zur Navigation springen

Zehn Jahre Tagesmütterverein : Tagesmütter loben Fortschritte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Verein feiert zehnjähriges Bestehen / Vergütung „auf vier Euro pro Kind aufgestockt / Verbesserungen bei Urlaub und Krankheit gewünscht

Der Tagesmütterverein Rendsburg-Eckernförde feierte in der „Alten Schule“ in Ostenfeld sein zehnjähriges Bestehen. „Wir wollten dabei mit Politik und Verwaltung ins Gespräch kommen“, erklärte die Vorsitzende Heike Benn, die seit 22 Jahren Tagesmutter ist. Sie bedauerte, dass nur sieben der eingeladenen Bürgermeister aus dem Kreis den Weg nach Ostenfeld gefunden hatten.

170 Tagesmütter gibt es zurzeit im Kreisgebiet. Sie betreuen insgesamt fast 600 Kinder. 37 sind Mitglied im Tagesmütterverein. „Kleine Gruppen, familiäre Atmosphäre, individuelle Zeiten“ sind für Heike Benn die Pluspunkte der Betreuung durch eine Tagesmutter. Wobei laut ihr die offizielle Bezeichnung „Kindertagespflegeperson“ besser die verantwortliche Aufgabe beschreibt. 160 Stunden Qualifikation, dazu 40 Stunden Praktikum und eine Erste-Hilfe-Ausbildung sind Voraussetzungen für die Betreuung im eigenen Haus. Zudem müssen die Räumlichkeiten geeignet sein. „Ein separater Schlafraum, ein abgeschlossenes Grundstück – erst nach einer Abnahme durch die Kreisverwaltung gibt es eine Erlaubnis“, machte Heike Benn die strengen Kriterien deutlich. Die Kreistagsabgeordnete Beate Nielsen aus Schacht-Audorf, die politisches Beiratsmitglied des Tagesmüttervereins ist, kümmert sich um die Sorgen und Nöte der Mitglieder. Als Erfolg sieht sie an, dass die Vergütung auf vier Euro pro Stunde und Kind aufgestockt wurde. „Kreis und Gemeinde zahlen jeweils einen Euro, die Eltern zwei Euro. Damit wird für die Eltern eine Kostengleichheit zu einem Krippenplatz angestrebt“, erklärte Beate Nielsen. Kostenlose Fortbildungskurse und 500 Euro für die Erstausstattung neuer Tagesmütter sieht sie als weiteren Fortschritt auf dem Weg zur „Gleichgewichtigkeit“ von Krippenplatz und Betreuung durch eine Tagesmutter. Allerdings gebe es noch Benachteiligungen: „Nur 20 Tage Urlaub. Den wollen wir an die Kitas anpassen.“ Zudem werde eine Tagesmutter nicht bezahlt, wenn ein Kind krank ist.

Selina Wille aus Büdelsdorf ist seit zwei Jahren Tagesmutter. Zuvor war sie als Zugchefin der Deutschen Bahn von Hamburg aus in Europa unterwegs. Als ihr erster Sohn geboren wurde, nahm sie einen „Spielkameraden“ dazu. Inzwischen betreut sie vier Kinder im Alter bis zu drei Jahren, darunter ihren Sohn Tristan, der jetzt drei Monate alt ist. „Das Schönste als Tagesmutter ist, die Entwicklung der Kinder zu verfolgen: vom Krabbeln zum Laufen, von der Flasche bis zum Essen.“

Die Büdelsdorferin Jutta Hansen betreut seit 18 Jahren kleine Kinder. „Die fühlen sich auf unserem 700-Quadratmeter-Grundstück, das eher ein Spielplatz ist, sehr wohl“, betont sie. Hansen bietet eine Betreuung von 6 bis 17 Uhr an. „Das ist für viele Eltern wichtig.“

Auch der Ostenfelder Bürgermeister Arnold Schumacher hob die Bedeutung von Betreuungszeiten am frühen Morgen oder bis in die Abendstunden hervor: „Der Bedarf der Eltern ist sehr individuell.“ Ein großes Lob kam von Kreispräsident Lutz Clefsen: „Die Tagesmütter und ihr Verein sind ein Segen.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen