TIPPS GEGEN EINBRUCH : Täter brechen in Sekundenschnelle ein

Einbrecher hebeln mithilfe von Kuhfuß und Schraubendreher Türen und Fenster äußerst zügig auf.
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Einbrecher hebeln mithilfe von Kuhfuß und Schraubendreher Türen und Fenster äußerst zügig auf.

Kriminalhauptkommissar Kay Katzenmeier hielt am Donnerstag beim Wirtschaftskreis Eckernförde einen Vortrag „Einbruchschutz für Gewerbetreibende“. Martin Krohn wurde als 2. Vorsitzender im Amt bestätigt.

shz.de von
25. März 2017, 04:50 Uhr

Einbrecher haben nur ein Ziel: möglichst schnell in das Gebäude zu gelangen, die Beute zu finden, einzustecken und den Ort des Geschehens zu verlassen. Das alles muss nur wenige Minuten dauern. Allein 70 Einbrüche im Gewerbe (Werkstatt, Lagerräume Hotels, Gaststätten, Kiosk und Warenhäuser) verzeichnet die Polizeistatistik für Eckernförde im Jahr 2016. Dass die Zahl der Einbrüche im Vergleich zu 2012 (119 Taten) rückläufig ist, begründete Kriminalhauptkommissar Kay Katzenmeier mit so genannten „Reisegruppen“, die professionell durchs Land reisen und potenzielle Ziele ausspähen. Der Leiter der Zentralstelle für Prävention im Landespolizeiamt Schleswig-Holstein referierte am Donnerstag auf der Jahresversammlung des Wirtschaftskreises Eckernförde im Spieker auf Einladung des Vorsitzenden Wilfried Wagner zum Thema „Einbruchschutz für Gewerbetreibende“.

Einbrüche Anfang des Jahres in ein Bekleidungsgeschäft und bei einem Optiker in der Kieler Straße waren für Wagner Anlass genug für diesen Fachvortrag. Drei Kategorien von Tätern gebe es, so Kriminalhauptkommissar Katzenmeier, den Gelegenheitstäter, den gewerbsmäßgen Täter und den Profi. Mithilfe eines einfachen 30 Zentimeter langen Schraubendrehers könne ein Täter eine Hebelwirkung bis zu 0,7 Tonnen erreichen, ein Kuhfuß bewirke eine Kraft bis zu 1,5 Tonnen. Türen und Fenster seien die Hauptangriffsfläche. Es dauere maximal 60 Sekunden, um ein einfaches Fenster auszuhebeln. Sichere Fenster gebe es durch den Einbau von Pilzkopfzapfen, so der Experte. „Die Verbindung von mechanischer Sicherungstechnik an Fenstern und Türen sowie einer elektronischen Sicherung in Form von Einbruchmeldeanlagen bietet schon einen 80-prozentigen Schutz“, sagte der Polizist, „ein Täter gibt auf, wenn er nicht zügig das Fenster aufhebeln kann.“ Wichtig sei aber die Schaffung einer Interventionskette, das heißt, dass der Alarm nicht auf dem privaten Handy des Geschäftsinhabers, der sich vielleicht gerade im Urlaub befindet, auflaufen sollte, sondern bei Sicherheitsunternehmen oder bei der Polizei. Videoanlagen verhinderten keinen Einbruch, sondern seien zur Strafverfolgung geeignet, so der Fachmann. Allen, sowohl Gewerbetreibenden als auch privaten Haushalten, rät der Hauptkommissar dringend, auf sozialen Medien nichts von einer Abwesenheit, wie Urlaub, zu verbreiten. Denn Täter schauen sich auf den Seiten im Internet um, spähen das Gebäude aus und brechen dann ein. Das Gleiche gilt für Rollläden. Über 14 Tage heruntergelassene Rollläden seien für jeden Täter ein sicheres Zeichen, dass das Haus leer sei, so Katzenmeier. „Es gilt das Prinzip der gesunden Wachsamkeit und der Nachbarschaftshilfe. Wir sind auf die Beobachtungen von Bürgern angewiesen“, sagte der Referent. Die 110 sei ein Polizeiruf, den der Bürger jederzeit anrufen könne.

Die Regularien vor dem Vortag handelten die Mitglieder des Wirtschaftskreises zügig ab. Martin Krohn wurde als 2. Vorsitzender im Amt bestätigt, ebenso die Schriftführerin Claudia Kunkowski. Zweiter Kassenprüfer wurde Michael Thiele. Erstmals bestellte der Wirtschaftskreis mit Bernd Hadewig einen dritten Kassenprüfer. Ein großes Ärgernis ist für den Wirtschaftskreis die Parkplatzsituation im Ostseebad. „Die Politik muss endlich aufwachen. Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagte Malte Behrendt, „ich glaube, für dieses Jahr haben wir das bereits verschlafen.“

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