Tauchdrohne erleichtert Minentauchern die Arbeit

 Minentaucher  tragen die Remus-Drohne. Foto: Schönbrodt
Minentaucher tragen die Remus-Drohne. Foto: Schönbrodt

"Remus": Das ist der Name einer Unterwasser- Drohne, die den Minentauchern ihre Arbeit erheblich erleichtert.

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18. Dezember 2008, 09:26 Uhr

Eckernförde | Tatort Eckernförder Bucht: Die Minentaucher der Deutschen Marine entschärfen Seeminen, Bomben und andere Sprengsätze. "Manchmal können wir unter Wasser nicht viel sehen. Da müssen wir alles mit unseren Händen ertasten", sagt Hauptbootsmann Stefan Müller (Name geändert) von der Minentaucherkompanie in Eckernförde.

Müller (40) gehört als Berufssoldat zu den rund 50 aktiven Minentauchern der Marine. In seinen Einsätzen ist er weit herumgekommen - nach Bosnien und Herzegowina oder nach Zypern und die USA. Damit die Arbeit der Minentaucher zumindest unter Wasser sicherer werden kann, ist in der Minentaucherkompanie ein neues Gerät im Einsatz: Das Autonome Unterwasserfahrzeug (AUV) "Remus 100". Dabei handelt es sich um eine Tauchdrohne, die eine programmierte Fläche am Meeresgrund über viele Stunden autonom und ohne Verbindung zur Wasseroberfläche absuchen kann. Mehrere 100 000 Quadratmeter in acht Stunden sind möglich. Die Drohne kann dabei bis zu 100 Meter tief tauchen und werde so zum verlängerten Arm der Minentaucher, sagt Fregattenkapitän Fritz-Rüdiger Klocke vom Marinehauptquartier in Glücksburg.

Er stellt klar, dass sich das Gerät derzeit noch in der Erprobung befindet. "Die Drohne wird unsere Minentaucher auch niemals ersetzen können", sagt er. Die ersten Ergebnisse hätten jedoch Minentaucher und Marineführung beeindruckt. Die Marine hält eine Beschaffung daher für sinnvoll.

Das Unterwasserfahrzeug kann mit einem einzigen Arbeitsgang Daten über Wassertiefe, Wassertemperatur und den Salzgehalt liefern. "Außerdem fertigt sie unter anderem Sonarbilder und Seekarten", sagt Klocke und ergänzt: "Wir haben einen Hafen in einer Größe von vielen 100 000 Quadratmetern in nur knapp acht Stunden abgesucht. Minentaucherteams schaffen dies bei weitem nicht."

In Eckernförde wird Stefan Müller von seinem 30 Jahre alten Kameraden Hauptbootsmann Thomas Schmid (Name geändert) bei der Arbeit mit der Tauchdrohne unterstützt. Die beiden erproben das Gerät in jeder erdenklichen Situation. "Wir haben ,Remus zum Beispiel während

des G-8-Gipfels in Heiligendamm eingesetzt. Da habe das "AUV" sehr überzeugende Arbeit geleistet. "Die körperliche Belastung für uns ist deutlich geringer geworden", sagt Müller.

Schmid und er sind sich sicher, dass sich die Arbeit der Minentaucher in Zukunft verändern wird. Müller: "Unser Aufgabenspektrum hat sich in den vergangenen Jahren erheblich erweitert. Aufgrund der weltweiten Einsätze ist unsere zur Verfügung stehende Personaldecke sehr ausgedünnt." Da komme das "AUV" als Helfer sehr gelegen. Es sei zudem sehr mobil. "Wir brauchen nur vier Mann, ein Schlauchboot und ein Kraftfahrzeug (Sprinter) um ,Remus überall hin zu bringen." Mit seinen 37 Kilogramm Gewicht und einer Länge von 1,6 Metern sei "Remus" leichter als ein Mensch, so Müller.

Auch für die Gesundheitserhaltung der Soldaten könne der Einsatz von "Remus" hilfreich sein. "Früher mussten wir nach einem Flugzeugabsturz ins Meer gehen, um Menschen und Gerät zu suchen und zu bergen. Das Kerosin des Flugzeugs im Wasser ist nicht sehr gesund." Heute könne "Remus" zumindest die Absucharbeiten übernehmen, erklärt Müller weiter.

An dem Beispiel werde aber auch deutlich: die Tauchdrohne kann nicht alles. "Das Wegschleppen, Bergen und Neutralisieren von Gerät, Seeminen, Bomben oder Sprengsätzen müssen auch in Zukunft Menschen übernehmen", sagt Klocke.

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