Tag der Architektur : Sympathische Parkadresse in den Farben der Stadt

Die Fassade des Parkhauses am Noor ist wandelbar. Ja nachdem, wo man steht, zeigt sie sich geschlossen oder offen. Sie bietet ungeahnte Blicke auf Hafen, Rundsilo und den Speicher. Dabei greift die Farbgebung der Keramikstäbe die Farben der Stadt auf.
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Die Fassade des Parkhauses am Noor ist wandelbar. Ja nachdem, wo man steht, zeigt sie sich geschlossen oder offen. Sie bietet ungeahnte Blicke auf Hafen, Rundsilo und den Speicher. Dabei greift die Farbgebung der Keramikstäbe die Farben der Stadt auf.

Das Parkhaus in der Noorstraße war am Sonnabend im Rahmen des bundesweiten Architekturtages zu besichtigen. Architekt und Projektträger erklärten vor Ort die Gründe für ihre. Gestaltungsweise

shz.de von
12. Juni 2018, 05:19 Uhr

Eckernförde | „Architektur bleibt“ lautet das Motto des diesjährigen bundesweiten Tages der Architektur. Und Parkhäuser, das kennt man, sind nicht immer architektonische Glanzbauten. Nicht so das „Parkhaus am Noor“. Seine moderne Fassade aus farbigen Keramikstäben fällt ins Auge. Und auch sonst ist hier einiges anders als in anderen Parkhäusern. Welche Ideen hinter dem ursprünglichen Entwurf des Gebäudes standen, konnten sich Interessierte am Sonnabend auf einer Führung erklären lassen. Das im vergangenen Jahr eröffnete Parkhaus der Stadtwerke war eines der beiden Projekte im Altkreis Eckernförde, die am bundesweiten Tag der Architektur besichtigt werden konnten. Anschauen konnte man sich auch den „Kanaltreff“ in Sehestedt.

Steht man auf dem obersten Parkdeck, eröffnet der Blick durch die Keramikstäbe der Fassade eine völlig neue Perspektive auf den Hafen. Gewollt, wie der Architekt, Diplom-Ingenieur Jens Stolley, vom Büro „AX5 architekten“ erklärte. Das Architekturbüro hatte sich seinerzeit am Wettbewerb „Fassadengestaltung Parkhaus Noorstraße“ beteiligt und die Preisjury mit seinem Entwurf überzeugt. „Er leitet sich von Gestaltungselementen ab, die für die Umgebung des Binnenhafens prägnant sind“, erklärte Jennifer Golek, die neben Christina Gertung und Johanna Ruge für das Projekt Parkhaus die Verantwortung trug. Wenn man sich die Silhouette der Fassade genau anschaut, ist das Motiv der aneinandergereihten Giebel der Wohnhäuserzeilen, Werfthalle und Lagergebäude am Hafen zu erkennen. Die Keramikstäbe spiegeln nicht nur die Kleinteiligkeit am Hafen und im Burgwall wider, sondern sind auch in ihrer Farbgebung an die Umgebung angepasst: Beige wie der Speicher, dunkelbraun wie das Rundsilo und hellrot wie die Backsteingebäude am Hafen. Sowohl durch die Stäbe als auch durch die Plexiglaselemente im Erdgeschoss kann genügend Licht dringen, so dass es im Parkhaus keine dunklen Angsträume gibt. Mit den Reliefs von Josef Burgund zu beiden Seiten der Einfahrt finden sich hier auch zusätzliche Kunstobjekte. „Ein gelungenes Projekt“, resümierte Susanne Stange, die aus Eutin gekommen war, um zu schauen, was sich in ihrer „alten Studienstadt“ Eckernförde so verändert hatte.

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