Altenholz : Tango auf der Tenne

Voll bei der Sache waren die Darsteller des Inklusionsclubs der Lebenshilfe Altenholz und Umgebung.
Voll bei der Sache waren die Darsteller des Inklusionsclubs der Lebenshilfe Altenholz und Umgebung.

Lebenshilfe stimmt mit Freunden und Förderern auf Weihnachten ein

shz.de von
08. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Seit über 30 Jahren gibt es die Weihnachtsfeier der „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung – Ortsverein Altenholz und Umgebung“, seit gut 20 Jahren ist diese Feier verbunden mit einer Theateraufführung des Inklusionsclubs des Ortsvereins. So auch am Freitagabend im Eivind-Berggrav-Zentrum, wo Ortsvereins-Vorsitzende Doris Bommes unter den Gästen zahlreiche Unterstützer und Förderer begrüßen konnte.

Bommes, die die Adventsfeier als Höhepunkt des Jahres sieht, freute sich, dass der am Abend verhinderte Bürgervorsteher Wolfgang Weiß ihr in einem Telefonat Hoffnung gemacht hatte, dass weitere finanzielle Unterstützung nicht ausbleiben werde. „Und das trotz der Katastrophe der vergangenen Woche“, wie die Vorsitzende mit Blick auf die Zerstörung der Ladenzeile betonte. Ingo Baasch, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, sagte im Gespräch, dass er von einer Summe „wie in den vergangenen Jahren“ ausgehe. „Bei der Ladenzeile reden wir von ganz anderen Dimensionen. Und wegen des Brandes werden wir nicht soziale Projekte einstellen oder benachteiligen“, so Baasch.

Auch von anderer Seite bekam die Lebenshilfe Unterstützung. So übergab Herbert Lorenz aus Schwedeneck einen Scheck seines Unternehmens in Höhe von 1000 Euro an Doris Bommes, von Ex-Bürgervorsteher Dr. Volker Clauß bekam die Vorsitzende eine Zusage über eine Spende in Höhe von gut 1000 Euro, mit welcher der „Rotary Club Kieler Förde“, in dem Clauß Mitglied ist, die Arbeit der Lebenshilfe unterstützen möchte.

Der Abend der Weihnachtsfeier wurde ebenfalls tatkräftig unterstützt: Wie in den Vorjahren hatten Mitglieder des „Round Table 79“ aus Kiel, die dem Ortsverein auch während des Jahres immer wieder helfen, die Kulissen und Dekorationen zur Theateraufführung gebastelt und für das anschließende Essen gesorgt. Aufgeführt wurde das Stück mit dem Titel „Landleben Teil 2“. „Ging es im letzten Jahr um gespielte Träume, knüpfen wir heute an das Stück von vor zwei Jahren an. Da geht es wieder etwas realistischer zu“, so Betreuer André Delor, der das Stück zusammen mit den Darstellern des Inklusionsclubs erarbeitet hatte. Alles drehte sich um eine kluge Sau, die dem Bauern und dem Schlachter entwischt war und auf ihrer Flucht – die ging zeitweise auch quer durch die Zuschauerreihen – Bekanntschaft mit allerlei Viehzeug macht. Neben Hofkater und Hofhund, Vögeln, Gänsen, Hühnern und den Schafen auf der Weide, begegnete sie auch dem Hahn, der wohl der einzige seiner Art ist, der einen nahezu perfekten Breakdance aufs Parkett des Hühnerstalls legen kann.

Und auch viel Musik war im Spiel. Bekannte Lieder wie „Lady in Black“ von Uriah Heep, die im Hühnerstall motorradfahrende Oma, Jürgen Drews’ „Ein Bett im Kornfeld“ oder „Über den Wolken“ von Reinhard Mey wurden von Elke Schmidt gespielt. Die Texte, die dazu gesungen wurden, waren aber eigene – erarbeitet von André Delor und den Akteuren. Und so wurde denn Hazy Osterwalds „Kriminaltango“ auch nicht in der Taverne, sondern auf der Tenne getanzt. Für die Sau hatte sich die Flucht gelohnt, wurde sie am Ende doch gerettet.

Das Stück bewies wieder einmal mehr, dass auch Menschen mit geistiger Behinderung in der Lage sind, Leistungen zu erbringen. Und das es ihnen – wie auch den Zuschauern – sichtlich Spaß gemacht hatte, war ihnen deutlich anzumerken.

> www.lebenshilfe-altenholz.de


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