Strande : Taucher bringen Ostsee zum Leuchten

Geradezu gespenstisch wirkte die mit den Lampen der Taucher unter Wasser beleuchtete Ostsee vor Strande.
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Geradezu gespenstisch wirkte die mit den Lampen der Taucher unter Wasser beleuchtete Ostsee vor Strande.

Bei der „Divers Night“ in Strande sprangen 71 Taucher zur selben Uhrzeit wie zahlreiche weitere Tauchfreunde auf der ganzen Welt ins Wasser.

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09. November 2013, 05:04 Uhr

Geradezu gespenstisch wirkte die Ostsee vor Strande am Donnerstagabend, als geheimnisvolle grüne Lichtkegel unter der Wasseroberfläche ihre Bahnen zogen. Das Geheimnis war schnell gelüftet: Zum neunten Mal fand die „Divers Night“ statt, bei der an 187 Orten in 24 Ländern weltweit – von den skandinavischen und vielen europäischen Ländern über die Malediven und Thailand bis hin nach Australien und Südafrika - Taucher um jeweils 20.13 Uhr Ortszeit abtauchten.

Ob der Rekord von 2009 mit weltweit 2749 Tauchern gebrochen wurde, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass der Rekord des Tauch-Sport-Clubs (TSC) Krabbe aus Schleswig, der das Event in Strande organisiert hatte und der seit 2010 an der Divers Night teilnimmt, gebrochen wurde. Insgesamt 71 Taucher hüllten Teile der Ostsee in gespenstisches Licht – so viele wie nie zuvor. Im letzten Jahr waren es wegen des widrigen Wetters sogar nur elf Teilnehmer.

An vier Standorten in Deutschland wurde die Divers Night zelebriert, in Schleswig-Holstein war neben Strande der Rensinger See bei Kellinghusen ein weiterer Ort zum Abtauchen.

Und warum haben die Schleswiger Organisatoren Christoph Laß und Torsten Voß ausgerechnet Strande auserkoren? „Zum einen haben wir hier durch den großen Parkplatz gute Bedingungen, außerdem gehört Strande zu den Top drei unter den Tauchplätzen in Schleswig-Holstein, weil hier im Flachbereich viel Leben unter Wasser herrscht“, sagte Christoph Laß. Auch das Tauchen bei Dunkelheit habe seine besonderen Reize, betonte Laß: „Es herrscht mehr Leben unter Wasser, da viele der Tiere nachtaktiv sind. Zudem sieht man vollkommen andere Farben, wenn die Unterwasserwelt bei Dunkelheit durch die Lampen der Taucher angestrahlt wird“, so der 32-jährige Soldat aus Kropp.

Also zwängten sich die Taucher im Alter zwischen etwa 18 und 70 Jahren in ihre Anzüge und schulterten die Pressluftflaschen, um bei absoluter Dunkelheit für rund eine Stunde ins elf Grad kalte Wasser zu steigen, das – wie viele feststellten – unheimlich klar war. Getaucht wurde in einer Tiefe bis zu etwa neun Metern, wobei laut Christoph Laß Tiefen zwischen zwei und sechs Metern am interessantesten sind, weil dort Seegraswiesen mit allerhand Leben vorgefunden werden.

Neben Tauchern aus Schleswig-Holstein und auch aus Hamburg hatte die wohl weiteste Anreise Anke Gimborn. Sie war eigens zur Divers Night von Wesseling zwischen Köln und Bonn nach Strande gekommen. „Allerdings verbinde ich das noch mit einem Besuch bei Freunden, hauptsächlicher Anlass für die Reise war aber die Divers Night“, so die 42-jährige OP-Schwester, die seit zwei Jahren taucht und erstmals an der Divers Night teilnahm.

Sinn und Zweck der Divers Night ist es, das Tauchen in der Öffentlichkeit bekannter zu machen und zu zeigen, dass man immer tauchen kann, nicht nur im Urlaub bei warmen Temperaturen, so Christoph Laß. Es gibt zwar, wie er betonte, reine Urlaubstaucher, die überwiegende Zahl der Taucher in Deutschland sind aber Ganzjahrestaucher.

Nach dem Tauchgang in der nächtlichen Ostsee stand anschließend ein gemütliches Beisammensein auf dem Großparkplatz in Strande an. Dazu gab es neben Kaffee und Kuchen auch, passend zu den Temperaturen, Erbsensuppe und Glühwein. Im Vordergrund stand aber sicherlich für alle der Tauchgang. Wie hieß es doch schon bei Brösels „Werner“? „Ein Taucher, der nicht taucht, taucht nix“.

Weitere Infos gibt es unter www.diversnight.com und www.tsc-krabbe.com

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