zur Navigation springen

Dringend : Tafel in Gettorf droht die Schließung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Noch keine bezahlbaren Räume für Ausgabestelle gefunden / Miet-Spenden könnten Lösung sein

von
erstellt am 17.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Die vergangenen Wochen hat das Team der Tafel in Gettorf damit verbracht, neue Räume für die kostenfreie Lebensmittelausgabe an Bedürftige zu suchen – vergebens. Heute um 10 Uhr öffnet die Ausgabestelle in der Bergstraße nach zweieinhalb Jahren zum vorletzen Mal ihre Türen, am Freitag, 25. April, ist dann endgültig Schluss. Eine Situation, die nicht nur die pro Woche versorgten 150 Personen vor Probleme stellt, sondern die 15 ehrenamtlichen Helfer sehr traurig stimmt.

Unter den 60 Berechtigten sind 17 Rentner. Zwei von ihnen seien so klapprig auf den Beinen, dass ihnen ein Päckchen mit Lebensmitteln nach Hause gebracht wurde – das sei jetzt nicht mehr möglich, bedauert Hanne Ockert, die gemeinsam mit Barbara Neusüß zu den Gründungsmitgliedern der Außenstelle der Eckernförder Tafel in Gettorf gehört. Und auch für die Familien ergebe sich ein Loch im Haushalt, das sie selbst nicht füllen könnten, fügt Neusüß hinzu. Sie hofft wie alle im Team, dass es mit der Ausgabestelle an anderer Stelle im Ort weitergehen wird. Die Lebensmittelspender – Gastronomen, Supermärkte und Privatpersonen – würden weiterhin angefahren, die Waren bis zum Neuanfang in Gettorf zur Ausgabe nach Eckernförde gebracht. Die treuen Geldspender werden hoffentlich auch weiterhin hinter der Tafel stehen und noch mehr Nachahmer finden, wünschen sich Neusüß und Ockert. „Wenn jeder nur 10 Euro im Monat gäbe, würde das bei 40 Personen schon etwas bringen“, rechnet Neusüß vor. Damit könnte zumindest die Kaltmiete für ein Objekt gedeckt werden, das als neue Ausgabestelle in Frage käme, zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht zu finanzieren ist, so Ockert. Wer mit einem finanziellen Beitrag helfen kann, dass es die Zweigstelle der Eckernförder Tafel auch weiterhin in Gettorf gibt, der wendet sich ebenso an Hanne Ockert, Tel. 04346/5713, wie Vermieter, die geeignete Räume zur Verfügung stellen könnten. Rund 50 Quadratmeter groß und teilbar sollten sie sein. „Wir müssen uns die Räumlichkeiten ansehen, um zu klären, ob wir die drei Tiefkühltruhen, drei Kühlschränke, das Regal und zwölf Meter Tische dort unterbringen können“, erklärt Neusüß.

Sie und ihre Mitstreiter sind dankbar, dass der Vermieter der Räume in der Bergstraße ihnen den ehemaligen Supermarkt zweieinhalb Jahre für kleines Geld verpachtete, und sie haben Verständnis, dass er einem zahlungskräftigen Mieter nun den Vorzug gibt. Doch die Enttäuschung, dass die Suche nach einer neuen Bleibe auf so wenig Resonanz gestoßen ist sie und sie den Tafel-Kunden heute noch keine positive Mitteilung machen können, ist ihnen deutlich anzumerken. „Viele verdrängen die Not, die es im Ort gibt. Mancher kann sich Armut in Gettorf einfach nicht vorstellen“, hat Neusüß festgestellt. „Doch es gibt sie.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen