Südstrand –Eckernförde steht auf

Knapp 3000 Menschen waren am Sonntag auf der Straße, um sich für den Erhalt von Veranstaltungen am Südstrand einzusetzen.
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Knapp 3000 Menschen waren am Sonntag auf der Straße, um sich für den Erhalt von Veranstaltungen am Südstrand einzusetzen.

Knapp 3000 Teilnehmer bei der friedlichen Demonstration von „Pro Kultur! Konzerte & Partys am Südstrand“ vor der Wohnanlage Sandkrug

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08. September 2019, 15:57 Uhr

Eckernförde | Bis Sonntagmorgen war es nur eine Facebookseite „Pro Kultur! Konzerte & Partys am Südstrand in Eckernförde“, die Gerrit Baumeister (50) vor zweieinhalb Wochen gegründet hat. Mittlerweile zählt diese rund 6000 Mitglieder. Seit Sonntag ist die Bewegung auch in der Öffentlichkeit sichtbar geworden. Gerrit Baumeister und Heidi Krassowski (51), die ihn an vorderster Front unterstützt, hatten zu einer Demonstration „Pro Kultur“ am Südstrand aufgerufen. Knapp 3000 Bürger folgten ihrem Aufruf. Frauen und Männer in jedem Alter, Jugendliche, Kinder, Babys im Kinderwagen, Senioren mit Elektroscooter und Rollator nahmen teil – die Demonstration mutete wie ein sehr großes friedlich-fröhliches Familienfest an.

Hintergrund der Demonstation ist das Verhalten eines Bewohners der Wohnanlage Sandkrug, der per Gerichtsverfahren gegen die Stadt Eckernförde in Sachen Lärmschutz vorgeht. Das hatte unter anderem zur Folge, dass in diesem Jahr zwei Partys am Südstrand abgesagt bzw. verlegt wurden. „Die heutige Demonstration ist das I-Tüpfelchen unseres Protests“, sagt Gerrit Baumeister.

Zustimmendes lautes Trillerpfeifen, Gejohle und Klatschen erntete Heidi Krassowski, die die Menge auf der Kundgebung am Pavillon begrüßte, ehe es auf die Straße ging. „Eckernförde steht auf und hält zusammen!“ Sie forderte den betroffenen Bewohner auf: „Nehmen Sie uns nicht den Spaß an unseren Events. Wir möchten die wunderschönen Events am Südstrand genießen, und zwar auch nach 22 Uhr.“ Eckernförde drohe ansonsten in einen Tiefschlaf zu verfallen. Sie wies darauf hin, dass es in vielen Orten Open-Air-Veranstaltungen gibt und nannte Kiel, Damp, Travemüde und Heiligenhafen. Gerrit Baumeister kündigte an, einen Verein gründen zu wollen. „Wir wollen weiterhin Druck aufbauen, denn das Thema Südstrand ist ja mit der Demo nicht vorbei.“ Die Musik der Band „Die Dimension“ spielte vor Beginn fetzige Musik und heizte den Teilnehmern gut ein.

Die B 76 war für eine Stunde gesperrt, als die Demonstration sich kurz nach 12 Uhr in Bewegung setzte. Polizeibeamte aus Eckernförde, dem Kreisgebiet und Neumünster waren im Einsatz. Vor der Wohnanlage Sandkrug waren mehrere Polizisten postiert. Nur wenige hundert Meter ging es für die rund 3000 Teilnehmer Richtung Stadt bis kurz vor den Bahnübergang, wo sie in einer Schleife umkehrten. Doch mit Parolen „Pro Kultur“, rhythmischem Klatschen, untermalt von Trillerpfeifen und Tröten, machten sie ihr Anliegen deutlich. Vor der Wohnanlage wurde ein Stopp eingelegt. Baumeister sprach die Bewohner direkt an. „Wo sind die 89 Bewohner, die mit ihrem Nachbarn vernünftig sprechen?“ Jared, der neunjährige Sohn von Gerrit Baumeister, las einen imaginären Brief vor, in dem er mitteilte, was wohl viele Teilnehmer dachten: „Hallo Lutz, ich darf deinen Namen sagen, weil ich erst neun bin und du mich nicht anzeigen kannst. Ich habe nur eine Frage an dich: Warum spielst du nicht mit deinen Enkelkindern, sondern sitzt immer am Computer und schreibst böse Briefe?“

Gegen 13 Uhr löste die Demonstration sich auf. Laut Polizei hat es keinerlei Vorkommnisse gegeben, alles ist friedlich abgelaufen. Ab 13 Uhr wurde die B 76 für den Verkehr wieder frei gegeben.

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