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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 13:07 Uhr

Täglich Erntedank

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dank für die täglichen Gaben und menschlichen Begegnungen

Kreischend und schwirrend ziehen Scharen von Vögeln, in verschiedenen Formationen gegliedert, in Richtung ihres Winterquartiers. Mein Blick begleitet sie, und dankbar denke ich zurück an ihren vielstimmigen Gesang vom ersten Kuckucksruf über die frühmorgendlichen Töne und das noch unsichere Piepsen der Vogelkinder. Möget Ihr wiederkommen und uns erneut erfreuen.

Längst überziehen die Bäume ihr Laub mit einem bunten Schleier, der Wind löst die Blätter langsam, wirbelnd tanzen sie zur Erde und breiten einen farbigen Teppich aus. Kinder haben Spaß, durch das knisternde Laub zu stampfen. Die Getreideernte lagert schon in den Scheunen, und das gesunde, saftige Gemüse erntet der Bauer nach und nach. Obstbäume und -sträucher boten ihre Früchte schon seit Monaten an. Die letzten Äpfel saugen noch schnell die herbstlichen Sonnenstrahlen auf, bevor sie gepflückt werden oder herabfallen.

Einen Ansturm von emsigen Obstpflückern erlebte ich bei der Eröffnung der Apfelwiese des Nabu. Der erste Biss in den knackig-frischen Apfel war am frühen Morgen ein Genuss und ein gesunder Vitaminstoß. Kinder und Erwachsene freuten sich, diesen Sonntagmorgen in der wunderbaren Natur bei strahlendem Wetter und der reichen Ernte erleben zu dürfen. Dankbarkeit durchströmt in solchen Momenten die Seele, wenn wir bewusst aufnehmen, was uns allen täglich geschenkt wird – und das im Überfluss. Wie mag es Menschen ergehen, die in armen Ländern, in Notsituationen wie Naturkatastrophen, Nahrungs- und Wassermangel oder gar in Kriegssituationen leben, wenn sie von unserem überreichen Lebensstil erfahren?

Das Erntedankfest am ersten Sonntag im Oktober, an dem wir der Schöpfung Dankbarkeit bezeugen, reicht nicht aus. Unser Dank sollte uns täglich bewusst werden, nicht nur für Gaben, sondern auch für jede freundliche Begegnung, jedes liebe Wort und das körperliche und seelische Wohlbefinden sowie den unabänderlichen Rhythmus der Natur.

Schon in vorchristlicher Zeit waren die Menschen sehr stark in den Kreislauf der Natur eingebunden und feierten viele rituelle Dankesfeste, um den Naturgottheiten (Demeter, Ceres) für die Fruchtbarkeit der Erde zu danken.

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von
erstellt am 09.Okt.2014 | 14:47 Uhr

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