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Über den Atlantik : Tagebuch von der „Barfußroute“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Groß Wittenseer Karl-Heinz Hapke (72) schreibt in seinem neuen Buch über seinen Atlantiktörn vor zehn Jahren

Zu seinen anspruchsvollsten Törns gehörte die Fahrt über den Atlantik von Las Palmas nach St. Lucia in der Karibik sicher nicht, sagt Karl-Heinz Hapke selbst, doch sie war die eindrucksvollste, erinnert sich der heute 72 Jahre alte Groß Wittenseer noch gut. Über diesen Törn hat Hapke jetzt ein Buch geschrieben. „Ungebremst unter Segeln – barfuß über den Atlantik“ lautet der Titel. Sein erstes Buch erschien im Februar. In „Ungebremst von Null auf 100“ nimmt Hapke den Leser mit auf eine ungewöhnliche Fahrradreise von der Ostsee bis zu den Alpen. Jetzt geht’s mit ihm aufs Wasser.

Genau zehn Jahre ist es her, da stach Karl-Heinz Hapke mit einer achtköpfigen Crew – sieben Männer, eine Frau, in See. Hapke war gerade im Ruhestand, lebte noch im Rheinland und war seit Jahrzehnten passionierter Segler, „aber ohne eigenes Boot“. Er ist noch heute Mitglied im Deutsches Hochseesportverband, der interessierten Hochseeseglern die Chance bietet, an der jährlichen „Atlantic Rally for Cruisers“ teilzunehmen. Schließlich heuerte er auf der „Chris“ an, einem gut 15 Meter langen Racer Cruiser. Hapke gehörte einer bunt zusammengewürfelten Crew an, mit seinen 62 Jahren war er damals neben dem Skipper der zweitälteste an Bord. „Ich wollte meine psychische und physische Belastbarkeit testen“, sagt Hapke. Und er hatte Glück mit seiner Crew, die sich während des Törns in die Karibik blendend verstehen sollte. Hapke führte damals minutiös Tagebuch und griff auch auf Auszüge aus dem Logbuch zurück. „Nur so konnte ich nach meiner Rückkehr über meine Emotionen und Empfindungen schreiben“, sagt er.

Der Törn, der den sanften und warmen Passatwinden nach Mittelamerika folgt, wird gern etwas despektierlich als „Barfußroute“ bezeichnet. „Aufgrund des Klimas und der Witterungsverhältnisse ist es auf Deck so warm, dass die Crew barfuß umherlaufen kann“, erläutert Hapke den Titel seines Buches. Und dennoch war 2005 das Jahr, für das Klimaforscher und Wetterexperten eine ungewöhnliche Häufigkeit von Wirbelstürmen prognostizierten. „Wir bekamen die Ausläufer eines Hurricanes zu spüren, Windstärke neun“, berichtet der Autor und Segler. „Da wurde es schlagartig ruhig an Bord“. Die Crew fürchtete weniger um ihr Leben, als um das Material. Doch diese Lage wurde letztlich gemeistert.

Nach rund 20 Tagen und gut 3000 Seemeilen erreichte die „Chris“ am 10. Dezember die Karibikinsel St. Lucia. Nach zwei unvergesslichen Tagen überführte die Crew ihr Schiff noch nach Martinique, wo die Mannschaft wechselte und Karl-Heinz Hapke den Heimflug antrat.

Mit seinem neuen Buch will Hapke den Lesern das Gefühl vermitteln, Teil dieser Crew zu sein. Er lässt die Vorfreude und Erwartung auf das großartige Ereignis einer Atlantiküberquerung auf einer Hochseeyacht spüren. „Ich weiß, viele Segler träumen von so einem Törn. Oftmals fehle die Zeit, das Geld oder auch etwas Mut. Hapke will die Abenteuerlust und Neugier der Segler wecken und sie motivieren, ihren Traum auch umzusetzen.

Zur damaligen Crew hat der Groß Wittenseer noch immer Kontakt, und die warten schon sehnsüchtig auf das Buch, das an ihren Traum-Törn vor zehn Jahren erinnert. 
„Ungebremst unter Segeln – barfuß über den Atlantik“, 2015; 11,90 Euro, ISBN 978-3-7375-3166-5. Bestellung über www.khhapke.de

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erstellt am 03.Dez.2015 | 17:06 Uhr

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