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Besuch aus Syrien : Syrien im Klassenzimmer: Sharif erzählt aus seiner Heimat

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Begabungstag an der Fleckebyer Grundschule

Blaues Meer, schneebedeckte Berge, heiße Wüsten, historische Ruinen, grüne Wälder – herrliche Bilder von der landschaftlichen Vielseitigkeit und dem reichen Kulturerbe seines Heimatlandes zeigte der Syrer Sharif gestern Schülern der Grundschule in Fleckeby. Doch der Bürgerkrieg erschütterte Syrien und zwang den 24-Jährigen zur Flucht. Aber um Krieg und Gewalt ging es in Sharifs Erzählungen nicht. Vielmehr wollten die Schüler wissen, wie es ist, auf einem Kamel zu reiten, warum die Menschen in der Moschee ihre Schuhe ausziehen und warum die Müllabfuhr mit dem Motorrad fährt.

Eingeladen wurde Sharif von Lehrerin Freya Kallsen, die im Rahmen des neuen Begabungstages an der Grundschule über mehrere Wochen das Projekt „Menschen aus aller Welt bei uns in Fleckeby“ anbietet. Sharif, der lange in der Unterkunft in Fleckeby wohnte, lebt mittlerweile in Kiel, spricht gut Deutsch und wartet darauf, mit seinem Medizinstudium beginnen zu können. Seinem Antrag als Asyl wurde entsprochen. Sharif lebte in Damaskus, der Hauptstadt Syriens mit rund zwei Millionen Einwohnern. „Fleckeby ist kleiner, aber auch schön“, sagte er. Er habe mal versucht auf einem Kamel zu sitzen, erzählte, doch er blieb nicht lange oben, beantworte er die Fragen der Schüler. Die Schuhe werden in der Moschee ausgezogen, weil die Betenden mit dem Kopf den Teppich berühren und die Motorräder der Müllabfuhr passen gut durch die schmalen Gassen der Stadt.

Und dann fiel den Mädchen und Jungen gleich auf, dass Sharif ja rückwärts schreibt. Alle Schüler wollten sogleich ihren Namen in arabischer Schrift auf der Tafel sehen.

Aber ein paar Worte musste Sharif doch über seine lange Reise nach Deutschland erzählen. Viel Gepäck habe er nicht mitnehmen können. Die Kinder tippten auf ein Zelt, ein Kuscheltier und ein bisschen Kleidung. Ein Kuscheltier sei nicht dabei gewesen, sagte Sharif, aber eine Zahnbürste und ein Handy. Kontakt zu Freunden und Angehörigen wollte er halten und über das Handy rief er Kartenmaterial für seine Reise ab. „Und das Handy macht auch Licht“, nannte der junge Syrer einen weiteren wichtigen Nutzen.

An einem der nächsten Begabungstage will Freya Kallsen mit ihrer Projektgruppe exotisch kochen. Außerdem ist geplant, den Trafokasten in der Gemeinde gemeinsam mit Schülern und Flüchtlingen aus dem Dorf zu verschönern. 

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erstellt am 22.Sep.2015 | 06:19 Uhr

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