsee bisher nur anhand unserer Aquarien vermitteln“, sagt OIC-Mitarbeiter Marco Knaup. „Jetzt können sie sehen, wie es wirklich unter Wasser aussieht.“ Claus Müller, ehemaliger Leiter des OIC und weiterhin in das Projekt involviert, nannte ein Beispiel: „Wenn Miesmuscheln oder Seepocken ablaichen, hat das Wasser einen Rotschleier, den man durch die Unterwasserkamera erkennt, nicht aber im Aquarium.“ Seiner Auskunft nach ist das Projekt einmalig. „In Scharbeutz werden noch Einzelbilder von der Unterwasserwelt gezeigt, aber kein Live-Stream.“

Den Anstoß für das Projekt gab Thorsten Peuster von der Tauchschule „Tauchen & Meer“ im Jungfernstieg. Er sprach Marco Knaup vor acht Jahren an, ob man nicht eine Unterwasserkamera installieren könnte. Marco Knaup: „Es scheiterte dann aber an der Telefonleitung, die keine genügende Datenmenge transportieren konnte.“ Mit der Bebauung der Hafenspitze hat sich das geändert.

Doch das Projekt kostete Geld: Rund 20  000 Euro mussten aufgebracht werden für eine Kamera mit Titangehäuse, für Kabel, Rohre, Computer und Monitor. Nicht zu vergessen das 200 Meter lange Glasfaserkabel, das von der Kamera zum OIC führt, denn auch im Ostsee Info-Center ist die Unterwasserwelt seit einigen Wochen auf einem großen Bildschirm zu verfolgen. Installiert haben die Kamera ehrenamtliche Helfer, darunter die Taucher Thorsten Peuster, Sönke Staack und Olaf Johannsen, ebenso Marco Knaup. Unterstützung erhielten sie von den „Schleitauchern“, die unter anderem die Löcher in den Stahl der Spundwand bohrten, um die Kamera zu installieren. Und auch die Stadtwerke Eckernförde (SWE) unterstützten das Projekt durch ihre Fachkräfte.

Finanziert wurde es zu 85 Prozent durch Fördergelder des Fischereifonds der Europäischen Union, der über die Aktiv-Region angezapft werden konnte. 15 Prozent der Kosten hat die Stadt Eckernförde beigesteuert.

Die Kamera nimmt die Bilder über ein Fisheye-Objektiv im 170-Grad-Winkel auf, am heimischen PC kommen die Bilder mit sechs Megapixel an. „Wir kommen ziemlich nah an HD heran“, so Marco Knaup. „Die Bilder können auch über das Smartphone angesehen werden.“ Ergänzend werden noch Wassertemperatur, Salzgehalt, Sauerstoffsättigung und der Redoxwert, der Auskunft über die Wasserqualität gibt, dargestellt.

Wer einmal einen Blick in die Unterwasserwelt werfen möchte, geht wie folgt vor: Die Internetseite www. ostseeinfocenter.de aufrufen und auf den Reiter „Webcam“ klicken. Dort kann man dann zwischen der Unterwasserkamera und der Webcam auf dem Dach des OIC wählen. Die Übertragung wird automatisch nach zwei Minuten abgebrochen, kann aber sofort neu gestartet werden.

 

 

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